Dass Volker Hartmann durchaus ein Mann der klaren Worte ist, wurde am Sonntagabend sicht- und hörbar deutlich. Beim ersten Heimspiel in dieser Saison der Eishockey-Landesliga, Gruppe 1, gegen den ESC Vilshofen nahm der Trainer der Haßfurter "Hawks" Mitte des zweiten Drittels überraschend für die 403 Zuschauer eine Auszeit und wurde in den 30 Sekunden gegenüber seiner Mannschaft sehr laut. "Ich wollte einfach verdeutlichten, dass das hier kein ‚Hurra-Spiel' ist", begründete der 43-Jährige seinen kleinen Wutanfall. Dass die Hausherren zu diesem Zeitpunkt bereits mit 6:1 in Führung lagen, spielte für ihn in diesem Augenblick keine Rolle. ESC Haßfurt - ESC Vilshofen 12:1

(4:0, 4:1, 4:0) "Wir haben ganz klare Regeln, was wir zu machen haben. Und dann ging es Einigen schon wieder nur ums Toreschießen. Das hat nichts mit Eishockey zu tun, und das ist mir dann einfach nicht gut genug. Das ist nicht unser Anspruch. Die Rückwärtsbewegung ist einfach wichtig", erklärte Hartmann. Seine Worte haben gefruchtet, denn die "Hawks" des ESC Haßfurt nahmen wieder konzentriert ihre Arbeit auf und erzielten bis zum Schluss weitere sechs Treffer gegen die hoffnungslos unterlegenen "Wölfe", die von vorneherein keine echte Chance hatten: Lediglich zehn Feldspieler waren mit nach Haßfurt gekommen. Neu-Trainer Robert Suchomski musste laut eigener Aussage krankheits- und berufsbedingt auf viele Leistungsträger verzichten. Und eine im Vorfeld angestrebte Spielverlegung seitens der Gäste wurde sowohl von den Haßfurter Verantwortlichen als auch vom Bayerischen Eissportverband (BEV) abgelehnt.

Doch selbst bei einer zweiminütigen Überzahlsituation, als gleich zwei Vilshofener auf der Strafbank saßen, kamen die Haßfurter nicht zum gewünschten Erfolg. Doch als sie selbst mit einem Spieler weniger agieren mussten, "klapperte" es im Kasten von Vilshofens Torwart Klaus Hieronymus - und das gleich zwei Mal: Erst netzte David Franek nach toller Vorarbeit von Michal Babkovic ein (15.), ehe sich 49 Sekunden später David Hornak die Scheibe nach einem misslungenen Befreiungsschlag abfing und mit einem geglückten Bauerntrick auf 2:0 erhöhte (16.).

Folgenschwerer Kniecheck

Danach kam die ESC-Tormaschine richtig ins Rollen. Nach zwei weiteren Treffern (Babkovic und Jan Trübenkr waren erfolgreich, 19./20.) war die Partie nach Abschluss des ersten Drittels schon entschieden. Während die Gäste, die zwei Tage zuvor bei ihrem Gastspiel in Moosburg erst im Penaltyschießen mit 3:4 unterlegen waren, unmittelbar nach dem ersten Seitenwechsel zumindest den Ehrentreffer erzielten (Torschütze war Maximilian Artmann, 22.), schraubten die Haßfurter "Hawks " das Ergebnis bis zum Ende der Partie auf 12:1 in die Höhe.

"Im Großen und Ganzen war ich schon zufrieden", sagte ESC-Coach Hartmann, der ein dickes "aber" bei seiner Schlussanalyse hinterher schob: "Der Gradmesser war es heute freilich nicht. Aber man muss erst einmal die Tore machen. " Ganz und gar nicht einverstanden war er dagegen mit dem teilweise harten Einsteigen der Gäste. Während seine Mannschaft lediglich sechs Strafminuten kassierte, verhängten die Unparteiischen Dominik Beigel und Oliver Mackert gegen die "Wölfe" insgesamt 47. Darunter eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Matthias Murr, der mit einem Kniecheck kurz vor dem Ende Christian Dietrich schwer verletzte. Ob der ESC-Kapitän, der mit der Liege vom Eis gebracht werden musste, länger ausfällt oder sich "nur" eine schwere Prellung zugezogen hat, müssen erst genauere Untersuchungen unter der Woche zeigen. Am kommenden Wochenende stehen die Spiele bei der SE Freising (Freitag, 20.15 Uhr) und gegen den TSV Trostberg (Sonntag, 18.30 Uhr) an. ESC Haßfurt: Jung, Dietz - Hora, Hornak, Stahl, Marx, Schubert - Stach, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Breyer / SR: Beigel, Mackert / Zuschauer: 403 / Tore für Haßfurt: Trübenekr (4), Hornak (3), Babkovic (3), Franek (2) / Strafzeiten: Haßfurt 6 / Vilshofen 27 plus Spieldauerdisziplinarstrafe für Murr