Einen Kampf gegen Windmühlen führen - so beschreibt Dieter Strempel die aussichtslose Verkehrssituation am Schulberg des Schulzentrums in Eltmann. Der Busfahrer hat bereits vor rund drei Jahren einen FT-Reporter mit dem Bus der Linie 952 auf Tour, mitten rein ins Verkehrschaos, genommen. Die Oskar-Serrand-Straße war durch wartende Elterntaxis blockiert, die Zufahrt zur Haltestelle, die sich in einer Art Nadelöhr befindet, nicht möglich. Die Stadt versprach Besserung. Doch auch heute kann Strempel "nur mit dem Kopf schütteln".

Die Ausgangssituation

"Ein jeder parkt, wie und wo er will", hat Strempel die Lage zu Schulbeginn und -ende damals treffend beschrieben. Nach dem Erscheinen des FT-Artikels habe sich tatsächlich alles zum Besseren gewendet, erinnert sich der Busfahrer. "Das Einfahrt-Verboten-Schild wurde wie mit der Polizei abgesprochen angebracht, dass tagsüber nur die Busse einfahren dürfen", erklärt Bürgermeister Michael Ziegler. Auch das Personal darf in das Nadelöhr einfahren, alle anderen Kraftfahrzeuge von 7 bis 17 Uhr werktags nicht. "Das war die ideale Haltestelle, die dadurch geschützt worden ist", sagt Strempel. Er spricht bewusst in der Vergangenheitsform. Denn nur wenig später kam es wieder vor, dass Eltern in der eigentlich verbotenen Zone parkten.

Parküberwacher beleidigt

Auch der eingesetzte Parküberwachungsdienst, so Strempel, habe nicht lange Bestand gehabt: "Der Hausmeister zum Beispiel hat das einmal gemacht und dann wieder hingeschmissen, weil er nur beschimpft wurde." Die Firma Basel habe dann mit dem Omnibusverkehr Franken (OVF) ausgehandelt, dass Strempel nach dem Personenbeförderungsgesetz bei einer Haltestelle, die nicht ordnungsgemäß angefahren werden kann, weiterfahren müsse. "Ich habe die Kinder also stehen lassen. Einige Monate ging das so", erzählt der Busfahrer.

Von den Eltern sei er deswegen heftig beschimpft worden. "Ich muss meine Zeiten ja auch einhalten, ich fahre einen Linienbus und keinen Schulbus." Schon in der Vergangenheit sei es aufgrund des Verkehrschaos am Schulberg dazu gekommen, so Strempel, dass ein Ersatzbus angefordert werden musste, um die anderen Fahrgäste auf der Strecke nicht warten zu lassen.

Haltestelle wurde verlegt

Um den Wahnsinn zu stoppen, musste also eine andere Lösung her. "Jetzt haben sie Gott sei Dank die Haltestelle verlegt", sagt Manuela Küfner, Schulleiterin der Wallburg-Realschule, die oben an der Oskar-Serrand-Straße liegt. Die Haltestelle wurde aufgegeben und in die Landrichter-Kummer-Straße verlegt. "Im Prinzip müssen die Kinder jetzt den Schulberg runterlaufen und zur Haltestelle gehen", sagt der Bürgermeister Michael Ziegler. "Die rund 80 Kinder müssen dabei die Hauptstraße überqueren, wo es nicht einmal einen Zebrastreifen gibt", schimpft wiederum Busfahrer Strempel. Für ihn ist das "der blanke Hohn".

"Mal sehen, wie es jetzt läuft", meint Ziegler in Bezug auf die neue Haltestellensituation. Der Bürgermeister scheint auch nicht vollends zufrieden mit der neuen Lösung. "Wir wissen, dass da oben ein Problem mit der Parksituation herrscht. Im Großen und Ganzen klappt es aber wieder", sagt er. Wie die Lage aktuell ist, das könne sie, so Schulleiterin Küfner, nicht einschätzen. Der Bürgermeister hingegen räumt ein, dass es natürlich auch Tage gebe, an denen es nicht klappt. "Man hofft eben drauf, dass man aufeinander Rücksicht nimmt."

Neue Ampel installiert

Den Vorwurf von Strempel, dass die Stadt Eltmann keinen Wert auf den Schutz der Kinder legt, wirkt der Bürgermeister mit einer Neuanschaffung für die Schulkinder entgegen: "Eine Ampel wurde in der Doktor-Georg-Schäfer-Straße beim Schwimmbad installiert." Diese werde sehr gut von den Schülern angenommen, wie ihm die Rektoren der insgesamt drei Schulen berichtet haben. Mit der verlegten Haltestelle habe die Anschaffung aber nichts zu tun.

Strempel hat nun keinen Ärger mehr mit versperrten Straßen, wird nicht mehr beschimpft und braucht sich keine Sorgen zu machen, den Zeitplan nicht einhalten zu können. Und trotzdem: "Ich fahre die Haltestelle ordnungsgemäß nach Fahrplan an, was ich mir dabei denke, das möchte ich lieber nicht sagen. Ich werde mich immer innerlich darüber aufregen."

Was ihn besonders stört, sei die Tatsache, "dass die Eltern der 80 Kindern dem Bürgermeister nicht auf die Pelle gerückt sind". Denn das könne er persönlich als Vater nicht nachvollziehen, ebenso wenig die Tatsache, dass es für manche Eltern nur wichtig ist, die eigenen Kinder zu behüten - und die anderen nicht.