Der "Messias" von Georg Friedrich Händel gehört bis heute zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik des christlichen Abendlandes, und viele meinen, dass er ein typisches Weihnachtsstück sei. Dem ist nicht so - und trotzdem kamen viele Besucher in die Magdalenenkirche, um die Präsentation dieses großen, populären Oratoriums mitzuerleben. Es erzählt die Heilsgeschichte instrumental und gesanglich und passt natürlich auch gut in die Vorweihnachtszeit.
Von der Orgel aus erfolgte der Auftakt durch das Bläser-Ensemble von Ebelsbach mit dem "Bläsermenuett" von Händel und einem Choral zum Advent. Das Oratorium selbst begann mit einer Sinfonia, die wie eine Opern-Ouvertüre das Thema des "Messias" anklingen ließ. Die zahlreichen Zuhörer konnten sich freuen, denn der Magdalenenchor Ebelsbach und der Chor St. Kilian Haßfurt zeigten von Anfang an, wie wertvoll eine solche Chorgemeinschaft ist und wie stimmgewaltig beide Chöre zusammen unter der Leitung von Dekanatskantor Johannes Eirich sind. Die Sänger gefielen durch ihren brillanten und geschlossenen Klang und ihre gute Verständlichkeit.


Perfekte Begleitung

Begleitet wurden sie von dem hervorragenden Orchester der Hochschule für Musik aus Würzburg, das stets perfekt und zurückhaltend die Sänger und Solisten begleitete und einen tollen Klang erzeugte.
Mit den Solisten hatte Dekanatskantor Eirich eine gute Wahl getroffen. Alle vier überzeugten mit ihrem Können und ihren Stimmen und teilten Rezitative und Arien unter sich auf. Der Sopranistin, der jungen Nachwuchssängerin Serena Hart aus Geldersheim, fiel dabei eine tragende Rolle zu. Mit ihrer klaren Stimme balancierte sie auf den Melodiebögen und überzeugte auch in der Höhe mit besonderer Reinheit. Dies galt insbesondere bei der Arie "Frohlock, frohlock und jauchze Tochter Zion, denn sieh dein König kommt zu dir" oder bei der Arie "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt". Im Duett sang sie dann mit Jutta Schubert Friese (Alt), die besonders im Passionsteil das Leiden Christi und seinen Tod in den Arien thematisierte.
Auch die Männerstimmen waren sehr sicher und ausdrucksstark. Das galt für Tenor Sebastian Köchig genauso wie für Bassist Volker Jörg.
Zwischen dem ersten und zweiten Teil präsentierte sich der Jugendchor mit Stücken wie "Da wohnt ein Sehnen tief in uns", "In der Nacht von Bethlehem" und "Child in a manger".
Höhepunkt des zweiten Teils war das berühmte "Halleluja", das heute zu den bekanntesten Musikstücken überhaupt zählt und bei dem der Chor seine ganze Klangfülle entfaltete. Danach erklang noch die schöne Bass-Arie "Wenn die Tromba erschallt und die Toten ersteh'n zu neuem Leben, werden wir verwandelt". Im Wechselspiel mit dem Bass erklang hier die Trompete, die Solist Matthias Zull in allen Lagen beherrschte.


Das "Amen" als Schlusspunkt

Mit dem "Amen" des Chores gab es den Schlusspunkt, dem stehend dargebrachter Applaus des Publikums folgte. Die Konzertbesucher zollten allen Mitwirkenden große Anerkennung. Für sie selbst wird der Abend ganz sicher noch bis in die Weihnachtszeit hinein nachklingen.
Die Mitwirkenden waren Serena Hart (Sopran), Jutta Schubert Friese (Alt), Sebastian Köchig (Tenor) und Volker Jörg (Bass) sowie Miroslaw Bojadziew, Radoslava Boneva, Vladimir Turkin und Nicolai Leshenko (Violinen), Marin Marinov (Viola), Lisa Wohlfahrt (Cello), Vladimir Karchenko (Kontrabaß), Ernst Martin Eras und Vladimir Ginsburg (Oboen), Fabian Schnaidt (Fagott), Matthias Zull (Trompete), Florian Mayer (Continuo) und Peter Friese (Pauke), auerdem der Magdalenenchor Ebelsbach, Chor St. Kilian Haßfurt sowie der Jugendchor und das Bläser-Ensemble Ebelsbach. Die Leitung hatte Johannes Eirich.