Während die Würzburger an der Eckfahne in einer Traube jubeln, stemmen die Sander ihre Hände in die Hüften und stehen regungslos da. Die meisten Köpfe gehen zum Boden, während hinter ihnen die tiefstehende Sonne weiter gnadenlos ins Seestadion brennt. Der eingewechselte Dominik Meisel hatte soeben den Würzburger Auswärtssieg per Slapstick-Tor klargemacht. Es ist die erste Minute der Nachspielzeit.

FC Sand -
Würzburger Kickers U23 1:2

Zugegeben: Den Dreier hatte sich die U23 der Würzburger Kickers verdient. Alleine zwischen der 70. und 80. Minute versiebten die Spieler von Trainer Rainer Zietsch Großchancen am Fließband. Dass das Gegentor aber so spät und so kurios fiel, ist bitter. Zunächst sprang der Kopfball von Meisel an den Pfosten, im Fallen bekam er die Kugel noch einmal irgendwie auf den Schlappen und stolperte sie vom anderen Innenpfosten ins Tor.

Dabei begann die Partie im Sander Seestadion für die Truppe von Dieter Schlereth gut. 250 Zuschauer sahen eine engagierte Sander Elf, die mit Sven Wieczorek anstelle des verletzten Philipp Markof in der Spitze agierte. Der FCS ging früh auf den Ball, setzte bei Ballverlust gut nach und stand kompakt in der Abwehr. Die Gäste hatten in der Anfangsphase nichts zu melden.

Gefährlich wurde es bei Kontern. Einer dieser schnellen Spielzüge führte auch zur Führung der Heimelf: Sven Wieczorek schickte Thorsten Schlereth nach Ballgewinn im eigenen Sechzehner per zielgenauem Diagonalball auf die Reise, der blieb cool, gewann sein Laufduell und jagte den Ball in die Würzburger Maschen (11.).


Kickers geben Vollgas

Im Anschluss drängten die Kickers auf den Ausgleich, Sand ließ sich tief in die eigene Hälfte drücken. In der 30. Minute war es soweit: Jannis Häuser ergatterte sich den Ball auf der Außenbahn, legte in die Mitte zurück: Hamed Saleh brauchte nur noch einzuschieben.

Nach der Pause machten die Würzburger sofort Dampf, Langhans scheiterte am Querbalken (46.). Nach zwei weiteren Hochkarätern von Josef Burghard (52., 58.) verflachte das Spiel - bis zur 72. Minute. Da parierte der Sander Schlussmann Markus Geier einen Distanzschuss, Saleh jagte den Ball freistehend über den Sander Kasten. Das war der Auftakt zum Würzburger Großchancenfestival: Binnen zehn Minuten hätten die Kickers gleich mehrere Buden machen können, machen müssen. Sie scheiterten jedoch nach und nach an sich, Keeper Geier oder dem Aluminium. Bis zur 91. Minute, als Meisel die Sander Hoffnungen auf den Punktgewinn zunichte machte.

FC Sand: Geier - T. Schlereth, Karmann, Witchen, Klauer, Moser (71. Wagner), Wieczorek, Rippstein, A. Schmitt, Steinmann (56. Röder), D. Schmitt / Würzburger Kickers: Stephan, Tröger, Imgrund, Burghard, Saleh, Langhans, Häuser (90.+3 Mbala), Usta (82. Lehrmann), Staudt (71. Meisel), Kutzop, Mazagg / SR: Ehwald / Zuschauer: 250 / Tore: 1:0 T. Schlereth (17.), 1:1 Saleh (30.), 1:2 Meisel (90.+1) / Gelbe Karten: Witchen (52.), Karmann (86.), Wieczorek (90.) / Langhans (75.), Burghard (88.), Meisel (90.+2)