Der FC Sand fuhr einen Punkt gegen den klaren Favoriten und Spitzenreiter der Fußball-Bayernliga Nord, Viktoria Aschaffenburg, ein. Mit einer kämpferisch und defensiv herausragenden Leistung kamen die Sander dem Klassenerhalt wieder ein Stück näher. Die Bilanz von vier Punkten aus zwei Spielen unter Matthias Bayer lässt sich durchaus sehen.

FC Sand -
SV Viktoria Aschaffenburg 0:0

Das Remis ging für beide Mannschaften in Ordnung. Die Aschaffenburger waren klar überlegen, nach vorne aber zu harmlos. Die Gastgeber standen sicher und verteidigten extrem gut. Wenn die Sander weiter an ihrem Selbstvertrauen arbeiten und mehr Kreativität und Risiko im Offensivspiel zeigen, ist der direkte Klassenerhalt immer noch realistisch. Durch den 4:1-Sieg der Weidener gegen Erlenbach rutschten die Sander allerdings auf Platz 15 ab.

Aschaffenburg begann das Spiel mit viel Druck und bemühte sich, die Sander mit vielen Bällen in die Tiefe aus der Reserve zu locken. Die Bayer-Elf zeigte sich unbeeindruckt, stand hinten sicher und hielt das schnelle Kombinationsspiel der Aschaffenburger im Zaum. Aus dem Spiel heraus kam der Tabellenerste kaum zu nennenswerten Torchancen - bis auf Distanzschüsse und Standardsituationen war von den Gästen wenig zu sehen. Diese hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, scheiterten aber oft an der tiefstehenden FCS-Abwehr.

Die Überlegenheit der Aschaffenburger führte dazu, dass sich die Sander kaum aus der eigenen Hälfte befreien konnten. Erst nach etwa 20 Minuten versuchte das Bayer-Team, sein Offensivspiel aufzuziehen. Die erste Möglichkeit des Spiels war in der 39. Minute ein Aschaffenburger Volleyschuss, der zwei Meter am rechten Pfosten vorbei ging. Das kompakte 4-2-3-1 der Sander bereitete den Gästen große Probleme.


Aschaffenburg erhöht den Druck

In der zweiten Hälfte erhöhten die Gäste die Schlagzahl und kamen zu mehreren guten Möglichkeiten. Nach einem Eckball von rechts ging ein Kopfball nur knapp am linken Pfosten vorbei, kurz danach fand eine Flanke am Sechzehner seinen Abnehmer und der Schuss ging an den Pfosten. Der FC Sand verteidigte weiter konzentriert und zielstrebig. Im Vergleich zu den bisherigen Spielen versuchte die Mannschaft von Matthias Bayer nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte durch Kombinationsspiel nach vorne zu spielen, statt lange Bälle zu schlagen. Die Sander zeigten mehr Selbstbewusstsein und Risiko im Offensivspiel, auch wenn dabei kaum zwingende Chancen entstanden. Die Körpersprache gehört zu den wichtigsten Verbesserungen, die Bayer bei seinem Team bereits bewirkte.

Im weiteren Verlauf der Partie fiel dem Tabellenführer nicht mehr viel ein. Der Spielfluss geriet immer mehr ins Stocken und die Zweikämpfe wurden ruppiger. Insgesamt vier gelbe Karten gab es für die Heimmannschaft, die energisch zeigte, dass sie unbedingt mindestens einen Punkt wollte. Aus dem Spiel kreierten beide Teams kaum Möglichkeiten, Standardsituationen bildeten die Höhepunkte des Spiels. Kurz vor Schluss landete ein direkter Sander Freistoß einen Meter über der Querlatte. Auf der anderen Seite fand ein Freistoß von halbrechts den Kopf eines Aschaffenburgers, der den Ball knapp am Pfosten vorbei setzte.


Die Stimmen der Trainer

Matthias Bayer (Sand): "Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Unser Ziel war es, so tief wie möglich zu stehen und das Offensivspiel des Gegners bereits im Ansatz zu unterbinden. Phasenweise ist uns das wirklich gut gelungen. Aschaffenburgs Großchancen resultierten fast nur aus Standardsituationen. Die hatten es aber in sich. Unsere eigentliche Lufthoheit hat uns wenig geholfen. Der Punkt ist natürlich glücklich für uns. Ich habe dem Team vorgegeben, dass wir uns erst einmal hinter der Mittellinie positionieren und das Herausspielen von Chancen des Gegners im Keim ersticken wollen. Und wenn wir in Ballbesitz sind, über ein sicheres Aufbauspiel nach vorne spielen. Nur mit langen Bällen kommt man nicht weit. In den ersten 15 Minuten hat Aschaffenburg Druck gemacht und uns extrem auf unserer Seite gehalten. Die individuelle Klasse und das Selbstvertrauen sind bei den Aschaffenburgern einfacher stärker gewesen. Unsere Körpersprache wird aber von Woche zu Woche besser."

Jochen Seitz (Aschaffenburg): "Es war ein erwartet schweres Spiel gegen einen sehr tiefstehenden Gegner. Wir hätten unsere wenigen Chancen besser verwerten müssen. Gerade in der zweiten Halbzeit musst du aus einer der Standardsituationen mal ein Tor machen. Nach einer englischen Woche war es kämpferisch ein brutales Spiel für uns. Zum Ende hin sind uns die Kräfte ausgegangen. Im Großen und Ganzen bin ich aber mit dem Spiel zufrieden. Wir haben noch vier Spiele vor uns und uns war klar, dass es für die Meisterschaft bis zum Schluss eng wird. Den Punkt aus Sand nehmen wir gerne mit."
FC Sand: Mai - Gonnert, D. Schlereth, Karmann (90.+3 Röder), Nöthling, Müller, Wagner, Steinmann (72. T. Schlereth), A. Schmitt, Wagner, D. Schmitt, Reith (83. Mc Cullough) / SV Viktoria Aschaffenburg: Döbert - Zaeteri, Schnitzer, Beinenz, Verkaj, Toch (67. Desch), Wittke, Schmidt, Cheron, Boutakhrit, Breunig (46. Aydin) / SR: Treiber / Zuschauer: 300 / Tore: Fehlanzeige