Einstimmig beschloss der Stettfelder Gemeinderat die Erweiterung der Kanalsanierungsmaßnahme. Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) konnte in diesem Zusammenhang bei der Sitzung am Mittwochabend im Rathaus erfreuliche Nachrichten verkünden: Für die bisherige Kanalsanierung in Hauptstraße, Toracker, Rudendorfer Weg und Seeringstraße wird Stettfeld einen Zuschuss von 1,45 Millionen Euro erhalten. "Der Bescheid ist da", freute er sich. Auch für die Neuplanung darf die Gemeinde mit einer Förderung von 80 Prozent auf die Kosten für Kanal und Wasserleitung rechnen, wie der Gemeinderat erfuhr.

Peter Ruck vom Ingenieurbüro TBW aus Eltmann erläuterte dem Gremium die mögliche Erweiterung. Geplant war, den Klingenweg, den weiteren Verlauf der Siedlungsstraße bis zur Kreuzung "Zum Berg" und einen kleinen Teil der Schulstraße in die Sanierung aufzunehmen. Er zeigte Bilder des Siedlungsstraßenkanals, die deutlich machten, dass die Rohre in extrem schlechtem Zustand sind.

Legt man die momentanen Preise zugrunde, bezifferte Ruck die Bruttokosten für Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenarbeiten auf rund 837000 Euro. Der Straßen- und Gehwegbau würde nach Abschaffung der Straßenausbausatzung von der Gemeinde komplett getragen werden. "Die Frage ist also: Wollen wir die 320 000 Euro für den Straßenbau ausgeben?" Hier waren sich die Räte einig, dass man bei einem Aufschub wohl kaum mehr mit einer 80-prozentigen Förderung des Kanals rechnen könne und dies deshalb vertretbar sei.

Die Stettfelder Bürger werden, aller Voraussicht nach, für die Erweiterung nicht mehr zur Kasse gebeten, da die bereits erhobenen Verbesserungsbescheide zusammen mit der Förderung die Kosten decken sollten. "Ich bin überzeugt, dass das mit den bisherigen Abschlagszahlungen erledigt ist", betonte Hartlieb. Allerdings muss eine neue Ausschreibung erfolgen, da die Bauarbeiten nicht einfach an den bestehenden Auftrag angehängt werden können.

Gemeinderat Johann Müller schlug vor, die Schulstraße komplett in die Planung mit aufzunehmen: "Wenn ich mich richtig erinnere, ist der Kanal dort doch auch sehr schlecht." Dem stimmten seine Kollegen zu. Das Büro TBW wurde somit beauftragt, die Planung um die Schulstraße zu erweitern. "Rausnehmen können wir's notfalls immer noch", stellte Gemeinderat Walfried Spath fest.

Für Kopfschütteln unter den Räten sorgte die Rückgabe eines Bauplans durch das Landratsamt. In der Sitzung im November hatte der Rat beschlossen, einem nachträglichen Bauplan die Genehmigung zu verweigern. Der ursprüngliche Plan aus dem Jahr 1995 war genehmigt gewesen, allerdings war stark abweichend gebaut worden. Hier wünschte das Landratsamt nun eine Stellungnahme der Gemeinde und hatte durchblicken lassen, notfalls die Genehmigung zu ersetzen. Dies stieß dem Stettfelder Rat sauer auf. "Es ist ein nicht genehmigter Bau, und ich sehe keinen Grund, das nachträglich zu legitimieren", vertrat Walfried Spath seine Meinung. "Da hat das Landratsamt seine Bauaufsicht nicht wahrgenommen", betonte Johann Müller. Der Rat beschloss einstimmig, bei der Ablehnung zu bleiben.

Bezüglich des Gehwegs in der Bamberger Straße wird es ein Treffen mit den betroffenen Anwohnern und den Vertretern der Gemeinderatsfraktionen geben. Dabei soll abgestimmt werden, ob der geplante Gehweg ohne Querungshilfe so genügt. Im Gespräch mit einigen Anliegern ist dem Bürgermeister bereits signalisiert worden, dass dies ausreichend sei.