Es waren vor allem die Argumente von Richter Roland Wiltschka, die den Angeklagten überzeugten: "Wenn wir das Verfahren gegen Sie einstellen, bekommen Sie in zwei Monaten Ihren Führerschein wieder. Wenn ich Sie verurteile, wird Ihnen der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen."
Da der Arbeiter seinen Schein bereits im April hatte abgeben müssen, entschied er sich dafür, schneller wieder mobil zu sein.

Mit Wucht gegen den BMW


Der 40-Jährige hatte durch seinen Einspruch bestritten, am Rosenmontag, 18. Februar, wissentlich einen Wagen in Zeil angefahren zu haben. "Ich hörte nur Kracher und Böller. Darum dachte ich, ich wäre gegen den Bordstein gefahren", sagte der Arbeiter. Stattdessen hatte er im Rückwärtsgang und mit voller Wucht einen geparkten BMW gerammt.

Komplett eingedellt


Ob er bei dem Wendemanöver in einer engen Ortsstraße ein oder zwei Mal gegen das Auto fuhr, blieb offen. Der linke Kotflügel des BMW wurde jedenfalls komplett eingedellt. "Dadurch ist ein Schaden von 3018 Euro entstanden", erklärte Gerd Hofmann, vereidigter Kfz-Sachverständiger , vor dem Gericht in der Kreisstadt.
Der Angeklagte will den Zusammenprall nicht bemerkt haben. Dabei - so waren sich Richter, Staatsanwalt Norbert Spintler und der Sachverständige einig - müsste es doch einen "riesen Schlag" gemacht haben.

Harte Fakten schuf schließlich ein Polizeibeamter der Verkehrspolizei in Schweinfurt. Der 56-Jährige ist Spezialist für Unfallfluchten und hat den Angeklagten überführt. Ihm gelang es, aus den Splittern am Unfallort den Rückstrahler des Unfallautos zusammenzusetzen. Über die Nummerierung auf dem Gehäuse bestimmte der Beamte den Fahrzeugtyp und überprüfte anschließend alle Fahrzeughalter im näheren Umkreis.

Glück gehabt


"Bei einem beliebten Fahrzeugtyp wie dem VW-Golf hätte das nicht funktioniert. Aber hier hatten wir Glück", sagte der Beamte. Glück ist eben relativ.