Erleichterung - mit diesem Wort beschreibt Michael Schnitzer die Gefühlslage beim TV Ebern am vergangenen Samstagnachmittag. Mit 2:1 gewannen die Eberner an diesem Tag ihr Heimspiel gegen den SV Dörfleins und beendeten damit eine Serie von vier Niederlagen in Folge. "Ich denke, das hat der Mannschaft einen dringend nötigen Impuls gegeben", sagt Schnitzer, der Spielleiter der TVE-Fußballer. Allerdings ist die Tabellensituation nach wie vor ernst: Die Eberner liegen auf Platz 16 im Achtzehner-Feld der neuen Bezirksliga Oberfranken West. Aus 14 von insgesamt 34 Begegnungen in dieser Saison haben sie zwölf Punkte geholt und weisen 14:22 Tore auf.

Die junge Mannschaft tut sich schwer


Dass die Saison in der neuen Bezirksliga, nach Abschaffung der Bezirksoberliga die höchste Klasse im Bezirk, schwer werden würde, war den Ebernern klar. "Aber dass wir so weit unten reingeraten würden, hätten wir nicht gedacht", erklärt der Spielleiter. Dies macht er in erster Linie an Personalproblemen fest: "Wir hatten viele Ausfälle von Leistungsträgern, das konnte unsere Mannschaft, die ja sehr jung ist, nicht kompensieren. Wir sind kein einziges Mal mit unserer geplanten Aufstellung aufgelaufen."
Torjäger Johannes Fischer sei mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel aus der alten Saison gegangen und habe darunter sowohl in der Vorbereitung als auch in der Anfangsphase der aktuellen Runde sichtlich gelitten. Der Torschützenkönig der beiden vergangenen Spielzeiten "war in den vergangenen Jahren unsere Lebensversicherung, da waren wir schon auf Rosen gebettet", weiß der Spielleiter. Doch auch andere Stützen der Mannschaft wie die Abwehr-Routiniers Andreas Liebermann und Marco Beck, Torwart Jens Kapell und Mittelfeldspieler Julian Griebel (Letzterer fehlt wegen einer Blinddarmoperation noch länger) standen wegen Verletzungen oder Urlaub phasenweise nicht zur Verfügung.

Schwierige Trainingssituation


Michael Schnitzer: "Wenn man dann wie wir einen kleinen Kader hat, ist das schwer wegzustecken." Zumal in den Reihen der Eberner Bezirksligamannschaft viele junge Spieler aus den eigenen Reihen stehen, "die eine Situation wie die, in der wir momentan sind, nicht kennen." Dazu komme, wie Schnitzer ausführt, eine schwierige Trainingssituation. Sieben, acht Akteure aus der Ersten Mannschaft sind Studenten, die unter der Woche teils in Stuttgart, München oder Regensburg sind und nur unregelmäßig an den Übungseinheiten teilnehmen können. Deshalb sei auch die Lage für Trainer Joachim Kraft schwierig, "wenn er sich auf das Training vorbereitet, Konzepte entwirft, und dann sind nur ein paar Leute da." Der Coach jedenfalls sei im Verein und auch in der Mannschaft unumstritten, "es gibt für den TV Ebern keinen besseren."

Richtungsweisende Begegnungen stehen bevor


Mannschaft, Verantwortliche und Trainer haben sich nach einer Serie von vier Niederlagen in Folge, diese allerdings gegen die vier derzeit führenden Teams der Liga aus Ebing, Redwitz, Mönchröden und Lichtenfels, zusammengesetzt. "Die Situation ist jedem klar", sagt der Spielleiter. Und mit dem Sieg über den SV Dörfleins (2:1) hoffen die Eberner nun die Wende eingeleitet zu haben. Auch personell sieht es wieder besser aus, "Johannes Fischer war offenbar zum ersten Mal seit langem wieder schmerzfrei. Wenn er so spielt, ist er kaum zu halten", erklärt Michael Schnitzer. Dass die bevorstehenden drei Begegnungen richtungsweisend sind, wissen alle Beteiligten. Am Samstag steht das Gastspiel beim Vorletzten SpVgg Lettenreuth bevor, danach tritt der TVE bei Schlusslicht FC Mitwitz an, und zum Ausklang der Vorrunde ist der Tabellendreizehnte TBVfL Neustadt-Wildenheid in Ebern zu Gast. "Aus diesen drei Spielen wollen wir das Maximale holen, also neun Punkte", gibt der Spielleiter als ehrgeizige Zielsetzung vor.

In die jüngste Leistung anknüpfen


Voraussetzung dafür sei, dass die Mannschaft an die Leistung beim Sieg über Dörfleins anknüpfe. "Auch dieses Spiel stand bis zum Ende auf des Messers Schneide. Einerseits war es gut, dass es so eng war, denn so hat jeder noch einmal gemerkt, dass wir nur gewinnen können, wenn wir in jedem Spiel 100 Prozent bringen", erklärt Michael Schnitzer. "Jeder muss den Zweikampf suchen und seinen Gegenspieler dann auch niederkämpfen. Wir können nur als Mannschaft gewinnen, jeder muss für den anderen rennen und Fehler ausbügeln. Und wenn einer meint, er kann nicht mehr, muss er sich trotzdem zusammenreißen und weitermachen."
Mit einer Erfolgsserie könnten sich die Eberner ein ganzes Stück nach vorne schieben; der zehnte Tabellenplatz ist sechs Zähler entfernt. Und Siege könnten auch die Zuschauer wieder mehr locken als bisher in dieser Spielzeit. Obwohl durch die Ligareform teilweise andere Gegner nach Ebern kommen, hätten nur rund 150 Besucher im Schnitt die Heimspiele des TV besucht, sagt Schnitzer. Diese Zahl sei "schon ein bisschen enttäuschend.