"Das war das negativste Erlebnis, seit ich hier beim ESC tätig bin" - nicht nur für Andreas Kurz war der dramatische Unfall von Angreifer Petr Krepelka beim ersten Auswärtsspiel der Haßfurter "Hawks" im vergangenen Oktober in Freising "einfach nur schlimm". Auch Trainer Martin
Reichert hat den schweren Aufprall des tschechischen Angreifers auf die Bande sowie den Bruch des fünften Wirbels noch nicht wirklich verarbeitet.
Gut ein halbes Jahr nach dem Unfall gab der 22-Jährige, der weiterhin im Murnauer Klinikum behandelt wird und dort unter anderem von ESC-Vorstandsmitgliedern, Martin Reichert sowie Teamkollegen regelmäßig besucht wird, erstmals ein kleines Interview. Eines vorweg: Es geht ihm schon wesentlich besser. Und er selbst blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Petr, wie geht es Ihnen?
Petr Krepelka: Mir geht es besser und besser, seit meiner letzten Operation habe ich wesentlich mehr Gefühl in den Armen und Beinen. Im Augenblick muss ich noch in einem Wasserbett liegen, um die wundgelegenen Hautstellen wieder gesund zu bekommen. Dadurch konnte ich die letzten Wochen keine Reha-Maßnahmen durchführen.

Wie schaut aktuell Ihr Tagesablauf aus?
Wenn ich wieder im normalen Bett liege, frühstücke ich um 7 Uhr, unterhalte mich mit meinem Zimmergenossen Marco, bekomme ab 10 Uhr Physiotherapie und schaue mir Sport im Internet an: Play-off-Hockey und Fußball. Zwischendurch relaxe ich etwas. Nach dem Mittagessen gibt es eine Massage und Ergotherapie für die Handfunktionen. Wenn es wieder möglich ist und ich den Rollstuhl wieder benutzen kann, gehe ich manchmal mit meinem Besuch in die Kantine oder ins Freie.

Sind Sie zufrieden, wie es vorangeht?
Ja, nach jeder Operation konnte ich meine Haut und meine Muskeln besser fühlen. Auch wenn ich danach von der Bewegung wieder bestimmte Dinge neu beginnen muss, fühle ich mich persönlich besser.

Sind Sie zufrieden mit der Hilfe und Unterstützung der Ärzte und Therapeuten?
Auf jeden Fall. Mir hätte nach dem Unfall nichts Besseres passieren können, als hier in Murnau in die Klinik zu kommen. Die Betreuung der Therapeuten
und Ärzte ist optimal und der tolle Blick aus dem Fenster direkt auf die Alpen lenkt zusätzlich ab.

Können Sie sich an die Situation des Unfalls im Spiel in Freising erinnern?
Ja, ich erinnere mich an jede Sekunde. Als der Pass kam und mich der Schläger des Torhüters am Schlittschuh traf, das Stürzen in die Bande, an das Warten auf den Hubschrauber und den Flug in die Klinik.

Was ist Ihr persönliches Ziel?
Ich glaube fest daran, es zu schaffen, wieder laufen zu können und auch noch einmal auf dem Eis zu stehen, wenn auch nicht als Spieler.

Haben Sie die Saison der Hawks verfolgt? Was sagen Sie zum Abschneiden?
Ja, jedes Spiel habe ich verfolgt und mit Jakub wenn möglich telefoniert oder per Whatsapp darüber geschrieben. Nach der tollen Vorrunde habe ich fest an den Aufstieg geglaubt. Schade, dass wir durch die Verletzungen und Ausfälle viele Spiele knapp verloren haben und der Aufstieg nicht gelungen ist.

Möchten Sie den Fans der Haßfurt Hawks noch etwas sagen?
Danke für die Unterstützung. Das war großartig und hat mir sehr geholfen. Ich habe all diese Aktionen stets entweder selbst im Internet entdeckt oder meine Mannschaftskollegen haben mir sie gezeigt. Auch die Videos der Mannschaft und die Unterstützung anderer Mannschaften wie Kissingen und Schweinfurt waren sehr hilfreich und haben mir in dieser Zeit immer wieder geholfen.


Babkovic ist Spieler des Monats

Toller Erfolg für Michal Babkovic: Der Angreifer der Haßfurter Hawks wurde vom "Bayern-Hockey"-Fanforum mit 45 Prozent vor Pfaffenhofens Dillon Duprey und Robert "Bob" Wren (EHC Klostersee) zum "Spieler des Monats" Februar der Verzahnungsrunden C und D gewählt. Alleine in den sieben Partien im Februar erzielte der 29-jährige Angreifer 15 Tore und gab 13 Beihilfen. In allen 14 Begegnungen der gesamten Verzahnungsrunde traf er 22 Mal ins Schwarze (18 Vorlagen).


Babkovic bleibt in Haßfurt

Der im slowakischen Zvolen geborene Babkovic, der bei seinem Heimatverein auch alle Nachwuchsteams durchlief, war bereits in Frankreich, Finnland und den USA tätig. Umso mehr freut es die Haßfurter Verantwortlichen, dass er ebenso wie seine Topscorerkollegen Jakub Sramek, Daniel Hora und Jan Trübenekr, bereits seine Zusage für die kommende Saison bei den "Hakws" gegeben hat.