Der Kader der Heitec Volleys aus Eltmann erhält nach dem Aufstieg in die Bundesliga langsam Konturen. Jetzt verpflichtete der Erstliga-Neuling mit dem 20-jährigen Jonas Sagstetter von den Hypo Tirol Alpenvolleys Haching sowie dem 21-jährigen Richard Peemüller vom TV Rottenburg zwei weitere talentierte "junge Wilde" mit Erfahrung in der Eliteklasse.

Fest unter Vertrag stehen bereits der österreichische Jung-Nationalspieler Mathäus Jurkovics (Mittelblocker), der brasilianisch-französische Top-Star "Kadu" Carlos Antony (Außenangreifer), der mit Paris Volley zweimal Meister wurde, sowie der 27-jährige Irfan Hamzagic. Der 2,01 Meter große serbische Nationalspieler trug zuletzt das Trikot von Cannes und gehörte zu den 15 besten Scorern der starken ersten französischen Liga.

Der 1,90 Meter große Außenangreifer Jonas Sagstetter begann 2005 seine Karriere in seiner Geburtsstadt Landshut. Mit dem ASV Dachau wurde er deutscher Meister der U18. Im September 2014 feierte er dort seinen ersten Einsatz in der 2. Liga Süd. 2017 wechselte der Juniorennationalspieler zum neugegründeten deutsch-österreichischen Bundesligisten Hypo Tirol Alpenvolleys Haching.

Für den Eltmanner Cheftrainer Marco Donat ist der gebürtige Bayer ein echter Wunschspieler: "Jonas ist sehr jung und besitzt enormes Potenzial. Durch seine Dynamik im Angriff und in der Abwehr wird er mittelfristig zu einem elementaren Baustein für unser Team."

Den 1,99 Meter großen Diagonalangreifer Richard Peemüller kennt Donat noch aus seiner Zeit in Dresden, wo das Talent bereits als Jugendlicher zu den Leistungsträgern des VC-Männerteams gehörte. Im Sommer 2017 wechselte Peemüller zum Zweitligaklub SV Fellbach und von dort im Februar dieses Jahres zum Erstligisten TV Rottenburg. Wie Sagstetter soll auch Peemüller bei den Heitec Volleys Spielpraxis sammeln und sich weiterentwickeln.

Im Pokal nach Friedrichshafen

Bei der Auslosung des Achtelfinales des DVV-Pokals waren die Heitec Volleys komplett vom Glück verlassen. Der Bundesliga-Neuling erwischte das schwerste Los des Wettbewerbs. Er muss am Wochenende des 2. oder 3. November zum amtierenden Pokalsieger VfB Friedrichshafen an den Bodensee reisen.

Die Gastgeber sind das erfolgreichste Team im deutschen Volleyball. Sie wurden 13 Mal Meister, holten 16 Mal den Pokal, darunter sechsmal in den vergangenen acht Jahren, gewannen dreimal den Super-Cup und einmal sogar die höchste europäische Klasse, die Champions League.

Kein Wunder, dass sich Manager Rolf Werner von Fortuna im Stich gelassen fühlt: "Schlimmer hätte es nicht kommen können. Aber wir werden sicher nicht mit vollen Hosen nach Friedrichshafen fahren. Wir sind krasser Außenseiter, haben nichts zu verlieren und können unbeschwert aufspielen. Die weiße Fahne werden wir sicher nicht hissen."

Auch Cheftrainer Marco Donat hadert mit dem Schicksal: "Das ist ein Horrorlos. Gleichwohl hat der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze. Wir sind die Lehrlinge in der ersten Liga und wollen uns natürlich so gut es geht aus der Affäre ziehen. Im Grunde können wir nur Erfahrungen sammeln, dazulernen und von einer Sensation träumen. Denn auch diese Partie beginnt bei 0:0."

Friedrichshafen ist für die Heitec Volleys im Herbst ein besonderes Reiseziel. Denn bereits zum Start der neuen Erstliga-Saison muss der Aufsteiger beim deutschen Rekord-Meister und -Pokalsieger Mitte Oktober antreten.red