Helmut Stubenrauchs erster internationaler Auftritt in der Disziplin Kuchenreuter endete gleich mit einem Paukenschlag: Die Mannschaft sicherte sich mit sechs Ringen Vorsprung vor Polen und acht Ringen vor der Slowakei den Weltmeistertitel - neuer Weltrekord inklusive.

Stubenrauch betreibt bei der Schützengesellschaft Coburg neben vielen anderen Disziplinen auch das Vorderladerschießen und ist bei der Schützengesellschaft Ebern beheimatet. Im Frühjahr schoss er zum ersten Mal bei der Rangliste zur Qualifikation für die Nationalmannschaft und schaffte sofort den Sprung unter die Top 20 Vorderladerschützen Deutschlands. Damit verbunden war die Berechtigung zur Teilnahme an der 28. Weltmeisterschaft der Vorderladerschützen im österreichischen Eisenstadt. Stubenrauch trat in vier Disziplinen an und war in in drei Mannschaften gesetzt.

Rekord von 2010 fällt

Das Mannschaftsergebnis von 290 Ringen bedeutete einen neuen Weltrekord und schraubte den aus dem Jahr 2010 bestehenden um zwei Ringe nach oben. Stubenrauch musste als Erster ran und legte mit 95 Ringen den Grundstein für den Erfolg. Sein Mannschaftskollege Andreas Stock packte noch einen Ring drauf. Joachim Haller erzielte ein Spitzenresultat: Er schoss 99 Ringe und sicherte sich den Weltmeistertitel in der Einzelwertung. Stubenrauch belegte in der Einzelwertung Rang 12 bei 105 Teilnehmern.

Am zweiten Wettkampftag stand die Disziplin Mariette (Perkussionsrevolver) auf dem Programm und wieder war der Allroundschütze als Erster gefordert. Mit erneut 95 Ringen legte er abermals gut vor, seine Mannschaftskollegen konnten nicht an ihre Vortagesleistung anknüpfen. 92 Ringe von Andreas Stock und 91 Ringe von Joachim Haller vervollständigten das Mannschaftsergebnis auf 278 Ringe, was am Ende die Bronzemedaille einbrachte, punktgleich mit Schweden, die sich die Silbermedaille sicherten. Drei Ringe mehr schoss Belgien, die neuer Mannschaftsweltmeister wurden. In der Einzelwertung sicherte sich Stubenrauch den zehnten Platz von 149 angetretenen Schützen.

Erfolg mit der Zweitwaffe

Nachmittags stand ein weiterer Wettbewerb an, das Cominazzo Original (Steinschlosspistole Original). Da Stubenrauch keine originale Steinschlosspistole besitzt, hatte ihm ein Mannschaftskollege seine Zweitwaffe für Trainingszwecke ausgeliehen. Das zahlte sich aus: Mit 79 Ringen trug der Franke exakt so viel bei, wie notwendig war, um auch hier den WM-Titel für die Mannschaft zu sichern. Zum Sieg steuerte Matthias Dreisbach 80 Ringe und Volker Valentin sehr gute 91 Ringe (Einzelwertung Platz 1) bei. Deutschland hatte am Ende mit 250 Ringen einen Ring Vorsprung vor Frankreich und vier Ringe Vorsprung vor Italien. In der Einzelwertung fand sich Helmut Stubenrauch auf Platz 14 wieder.

Am letzten Tag stand noch die Disziplin Donald Malson (Perkussionsrevolver 50 Meter) auf dem Programm. Alle zehn Wertungsschüsse Stubenrauchs trafen ins Schwarze, was auf 50 Meter Entfernung keine Selbstverständlichkeit ist, aber nicht weit genug ins Zentrum. Zwei Mal neun, zwei Mal acht und sechs Mal sieben Ringe ergaben durchschnittliche 76 Ringe und Platz 31 in der Einzelwertung.

In der Kombinationswertung Remington (setzt sich zusammen aus Mariette und Donald Malson) belegte Stubenrauch mit 171 Ringen Platz 14 in der Einzelwertung.

Bei seinem ersten internationalen Einsatz hat er eindrucksvoll bewiesen, dass das in ihn gesetzte Vertrauen voll gerechtfertigt war. Er ist nun für mindestens drei Jahre Weltmeister und Weltrekordhalter, denn die nächste Weltmeisterschaft wird erst im Jahr 2021 stattfinden, der Vorderladerverband MLAIC (Muzzle Loaders Association International Committee) hat dann 50-jähriges Jubiläum. Deutschland wurde auserkoren, die nächste WM im Jubiläumsjahr auszurichten. Die Veranstaltung wird auf der modernen Schießanlage in Pforzheim stattfinden.

Im nächsten Jahr wird es eine EM der Vorderladerschützen in Ungarn geben. Dort gilt, es sich wieder über die Rangliste 2019 dafür zu qualifizieren.