Eines haben sie gemeinsam, wie Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, bei seiner Rede sagte: Beide sind Einserkandidaten und waren nach ihrem Staatsexamen Zweitbeste in Bayern. In den "Frankenstuben" verabschiedete Neumeyer den bisherigen Leiter des Forstbetriebs Bad Königshofen, Christoph Fellermeyer, und stellte Sebastian Höllerl als dessen Nachfolger vor.
Die Jagdhornbläsergruppe Ebern eröffnete die Feierstunde und verbreitete auch Zwischendurch mit ihrem Hörnerklang jagdliches Flair. Nachdem Martin Neumeyer die Hauptpersonen und alle Gäste willkommen geheißen hatte, dankte Peter Suckfüll, stellvertretender Landrat in Rhön-Grabfeld, dem scheidenden Amtsleiter. "Wir sind stolz, den Forstbetrieb in Bad Königshofen zu haben, und verabschieden ,unseren Fellermeyer‘ nach einem arbeitsreichen Berufsleben in den Ruhestand", sagte Suckfüll.


"Große fachliche Kompetenz"

An Fellermeyer gewandt sagte er: "Sie können mit Zufriedenheit auf ihre hervorragende Arbeit zurückblicken. Wenden Sie nun ihren Blick nach vorne und genießen sie den neuen Lebensabschnitt." Große fachliche Kompetenz habe Fellermeyer ausgezeichnet, wobei er alles im Blick hatte, was für Wald- und Naturschutz wichtig ist. Seinem Nachfolger, Sebastian Höllerl, wünschte Suckfüll in seinem neuen Aufgabengebiet eine glückliche Hand.
Vorstandvorsitzender Neumeyer hob hervor, dass im Forstbetrieb Bad Königshofen eine gute Mannschaft hinter ihrem Chef gestanden habe. "Sie trugen im Forstbetrieb für 14 800 Hektar Wald Verantwortung und sorgten in der Ausdehnungsfläche von über 120 Quadratkilometern für nachhaltige Nutzung", sagte Martin Neumeyer.
Fellermeyer habe über ein Vierteljahrhundert mit seiner Mannschaft in Bad Königshofen hervorragende Arbeit geleistet. Der Bestand mit vielen Baumarten sei zukunftsträchtig aufgestellt. "Das ist ein Zukunftswald wie wir uns ihn vorstellen." Neumeyer bestätigte Fellermeyer ein "gutes forstliches Auge", dessen Ziel es gewesen sei, den Wald als Erholungs- und Rückzugsraum für Menschen anzubieten. Durch sinnvolle Pflege der Wälder seien diese Lieferanten für beste Trinkwasserqualität. Kaum gebe es so eine ökologische Wirtschaftsform wie im Wald. Neumeyer hob das Holz als beliebten Baustoff hervor und bezeichnete es als Zukunftsprodukt der Bioökonomie.
"In diesem Bereich haben Sie seit 2005 als Leiter des Forstbetriebs gewirkt, und wir verabschieden Sie nun gerne in ihren verdienten Ruhestand."


Nachfolger Gewehr bei Fuß

Nicht alltäglich sei es, gleich einen Nachfolger präsentieren zu können. Mit Sebastian Höllerl sei dies gelungen. Er habe einen Hang zur praktischen Waldwirtschaft, weshalb seine neue Stelle genau die richtige für ihn sei. Aufgrund seiner bisher wissenschaftlichen Tätigkeit könne er seine Erfahrungen als Chef des Forstbetriebes nun umsetzen.
Christoph Fellermeyer lobte seine "tolle Mannschaft", mit der er in Bad Königshofen, stets in einem gutem Vertrauensverhältnis, zusammenarbeiten durfte. "Meine Aufgabe als Forstbetriebsleiter war für mich eine Herausforderung. Diese haben wir gemeinsam gemeistert."
Seinen bisherigen Mitarbeitern rief er zu, dass sie ihren neuen Chef mit offenen Armen auf- und annehmen sollten. "Es war für mich eine gute Zeit, und ein Abschied schmerzt immer", gestand Fellermeyer, der seiner Ehefrau Maria versprach, sich nicht in die Geschäfte des häuslichen Alltags einzumischen.
Der "Neue", Sebastian Höllerl, legte seiner Rede Ausführungen seines Vaters in einem seiner Bücher zugrunde. Dieser beschrieb die Haßberge als liebens- und lebenswerten Raum. "Da wissen Sie auch gleich, warum ich hierher komme, und ich denke mit Freude an meine neuen Aufgaben", sagte Höllerl.


"Zuerst die Menschen"

An seine Mitarbeiter gewandt stellte er klar, dass er kein "Zehn-Punkte-Programm" mitgebracht habe und nicht alles umkrempeln, sondern die gute Arbeit seines Vorgängers fortsetzen wolle. "Auch in der Forstwirtschaft geht es nicht zuerst um Bäume, sondern um Menschen", sagte der neue Forstbetriebsleiter.
Die Bediensteten des Forstbetriebs Bad Königshofen hielten unter Regie von Servicestellenleiterin Margret Schneider einen bebilderten Rückblick, bei dem viele gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse wach wurden.