Der Kopf brummt, der Hals kratzt und die Nase ist zu: Wenn das Wetter nasskalt wird, haben viele Menschen wieder mit Erkältungen zu kämpfen. Manchmal sind aber auch Influenza-Viren die Ursache für eine Erkrankung - mit heftigeren Symptomen. Denn die echte Grippe legt einen oft von jetzt auf gleich flach. Damit es überhaupt nicht so weit kommt, gilt sowohl bei Grippe als auch Erkältung zunächst vor allem eins: Hygiene.

Grippe-Viren gelangen beim Niesen, Husten oder Sprechen eines Erkrankten in kleinsten Tröpfchen in die Luft und können von anderen Menschen in der Nähe eingeatmet werden. Auch über die Hände werden sie weiterverbreitet, wenn diese mit den virushaltigen Sekreten in Kontakt gekommen sind. Wer dann anschließend Mund, Nase oder Augen berührt, ermöglicht den Grippeviren, über die Schleimhäute in den Körper einzudringen.

Händewaschen nicht vergessen

Der wichtigste Tipp - auch als Vorbeugung gegen simple Erkältungen: Immer gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen und sie danach sorgfältig mit einem sauberen Tuch abtrocknen. Vor allem dann, wenn man zuvor Kontakt zu Erkrankten hatte oder Gegenstände angefasst hat, die Erkrankte zuvor berührt haben. Ratsam ist es daneben, so wenig wie möglich mit den Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase zu berühren.

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Wer bereits angeschlagen ist und eine Erkältung für unausweichlich hält, kann das Schnupfen-Ruder noch einmal herumreißen: "Ich schwöre auf heißen Ingwertee, ohne Zitrone, dafür selbst aus der Wurzel gekocht", verrät Karin Will, Ärztin in der Zeiler Gemeinschaftspraxis von Günter Rehling. Auch desinfizierende Lösungen zum Gurgeln, leichte Schleimlöser, Ibuprofen, warme Kleidung und viel Flüssigkeit können die Erkältung noch auf den letzten Drücker verhindern. "Vor allem sollte man aber rechtzeitig ins Bett gehen und dem Körper ausreichend Zeit geben, sich zu erholen", mahnt Will.

Falls die Erkältung trotzdem zuschlägt, empfiehlt die Ärztin eine schrittweise Anpassung der Medikamente. "Ich fange mit Tees und pflanzlichen Varianten an. Die wenigsten Patienten brauchen Antibiotika." Von heißer Milch mit Honig rät Will bei Schnupfen jedoch ab: Die Milch verschleimt den Hals nämlich zusätzlich. Bei kratzigem Husten kann sie jedoch gut tun.

Entzündungen verhindern

Nasensprays erleichtern nicht nur das Luftholen, sondern können auch den Druck in den Ohren ausgleichen und so eine Entzündung verhindern. Will rät, das Spray nur ein paar Tage lang und am besten vor dem Schlafengehen zu nutzen, um nachts nicht durch den Mund atmen zu müssen. Auch Kochsalzlösungen zum Inhalieren sowie Nasenduschen können Schleim lösen.

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Der beste Schutz gegen die echte Grippe bleibt aber die Impfung - trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit. "Es gibt keine andere Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt", sagt Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Ratschläge nicht immer hilfreich

Als Vorbeugung gegen Erkältung sind unzählige Ratschläge im Umlauf. Nicht alle helfen. Vitamin C und Zink haben zum Beispiel allenfalls geringe Vorteile. Allerdings bleibt es sinnvoll, den Körper durch eine ausgewogene Ernährung damit ausreichend zu versorgen. Auch der Ratschlag, sich warm anzuziehen, um sich nicht zu erkälten, hat nur wenig Aussagekraft. Forscher bestätigen regelmäßig, dass ein Zusammenhang zwischen Frieren und sich daraufhin erkälten wissenschaftlich nicht belegt ist. Mag sein, dass die Immunzellen bei Kälte Viren schlechter bekämpfen können. Aber Erkältungen und grippale Infekte werden durch Viren und nicht durch kalte Temperaturen ausgelöst.

Dagegen sind warme Füße oder das Durch-die-Nase-Atmen sinnvoll. Warme Füße regen im ganzen Körper die Durchblutung an, wer durch die Nase atmet, filtert über die Flimmerhärchen Viren heraus und erwärmt die Luft, so dass die Schleimhäute im Hals nicht austrocknen und sich besser gegen Keime wehren können.

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Ganz wichtig ist frische Luft, nicht nur im Freien. Wer dreimal täglich zuhause - oder im Büro - für zehn Minuten die Fenster öffnet, reduziert die Anzahl der Viren in der Luft und verringert die Ansteckungsgefahr. Ein Allheilmittel, das alle Erkältungsbeschwerden verschwinden lässt, existiert laut Stiftung Warentest nicht. Anstatt sich mit teuren Erkältungsmitteln einzudecken, raten die Experten, dem Körper vor allem Ruhe zu gönnen und viel zu schlafen.

3,8 Millionen Arztbesuche wegen echter Grippe gab es laut Robert-Koch-Institut in der vergangenen Saison.

Wie unterscheide ich Erkältung und Grippe?

Die Symptome von Erkältung und Grippe sind oft ähnlich, trotzdem gibt es Unterschiede:

Start Bei einer Erkältung geht's in der Regel stufenweise los. Zunächst tauchen Niesen und Schnupfen auf, dann kommen weitere Symptome dazu. Eine Grippe kann dagegen ganz plötzlich auftreten. Es ist dann, als sei ein Schalter umgelegt worden.

Merkmale Bei klarem und glasigem Schnupfen ist in der Regel von einer Erkältung auszugehen. Es können später bei einem grippalen Infekt (anderer Begriff für Erkältung) Halsweh, Schlappheit, Fieber und Gliederschmerzen dazukommen. Die echte Grippe löst innerhalb von Minuten ein starkes Krankheitsgefühl aus - mit hohem Fieber, Schweißausbrüchen oder Schüttelfrost.

Dauer Das Fieber kann bei der Grippe tagelang anhalten. Sie dauert länger als Erkältungen oder andere Virusinfekte, etwa drei bis sechs Wochen. Die Erkältung dagegen ist in der Regel nach spätestens 14 Tagen wieder vorbei.