Die deutsche Rallyemeisterschaft geht in den Endspurt der Saison 2017. Der siebte von acht Läufen zu den ADAC-Rallye-Masters und der Meisterschaft fand bei der Niedersachsen-Rallye statt. Rund um Osterode am Harz galt es für die 63 Teilnehmer aus ganz Europa, über 130 gewertete Prüfungskilometer möglichst schnell zu absolvieren. Am Start waren auch die Burgpreppacher Brüder Florian und Tobias Just mit ihren Beifahrern.

Eine besondere Rolle kam dem Wetter im Verlauf der Veranstaltung zu. "Wir sind gespannt auf diese Rallye. Wir fahren hier zum ersten Mal und haben ein klares Ziel vor Augen, nämlich mindestens Platz 2 in der Division 5", sagte Florian Just im Vorfeld. Nach dem schweren Unfall von Niklas Stötefalke bei der Thüringen-Rallye ist der Hauptkonkurrent Roman Schwedt im Opel Adam R2.

Die ersten Prüfungen, ein Rundkurs mit drei Runden und eine Start-Ziel-Prüfung, wurden südlich von Osterode gefahren. Gegen 19 Uhr starteten die ersten Fahrzeuge zu den Prüfungen. Leichter Regen machte die Strecken sehr rutschig.


Ein guter Start

Florian Just und Marco Schönfelder lagen nach zwei Prüfungen auf Platz 2 mit rund zehn Sekunden zum Führenden der Division. Die Citroen-Besatzung startete tags darauf mit guten Zeiten. Roman Schwedt wurde ein technisches Problem am Opel Adam R2 zum Verhängnis, als das Fahrzeug nicht mehr startete und zum Service geschoben werden musste. Das gab eine Zeitstrafe, und somit führten nun Just/Schönfelder die Divison 5 an.

Trotz eines Problems mit der Schaltung hielten sie ihr Polster souverän bis ins Ziel und feierten damit ihren ersten Divisionssieg mit 3,9 Sekunden Vorsprung auf Roman Schwedt.

Tobias Just startet bei der Niedersachsen-Rallye wieder mit Sabrina Türk im Suzuki Swift Sport in der Gruppe N. Der Wettkampf begann beginnt für das Team nicht wie gewünscht, denn ein anderes Fahrzeug blockierte die Strecke, was Just/Türk 20 Sekunden kostete. Der Abstand zur Divisionsbestzeit betrug auf dieser Prüfung rund 18 Sekunden, immerhin erfolgte eine nachträgliche Zeitenkorrektur von zehn Sekunden zugunsten von Just/Türk. Auf Platz 2 liegend begann der zweite Tag mit schnellen Zeiten, jedoch traten dann Probleme mit der Schaltung auf. Im Ziel der Prüfung behob Tobias Just den Fehler provisorisch und fuhr anschließend die Divisionsbestzeit auf den Prüfungen 5 und 8.


Rückwärtsgang wird nötig

Der Rundkurs "Ührde" war die neunte von 14 Wertungsprüfungen und wurde für viele Teilnehmer zum Verhängnis. Ein 200 Meter langer Wiesenweg war derart aufgeweicht, dass nahezu keine Verzögerung mehr möglich ist. Viele Fahrzeuge rutschten in den Graben oder mussten zurücksetzen. Auch Just/Türk mussten den unbeliebten Rückwärtsgang einlegen, verloren wertvolle Sekunden, landeten aber nicht im Graben.

Nach der Absage von WP12 aus Sicherheitsgründen löste sich auf der folgenden Prüfung wieder das Schaltseil. Mit einer weiteren Bestzeit auf der letzten Prüfung holten sich Just/Türk aber einen weiteren zweiten Platz in der Division 6.
Die Meisterschaft in den ADAC Rallye Masters ist vor dem letzten Rennen am 20. und 21. Oktober in der Nähe von Passau spannend wie nie zuvor. Um Platz 3 kämpfen gleich drei Piloten: Florian Just, Roman Schwedt und Peter Corazza. Florian Just liegt nach 7 von 8 Rennen in der Division 5 auf Platz 2 und könnte mit einem Divisionssieg die Divisions-Meisterschaft gewinnen.

Tobias Just rangiert trotz zweier Ausfälle und eines nicht gefahrenen Rennens auf Platz 13 in den ADAC Rallye Masters. In der Division 6 steht das Team auf Platz 3 und hat durchaus Chancen auf den zweiten Rang.