Acht Punkte sind nicht viel. Zehn Spiele hat der RSV Unterschleichach (4./29) noch Zeit, den TSV Kirchaich (3./34) und den VfR Hermannsberg (2./37) in der Kreisklasse Schweinfurt einzuholen. Unterhohenried (1./42) scheint bereits entwischt. Über die Situation des RSV, die Probleme in der bisherigen Runde und den Abgang von Marcel Zitzmann spricht Trainer Renee Steinmann.

Der RSV Unterschleichach hat als Saisonziel den Aufstieg ausgegeben. Aktuell steht Ihr Team auf Rang 4. Sind Sie zufrieden, Herr Steinmann?

Renee Steinmann: Wir haben uns vor Saisonbeginn selbst zum Favoriten erklärt. Da ist es nur logisch, dass wir über Rang 4 etwas enttäuscht sind. Allerdings haben wir in dieser Runde die längste Verletztenliste aller Mannschaften. Wir mussten häufig mit einem gemischten Kader auflaufen, der aus Spielern der ersten und zweiten Mannschaft zusammengewürfelt war. So gesehen bin ich der Meinung, dass wir uns noch recht gut geschlagen haben.

Welche Spieler sind verletzungsbedingt ausgefallen?

Es waren teilweise acht Jungs gleichzeitig. Darunter waren Jan Schmitt, Mario Knop, Hüseyin Colak, Kevin Warmuth, Julian Regner, Marcel Zitzmann, Sebastian Stadelmann und Stefan Schmauz. Diese Leute haben uns über mehrere Wochen und Monate gefehlt und fehlen stellenweise auch weiterhin.

Der RSV hat von neun Auswärtsspielen nur drei gewonnen - kann man von einer Auswärtsschwäche reden?

Nein, das denke ich nicht. Alle anderen Mannschaften in der Kreisklasse kannten unseren personellen Engpass und wollten ihre Heimspiele gegen uns kurz vor der Winterpause noch unbedingt durchziehen - auch wenn es der eine oder andere Platz stellenweise nicht zugelassen hat. Unter anderen Vorzeichen hätten die Gegner einige Partien sicherlich noch verlegt. Aber das kann ich verstehen und akzeptieren. Wir hätten das sicherlich auch so gemacht, das gehört zum Fußball dazu.

Der Aufstieg war das Saisonziel, dazu fehlen derzeit mindestens acht Punkte. Was muss besser werden, um das Ziel noch zu erreichen?

Besser werden muss außer unserem Lazarett eigentlich nichts. Wir haben trotz der aktuellen Situation eine hervorragende Stimmung innerhalb der Mannschaft, die Jungs freuen sich auf das anstehende Trainingslager in Tschechien. Das hat der Vater unseres Torhüters, Alfred Hornung, organisiert. Dafür möchte ich mich noch einmal bedanken.

Marcel Zitzmann wechselt nach Steinbach, der RSV verliert damit einen wichtigen Defensivmann.

Dass Fußballer kommen und gehen, kennt jeder Verein. Mich freut es für Marcel. Er macht nun den nächsten Schritt. Das bedeutet für mich als Trainer auch, dass er sich in den viereinhalb Jahren, die er unter mir trainierte, positiv weiterentwickelt hat. Sonst wären Vereine wie Steinbach, Ebelsbach oder Sand nicht auf ihn aufmerksam geworden. Er kam aus der Haßfurter Jugend direkt zu uns.

Wie wirkt sich der Abgang von Zitzmann auf die Ausrichtung des Teams aus?

Unsere taktische Grundidee variiert von Spiel zu Spiel. Ich ändere unsere Ausrichtung für jeden Spieltag und mache sie vom Gegner abhängig. Unsere Mannschaft ist in der Lage, mehrere Spielsysteme zu spielen. Dadurch wollen wir Stärken und Schwächen unseres Gegners besser in unseren Spielablauf integrieren. Insofern wirkt sich der Wechsel nicht direkt auf unsere Taktik aus.

Sie haben die Personalsituation bereits angesprochen. Ist der RSV nach der Winterpause vollzählig?

Es kommen sicherlich wieder drei, vier Verletzte zurück. Allerdings werden es nicht alle sein. Ich gehe nicht davon aus, dass wir in dieser Saison noch einmal die Gelegenheit haben, irgendwo mit unserem kompletten Kader aufzulaufen.

Unterhohenried ist noch ungeschlagen - was macht sie Ihrer Ansicht nach so stark?

Ich denke, dass Unterhohenried aus der letzten Saison unheimlich viel gelernt und auch mitgenommen hat. Das macht sicherlich den Unterschied aus. Und das werden sie sich sicherlich auch nicht mehr nehmen lassen.

Wenn Unterhohenried durch ist, kämpfen Hermannsberg, Kirchaich und der RSV um die Relegation. Wer macht das Rennen?

Alle drei Teams haben noch Chancen auf den Relegationsplatz. Letztendlich wird es auch wieder darauf ankommen, wer die wenigsten Verletzten haben wird. Und wer am besten aus den Startlöchern kommen wird.

Wie steht es um Ihre Position? Bleiben Sie dem RSV erhalten?

Es ist noch nichts spruchreif. Wir werden uns im Februar noch einmal zusammensetzen.