"Mehr geht nicht. Uns fehlte halt gerade im ersten Abschnitt das Quäntchen Glück. Wir müssen einfach so weiterspielen." Das sagte der Trainer des ESC Haßfurt, Martin Reichert, nach der 6:8 (2:1, 2:3, 2:4)-Niederlage beim EHC Königsbrunn in der Verzahnungsrunde der Eishockey-Landesliga. Nicht nur aus der Sicht von Reichert, sondern auch der seines spielenden Königsbrunner Trainerkollegen Fabio Carciola boten die "Hawks" bei ihrem Gastspiel bei den "Pinguinen" wieder einmal eine tolle Leistung.


Kein Geburtstagsgeschenk

Doch davon können sich die Haßfurter letztlich nichts kaufen. Sie rutschten durch die dritte Niederlage in Folge auf den letzten Platz der Verzahnungsrunde C ab. "Wie es momentan läuft, ist es einfach traurig." An seinem 54. Geburtstag schenkten ihm Kapitän Christian Dietrich und seine Teamkollegen also nicht wie erhofft weitere Punkte. Unbändiger Einsatzwillen und tolle Moral bis zum Ende reichten nicht aus.

Dabei wäre ein Punktgewinn durchaus möglich gewesen, trotz der miserablen personellen Situation: Mit nur einem Torhüter und gerade einmal zwölf Feldspielern hatten die "Hawks" im ersten Abschnitt klar die Oberhand. "Die Jungs haben super gespielt und wieder 120 Prozent gegeben", lobte Reichert. "Wir waren zu diesem Zeitpunkt klar die bessere Mannschaft." Nach und bereits vor dem Führungstreffer der Hausherren durch Dominik Zimmermann (11.) gelang es jedoch lediglich Lucas-Andreas Thebus (15.) sowie dem wiedergenesen Jakub Sramek (19.) - sogar in Unterzahl - die Königsbrunner Nummer 1 Markus Kring zu überwinden. In der sehr intensiven, aber fairen Begegnung ließen die Gäste zahlreiche weitere Chancen liegen, darunter gleich drei Alleingänge. Eine weitaus deutlichere Führung wäre möglich gewesen.

Den besseren Start in den Mittelabschnitt erwischten dann die Hausherren, denen zunächst der Ausgleich zum 2:2 gelang (Torschütze war Michael Fischer, 25.). Und dank weiterer Treffer in der 27. und 34. Minute schossen sie erstmalig einen Zwei-Tore-Vorsprung heraus. Dann jedoch kassierte der US-Amerikaner Chad Trupp eine Spieldauerdisziplinarstrafe, nachdem er Haßfurts Neuzugang Michael Stach, der nach seiner Rückkehr aus Schweinfurt erstmals für Haßfurt aktiv war, einen unglücklichen Check gegen den Kopf verpasst hatte.

Die fünfminütige Überzahl nutzte vor allem Michal Babkovic, der per Doppelschlag (37., 40.) bis zur zweiten Pausensirene auf 4:4 ausglich.

Das "Wechselspielchen" ging indes auch im letzten Drittel weiter. Christian Dietrich (41.) brachte die "Hawks" erneut nach vorne, ehe Jeffrey Szwez und Dominik Zimmermann (51., 54.) den Spieß wieder umdrehten. Per Penalty markierte David Franek, seit Wochen in bestechender Form, das 6:6 (56.).


Zum Schluss ohne Torwart

Weil Dominik Zimmermann die Schwaben erneut nach vorne schoss (58.), "opferte" Reichert daraufhin Torhüter Michael Tscherepanow für einen zusätzlichen Feldspieler. Einen Puckverlust der "Hawks" nutzte der ehemalige DEL-Profi Matthias Forster schließlich, um mit einem "Empty-Net-Goal" den 8:6-Endstand zu markieren.

"Alle Spiele bisher stets auf Augenhöhe. Wir spielen super Eishockey, aber wir belohnen uns momentan leider nicht", lautete das ernüchternde Fazit von Martin Reichert, der "ganz klar" von einer "unverdienten Niederlage" sprach. "Schade, dass wir wieder ohne Punkte heimfahren mussten."