Bis Sonntag rollten Fans dieser Marke auf dem Sendelbacher Flugplatz vor. Beim Treffen der Mini-Interessengemeinschaft Bamberg kamen Gäste aus ganz Deutschland "eingeflogen" - im Tiefflug, denn den Mini zeichnet eine besondere Straßenlage aus.

Eines von vielen Nostalgietreffen am Wochenende in Franken: In Kaltenbrunn rollten die Vespas vor, in Bad Staffelstein die Kleinwagen-Sammler und in Geiselwind die Audi- und VW-Freunde.

Da staunten die Zaungäste am Wochenende an der B 279 nicht schlecht, als die kleinen Flitzer - bis Baujahr 2000, also keine der späteren BMW-Nachbauten - in allerlei Variationen durch den Baunachgrund düsten. Die Bamberger IG-Freunde, die sich stets am ersten Samstag im Monat im Breitengüßbacher Schützenhaus treffen, hatten ein strammes Programm ausgearbeitet: eine Bildersuchfahrt mit allerlei lustigen Aufgaben sowie eine Ausfahrt über Baunach, Ebelsbach und Rentweinsdorf, wobei besonders die "Exoten" unter den Modellen bestaunt wurden. Denn: Minifahrer basteln gerne an ihrem Gerät herum. Müssen sie auch.

Erzählt zumindest Dominik Dörr aus Reckendorf, der das Treffen zum dritten Mal nach Sendelbach geholt hatte, nachdem zuvor stets der Ebinger Baggersee angesteuert worden war. Seit 1998 fährt der Bäckermeister auf Minis ab . "Ich wollte schon vorher einen, aber mein Vater war dagegen." Den das Hobby ist Zeit raubend. " Der Pflegeaufwand ist schon hoch. Der Motor stammt aus den 30er-Jahren und die Technik aus den 50ern", weiß ein Kollege.

Eifrig schrauben

Und so den Schraubschlüssel erst einmal in die Hand genommen, wird tüchtig weitergebastelt. "Es gibt praktisch keine zwei identischen Modell, weil jeder etwas anderes draus macht", erklärt Dörr über seinen persönlichen Antrieb. Und so stehen Umbauten auf der Flugplatzwiese herum, die zwar wie Minis aussehen, gleichzeitig aber schon an einen "Hummer" erinnern, da sie auf einen Suzuki-Rahmen montiert wurden.

Und was fasziniert Dörr und seine Gleichgesinnten so an dem Mini? "Es ist der Kulturfaktor", schwärmt der 36-Jährige, der zwischen Backstube und Privatwerkstatt ständig pendelt. Der Mini sei ein "Raumwunder". Es mussten vier Mann samt Gepäck unter wenig Karosserie untergebracht werden. Die Entwicklung sollte Sprit sparend sei und geht auf den Benzin-Schock zurück, den die Suezkrise anno 1956 ausgelöst hatte.

Daneben reizen die Mini-Freunde, die bis zu 500 Kilometer Anreise auf sich genommen hatten ("Man kennt sich von vielen anderen Treffen und aus dem Mini-Forum"), die sportlichen Aspekte, wie Dörr weiß: "Der kurze Radstand, die knackige Federung und das geringe Gewicht." Schließlich habe der Mini als einziges Auto drei Mal in Folge die Rallye Monte Carlo gewonnen, fügt ein Kollege aus Neumarkt hinzu. Und letztlich fuhren auch Mr. Bean und die Beatles für ihre "Magical mystery tour" auf diese Marke ab.