Er ist immer da, hält sich aber stets im Hintergrund. Thomas Fensel möchte auch nicht unbedingt ausführlich mit der Zeitung über das sprechen, was er da macht. So wichtig wolle er sich nicht nehmen, sagt er. Nun ja, aber ohne den 54-Jährigen läuft beim Zeiler Weinfest nicht viel zusammen.

Der Geschäftsführer des Festkomitees hat den Überblick über alles, was an drei Tagen Festbetrieb abläuft, kennt im Prinzip jeden noch so kleinen Programmteil und tut das, was getan werden muss: Er hält die Fäden zusammen, trifft Entscheidungen, kümmert sich um Sicherheit, um Auf- und Abbauten während, vor und nach dem Fest. Eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung des 29. Zeiler Weinfestes am Samstagnachmittag wirkt Fensel ziemlich entspannt. Gar nicht nervös? "Hektik kommt da nicht auf, weil alles steht", sagt er in einem ruhigen Ton und lächelt. Am Tag zuvor, als es beim Aufbau noch drunter und drüber ging, wirkte er deutlich angespannter. Doch die Probleme wurden alle gelöst, jetzt kann der 54-Jährige dem Auftakt um 15 Uhr mit Umzug und Eröffnung auf der Bühne am Marktplatz gelassen entgegen sehen.

Da fehlt noch was

Da kommt ein junger Mann und ruft: "Dich brauch ich! Pfandmarken haben wir noch keine!" Auch das bringt Fensel nicht aus der Ruhe, er gibt ein paar Anweisungen, der junge Mann nickt zufrieden und eilt davon.
Noch 20 Minuten bis zum Festumzug, die Sonne brennt, Fensel will in Richtung Altach, an der Kreuzung zur Sander Straße beginnt der Festumzug. "Die Vanessa, das ist eine ganz Liebe", freut er sich, als er Vanessa Roth erblickt, die mit Pia Fritzmann und Max Martin gerade den Sektempfang für die Ehrengäste und Teilnehmer des Umzuges vorbereitet.

"Wenn die dann weg sind, nehmt ihr die Stretch-Hussen wieder ab", sagt er. Mit diesen Stoffüberzügen werden die Empfangs-Tische verkleidet. "Das macht aus einem schlichten Stehtisch eine elegante Erscheinung", erklärt Fensel. Sobald der Umzug gestartet ist, muss alles gleich wieder aufgeräumt werden. Dann haben die Gäste mehr Platz zum Feiern.

Bis zum Schluss

Thomas Fensel feiert nicht mit, ist aber trotzdem an jedem Festtag bis früh um halb fünf Uhr da. Wer um diese Uhrzeit über den Marktplatz läuft, hat gute Chancen, den Organisator zu treffen. Dass er nicht mitfeiern kann, macht ihm nichts aus, im Gegenteil: Nach 29 Jahren merkt man ihm die Erfahrung einfach an, die er an den Tag (und die Nacht) legt. Aber das sei doch alles gar nicht sein Verdienst, sagt er.

Schnell nennt er drei Namen: Anneliese Schamberger, Christian Wittig, Gabi Stahl, ohne die würde das alles nicht funktionieren. Klar, ebenso wenig würde auch ohne die anderen vielen Helfer aus den Vereinen das Weinfest laufen. Aber gäbe es Fensel nicht, wäre das Zeiler Weinfest eben nur ein ganz normales Festchen.