Als er gegen 23 Uhr ins Bett gegangen sei, habe er die Feier im Sportheim immer noch gehört, erzählt Markus Henneberger. Allein das zeigt, dass das 2:1 der Sportfreunde Unterpreppach am Sonntag gegen den TSV Bad Rodach kein "normaler " Punktspielsieg gewesen ist.

Mit diesem Erfolg über den (Noch)-Tabellenführer der Fußball-Kreisklasse Itzgrund haben sich die Unterpreppacher die Möglichkeit eröffnet, aus eigener Kraft die Meisterschaft einzufahren. Sie liegen zwar immer noch zwei Punkte hinter den Rodachern, haben aber auch ein Spiel weniger ausgetragen. Kein Wunder, dass Spielertrainer Henneberger sagt: "Dieser Sieg hat schon eine gewisse Euphorie ausgelöst, das hat man gespürt."


Leistungspotenzial voll ausgeschöpft

Und die wolle er auch nicht bremsen, sagt der 38-Jährige, auch wenn ihm und der Mannschaft klar sei, dass der Weg zum Titel noch weit ist. Nicht nur den TSV Bad Rodach (22 Spiele / 52 Punkte) , sondern auch den TSV Pfarrweisach (21 / 49) und auch den Tabellenvierten Anadoluspor Coburg (20 / 43) sieht er als Konkurrenten für die Unterpreppacher (21 / 50).

Ausschlaggebend für den Erfolg im Spitzenkampf sei gewesen, dass "die Mannschaft zum ersten Mal in der Rückrunde, vielleicht zum ersten Mal in dieser Saison ihr Leistungsvermögen voll ausgeschöpft hat, von der Position eins bis 14, alle, die eingesetzt worden sind." Deshalb sehe er auch die Partie "mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wenn ich mich daran erinnere, wie wir uns in den ersten Spielen nach der Winterpause herumgequält haben." Das sei eine "Steigerung um 50 Prozent" gewesen gegenüber der Woche zuvor, als die Unterpreppacher beim SV Bosporus Coburg mit 2:2 zwei wichtige Punkte liegen gelassen hatten.


250 Zuschauer

Nicht nur Spieler und Trainer, auch die Zuschauer in Unterpreppach - rund 250 Besucher sorgten für eine Kulisse, die eines solchen Spitzenspiels würdig war - hatten viel Spaß an der Partie. "Da war alles drin", sagt Markus Henneberger, der auch in höheren Ligen schon manche Schlacht auf dem Spielfeld geschlagen hat. Dass die Sportfreunde einen 0:1-Rückstand aufholten und erst in der Schlussphase durch Jonas Ludewig zum Siegtreffer kamen, "hat natürlich noch einen besonderen Reiz ausgemacht", erklärt der Spielertrainer, der seinerseits den Treffer zum 1:1 erzielt hat.

Nach zweimal Platz drei in den vergangenen beiden Spielzeiten hatten sich die Unterpreppacher vor dieser Runde einiges vorgenommen - und das auch deutlich gemacht. "Diesmal haben wir von vorne herein unsere Ziele offensiver formuliert und gesagt, dass wir um den Aufstieg mitspielen wollen", sagt Henneberger. Ohne den Druck allerdings, nun auch unbedingt aufsteigen zu müssen: "Natürlich wären wir enttäuscht, wenn es nicht klappen sollte, aber unsere Strukturen sind nicht so, dass dann alles zusammenbrechen würde."


In der kommenden Saison nur noch Trainer

Auch Henneberger macht im kommenden Spieljahr so oder so weiter, er hat seine Zusage bereits im Januar gegeben. "Es passt einfach. Ich wohne da, kann das mit dem Beruf vereinbaren, und wir sind ein ambitionierter Haufen", nennt er die Gründe dafür. Allerdings will er dann nur noch als Trainer arbeiten, "das habe ich schon deutlich gemacht. Die Verschleißerscheinungen sind einfach da."

Auch, wenn gerade nach Spielen wie am Sonntag die Stimmen derjenigen laut würden, die ihn zur Fortsetzung seiner Karriere auf dem Platz drängen würden. "Natürlich ist es etwas anderes, ob da der alte Henneberger aufläuft oder ein gut trainierter junger Spieler, der aber noch nicht so bekannt ist", weiß er selbst. Dass auch sein Sturmpartner Jonas Ludewig davon profitiert, dass der Gegner mindestens einen starken Verteidiger auf den Spielertrainer ansetzt, sei offensichtlich. Aber die Gesundheit gehe vor.


Mehr personelle Möglichkeiten

In den neun Begegnungen bis zum Saisonende - und, falls es dazu kommen sollte, auch in der Relegation - gehört Markus Henneberger noch zum Kader, der für die "Erste" rund 16 Mann umfasst. Personell habe sich die Lage im Saisonverlauf bei den Sportfreunden "sehr positiv entwickelt. Es drängen sich jetzt Spieler auf, die ihren Fitnessstand erheblich verbessert haben", hat er erkannt.

Das bringe neuen Schwung und erhöhe auch den Ansporn auf die anderen, die "sonst immer gespielt haben, weil eben kein anderer da war." Da momentan auch kein Spieler verletzt ist, kann der Trainer aus dem Vollen schöpfen.


Die Konzentration war deutlich zu spüren

Zusätzliche Motivationsanreize habe es vor dem Bad Rodacher Spiel aber sowieso nicht gebraucht. "Das war schon eine andere Konzentration, als wenn man gegen den Vorletzten spielt, das hat man gespürt", erinnert sich Henneberger. Und der Sieg ist den Sportfreunden auch alles andere als leicht gefallen. "Es gab schon Phasen in dem Spiel, da wäre ich mit einem Unentschieden am Ende zufrieden gewesen", räumt der Spielertrainer offen ein.

Nun gilt es, in den kommenden entscheidenden Wochen konzentriert weiterzuarbeiten, vor allem in Sachen Sturmspiel. "Es war schon auffällig, dass wir uns da zuletzt schwerer getan haben, uns Chancen herauszuarbeiten", sagt Markus Henneberger. Aber mit dem Schwung des 2:1 gegen den Spitzenreiter geht vielleicht in den nächsten Begegnungen auch das Tore schießen leichter.