Die Eltmanner Heitec Volleys sind auf ihrem Weg zum Titel der zweiten Volleyball-Liga Süd und zum Aufstieg in die erste Volleyball Bundesliga nicht aufzuhalten. Auch der SSC Karlsruhe konnte den unterfränkischen Meisterschafts-Express nicht stoppen, sondern nur ein bisschen ärgern. Beim beeindruckenden 3:1-Erfolg des Spitzenreiters über die Badener glänzte vor allem ein Spieler: Johannes "Johnny" Engel schmetterte die Eltmanner in den siebten Himmel und wurde verdientermaßen zum wertvollsten Spieler neben dem Karlsruher Jens Sandmeier gewählt.

Heitec Volleys Eltmann - SSC Karlsruhe 3:1

(25:16, 17:25, 25:16, 25:22)

Eltmann (56 Punkte) braucht jetzt noch zwei Siege zu Hause gegen den SV Schwaig und eine Woche später in Freiburg, um die Meisterschaft feiern zu können. Denn auch der schärfste Verfolger, der amtierende Meister TSV Grafing (51 Punkte, ein Spiel weniger) erledigte seine Pflicht mit einem 3:1-Sieg in eigner Halle über Hammelburg.

Heitec-Trainer Marco Donat war nach dem wichtigen Sieg und den drei Punkten überglücklich: "Karlsruhe war eine harte Nuss, die wir knacken mussten. Die konnten unbeschwert aufspielen und haben uns das Leben wie erwartet sehr schwer gemacht. Doch mein Team löste die komplizierte Aufgabe bravourös. Lediglich im zweiten Satz schwächelten wir ein wenig und mussten prompt den Ausgleich hinnehmen. Aber nach einer deutlichen Pausenansprache kamen meine Jungs wieder in die Spur und erfüllten den Matchplan. Dafür meine große Anerkennung und meinen Respekt." Besonders freute sich Donat über die mentale Stabiltät seines Teams: "Ich kann nur die Richtung vorgeben. Meine Spieler müssen alles umsetzen. Als Ligaprimus stehen wir im Saisonendspurt enorm unter Druck. Aber meine Jungs beweisen seit Wochen unheimlichen Charakter. Wir sind jetzt alle erwachsen geworden."

"Gekämpft wie die Löwen"

Auch Eltmanns Manager Rolf Werner fiel ein Stein vom Herzen: "Solche Spiele wie gegen Karlsruhe sind total unangenehm. Für uns ging es um alles und für den Gegner um die goldene Ananas. Jeder in der Halle hat gesehen, wie sich die Karlsruher über jeden Punkt gegen uns gefreut haben. Die wollten uns ein Bein stellen und haben gekämpft wie die Löwen. Doch erfreulicherweise haben wir dagegengehalten und verlieren inzwischen auch in kritischen Situationen nicht die Geduld und die Ruhe. Das ist jetzt auf der Zielgeraden ein großer Vorteil und eine Qualität, auf die wir als Spitzenmannschaft zurecht sehr stolz sein können."

Vor knapp 400 Zuschauern legten die Heitec Volleys los wie die Feuerwehr. Über 4:2, 12:10 und 20:13 beherrschten die Eltmanner im ersten Satz ihren Gegner nach Belieben. Doch im zweiten Durchgang drehten die Badener den Spieß um und brachten die nun nachlassenden Gastgeber von einer Verlegenheit in die andere. Die Aufschläge kamen nicht mehr druckvoll, die Blockabwehr hatte ein Nickerchen eingelegt und die Ballannahme war teilweise schlampig. Kein Wunder, dass die Unterfranken über 0:4, 4:7, 11:17 und 15:22 immer einen Rückstand hinterherliefen und die halbherzige Aufholjagd nicht funktionierte.

Donat bringt das Team in die Spur

Erst nach einer lautstarken Kabinenpredigt in der Pause brachte Coach Donat seine Jungs wieder auf Kurs. Im dritten Satz hatte der Tabellenführer zwar erneut Startprobleme und geriet sogar mit 5:8 ins Hintertreffen. Aber nach dem umjubelten Ausgleich zum 10:10 lief die Maschinerie auf Hochtouren. Dank herausragender Aktionen von Sven Kellermann, knallharten Assen von Mircea Peta und platzierten Schmetterschlägen von "Johnny" Engel zogen die Gastgeber auf 20:13 davon und erneut Peta machte schließlich den Sack zu.

Auch im vierten Satz leisteten die hoch motivierten Karlsruher erstaunlichen Widerstand. Trotz einer 16:10- und 19:13-Führung konnten die Heitec Volleys nicht den Schongang einlegten. Denn der Tabellenfünfte wollte sich nicht geschlagen geben und verkürzte sogar auf 22:21. Aber Engel markierte den wichtigen Punkt zum 23:21 und rettete damit den hart und mit viel Leidenschaft erkämpften Sieg.

Heitec Volleys Eltmann: Couchman, Engel, Peta, Richter, Kolbe, Schmitt, Krüger, Kellermann, Werner, Stoyanov, Wacek, Bibrack, Strobel