Der Besuch ist unerwünscht. Auf der Kur in Ruhpolding hatte man sich kennen gelernt und nun haben sich ausgerechnet die beiden nervigen Frauen angekündigt. Doch beim Essen sollen die Schmarotzer nicht auf ihre Kosten kommen! Die Gastgeber wollen ihnen einen Streich spielen, doch am Ende sind die selbst die Gelackmeierten.

Wachende Kontakte


Alles nur Theater, und von mangelnder Gastfreundschaft kann natürlich keine Rede sein.Von wegen "geschlossene Einrichtung". Der Sketch, mit dem die Bewohner des Sozialpsychiatrischen Zentrums in Ebern eine Premiere feierten, ist Symbol für die Offenheit des vom Diakonischen Werk Bamberg Forchheim betriebenen Heimes. Dort freut man sich über die wachsenden Kontakte, das Engagement des Sozialen Arbeitskreises, das Engagement der Seelsorger, die Besuche der Mittelschüler oder eben jetzt das Zusammenspiel mit Karl-Heinz Krebs und Sven Steffan vom Theaterverein. Karolin Spörl, die Heimleiterin , spricht in Metaphern, wenn sie beim "tag der offenen Tür", mit Bezug auf den Standort Eiswiese, die Einrichtung als "Eisbrecher" bezeichnet. Sie spricht von nautischen Offizieren, die bemüht sind , das Packeis des Lebens zu umschiffen, von 36 unterschiedlichen Passagieren und von Touristen, die man gerne an Bord nehme.

Lebenspraxis ist gefragt


Der "Kapitän" führt denn auch persönlich über das Flaggschiff zeitgemäßer psychiatrischer Arbeit. Sie erläutert den dreigeteilten Ansatz von der Pflegeabteilung und der Dauereinrichtung bis zur Clearingstelle, in der psychisch angeschlagene Menschen wieder auf ein Leben außerhalb des Heimes vorbereitet werden sollen.
Die Besucher bestaunen freundliche Appartements. Hier leben die Bewohner nach Auskunft von Karolin Spörl eigenständig, kochen, waschen und putzen selbst. Authentische Bedingungen seien wichtig, um den Menschen mit erkrankter Seele die Aussicht auf eine Rückkehr ins "normale" Leben zu eröffnen.

Appell an Firmen


Daher appelliert Spörl auch an Unternehmen in der Umgebung, Praktikumsstellen anzubieten, um berufliche Perspektiven zu schaffen. Die Bewohner benötigten eine Chance, sich wieder unter realen Bedingungen bewähren zu können.
Gäste sind an der Eiswiese immer gerne gesehen, wird Karolin Spörl nicht müde zu sagen, oder in Seemannssprache: Die Brücke steht immer offen. Die "Disco-Mühle" ließ die Stimmung musikalisch hochschwappen.