Der TV Ebern kam spät in Schwung - dann aber richtig. Mit vier Siegen in den letzten fünf Saisonspielen legte die Mannschaft neun Punkte zwischen sich und den "Schleuderplatz"-Inhaber TSV Staffelstein. Ende April waren es nur zwei gewesen. "Es war eine Saison von Hochs und Tiefs", charakterisiert der Spielleiter der Eberner, Michael Schnitzer, die Spielzeit - mit einem positiven Ende für die Eberner. Mit 41 Zählern und dem zehnten Tabellenplatz schloss die Mannschaft von Trainer Joachim Kraft, der auch 2013/14 das Ruder beim TVE in der Hand haben wird, die Runde in dem Achtzehner-Feld ab.

"Ich hatte uns einen Platz zwischen acht und zehn zugetraut, aber unser Trainer hat von vorneherein gesagt, dass alles, was über dem Strich ist, in Ordnung ist", erklärt Schnitzer. Immerhin ist die Bezirksliga merklich stärker geworden, da viele ehemalige Bezirksoberligisten nach Auflösung dieser Liga dort ihre neue sportliche Heimat haben.

Verletzungen warfen die Mannschaft zurück

Dafür, dass die Eberner nicht weiter vorne gelandet sind, macht Schnitzer vor allem die personelle Lage verantwortlich. Auf Grund zahlreicher Verletzungen wurde es eng, und es fielen auch immer wieder Stützen der Mannschaft aus. "Dass unser Torwart Jens Kapell so lange verletzt war, hat uns schon den einen oder anderen Punkt gekostet", sagt Abteilungsleiter Hilmar Holzwarth, auch wenn Kapells Ersatzmann Frederik Gnannt keinesfalls enttäuscht habe. Auch die erfahrenen Abwehrrecken Andreas Liebermann und Marco Beck fehlten zeitweise, Torjäger Johannes Fischer war immer wieder angeschlagen und erst zum Saisonausklang schmerzfrei, wie Schnitzer verrät. Zudem mussten Julian Griebel, Timo Faßlrinner, Matthias Zürl und andere immer wieder ersetzt werden.

Gegen Spitzenteams gepunktet

27 verschiedene Spieler liefen insgesamt in den 34 Begegnungen für den TV auf, vor allem die A-Jugendlichen mussten immer wieder Lücken schließen. Das alles führte dazu, dass die Eberner erst am 33. Spieltag durch ein 3:0 über den FC Mitwitz den Klassenerhalt sicher hatten.

Dass sie so lange zittern mussten, habe vor allem daran gelegen, dass sie gegen Mitkonkurrenten immer wieder das Nachsehen hatten. "Gegen die vorderen Mannschaften wie Stegaurach, Mönchröden, Lichtenfels oder Meeder haben wir dagegen gepunktet", weiß Michael Schnitzer. Das zeigt, was in der Mannschaft steckt, aber auch, dass sie das nicht immer umsetzen konnte.

In Bestbesetzung war die TVE-Abwehr schwer zu knacken

"Dadurch, dass wir so ein kleiner Haufen waren, sind wir noch enger zusammengerückt. Der Trainer hat die Mannschaft immer wieder aufgebaut, und die Mannschaft hat sich als Kollektiv selbst da unten rausgezogen", sagt der Spielleiter zu den Stärken der Mannschaft. Und wenn die Abwehr in der Stammbesetzung spielte, also mit Kapell im Tor, Beck und Liebermann, "dann war es für die Gegner ganz schwer", sich Torchancen herauszuspielen.

Verbessern müsse, so Schnitzer, der TVE dagegen noch die Cleverness vor dem Tor, "wir haben viele Chancen nicht genutzt". Außerdem könnte das Kombinationsspiel noch flüssiger werden.

Zwei Abgänge stegen bereits fest

In die Spielzeit 2013/14 werden die Eberner mit einer leicht veränderten Truppe gehen. Fest steht, dass Timo Faßlrinner (zum ASV Reckendorf) und Peter Kollmer (zu den Spfr. Unterpreppach) den TVE verlassen. Beide, so Schnitzer, können und wollen die Trainingsbelastung in der Bezirksliga nicht mehr mit ihrem Studium vereinbaren. Möglicherweise wird der 34-jährige Abwehrchef Marco Beck aufhören. Dieser habe das angekündigt, weil er immer wieder mit Schmerzen gespielt hat, sagt Schnitzer, "aber ich hoffe, dass wir ihn noch einmal überreden können".

Erneut setzt der TVE darauf, wie schon in vergangenen Spielzeiten beispielsweise mit Christian Ammon, Jonas Heidenreich oder nun Josef Weiß geschehen, den einen oder anderen talentierten Jugendspieler an die "Erste" heranzuführen. Wie Michael Schnitzer erklärte, würden aber auch Gespräche mit möglichen Neuzugängen geführt. Jeweils zwei Leute für Angriff und Abwehr sollen, wenn es wie gewünscht läuft, zum Verein stoßen. 17 oder 18 Mann inklusive der Torleute solle der Kader für die kommende Runde umfassen. Am 24. Juni nehmen die Eberner das Training wieder auf, ab dem 27./28. Juli startet die Bezirksliga-Saison.

165 Zuschauer im Schnitt

In der kommen mit den Aufsteigern SV Merkendorf (Kreis Bamberg) und SpVgg Eicha (Kreis Coburg) Aufsteiger dazu, die die Zuschauer-Bilanz des TVE nach oben treiben könnten, ebenso wie der Landesliga-Absteiger FC Oberhaid. Das hofft Abteilungsleiter Hilmar Holzwarth jedenfalls. Rund 165 Besucher, hat Michael Schnitzer ausgerechnet, haben in der abgelaufenen Runde im Schnitt die Eberner Heimspiele besucht, "das war ähnlich wie im letzten Jahr", sagt der Spielleiter. Für die Spielzeit 2013/14 nehmen sich die Eberner vor, möglichst früh mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Allerdings ist eine Vorhersage insofern schwierig, als noch nicht klar ist, wie die Ligen eingeteilt werden. Dies hatte sich schon vor Jahresfrist als schwierig erwiesen.

Dass angesichts der angesprochenen Erfolge der Eberner gegen viele Spitzenteams der eine oder andere TVE-Anhänger ein besseres Anschneiden als "nur" den Klassenerhalt erwartet, sieht Michael Schnitzer zwiespältig: "Wenn es wirklich gut läuft, könnte vielleicht mehr als Platz zehn bis 13 herausspringen", sagt er. Doch neben dem Nichtabstieg wünscht er sich vor allem eines: "Dass wir einigermaßen verletzungsfrei durch die Saison kommen."