Als einen Lauf der Superlative bezeichneten viele Teilnehmer den Abt-Degen-Lauf in Zeil am Wochenende. Das herrliche Oktoberwetter oder die idyllische Streckenführung durch die Fachwerk-Altstadt und die herrlichen Weinbergs-Lagen lockten viele Langstreckenläufer an, die auch von der Organisation begeistert waren. Sieger wurde bei den Herren Hans Appel von der DJK Schweinfurt mit 40:03 Minuten und bei den Damen Ursula Schürle, DJK Gaustadt, mit 49:46 Minuten für die elf Kilometer lange Strecke.
Die Organisatoren des TV Zeil um Vorsitzenden Hubert Karl hatten alles bestens vorbereitet und freuten sich über den strahlenden Herbsttag. In der "guten Stube" des Fachwerkstädtchens Zeil, dem Marktplatz, hatten sich so viele Zuschauer versammelt wie schon lange nicht mehr und feuerten die Läufer entsprechend an. Das begann schon mit dem "Bambini-Lauf", bei dem Papa und Mama oder auch Opa und Oma Unterstützung leisteten.


Starke Felder beim Nachwuchs

Aber auch bei den Schülerläufen spürte man, dass gerade beim TV Zeil auf die Nachwuchsarbeit großer Wert gelegt wird. Die vielen roten T-Shirts der Zeiler waren im Feld nicht zu übersehen. Die sieben- bis neunjährigen Schüler (37 Teilnehmer) hatten eine Runde von 800 Metern durch die Altstadt zu laufen und lieferten sich ein spannendes Rennen, bei dem Philipp Reus vom TV Zeil mit 2:50 Minuten die Nase vorne hatte, vor Malte Einenkel vom TSV Kirchaich, dem weitere Zeiler folgten. Noch dramatischer war dann der Endspurt bei den zehn- bis 15-jährigen des Schülerlaufes 2 mit 30 Teilnehmern über zwei Runden (1600 Meter). Beim "Foto-Finish" überquerten Oskar Bayer und Leonhard Sauer (beide TV Zeil) mit der gleichen Zeit von 5:39 die Ziellinie.
Bei den Mädchen gewann Anna Reinhart, die ihren männlichen Kollegen auf den Fersen blieb und mit 5:51 den beachtlichen fünften Platz in der Lauf-Gesamtwertung belegte.
Der Abt-Degen-Lauf setzt sich von anderen Laufstrecken ab, weil er nicht nur ein Stadtlauf ist, sondern durch eine idyllische Landschaft führt, wie man sie selten vorfindet. Das hörte man immer wieder aus den Worten der Teilnehmer, und immerhin gingen in diesem Jahr 30 Läufer mehr als sonst auf die elf Kilometer lange Strecke.
Die Favoriten, der Vorjahressieger Alexander Finsel und der Zweitplatzierte Hans Appel, setzten sich dabei am Anfang an die Spitze. Ihnen auf den Fersen blieben aber "Lokalmatador" Christian Schneidawind von den Zeiler Weinbergschnecken, Sebastian Kern aus Haßfurt, der für den TV 1848 Erlangen startete, und die Brüder Matthias und Uli Pfuhlmann von der SG Eltmann (Team Mainathlon). Nach knapp drei Kilometern kamen sie alle an die große Herausforderung des Anstiegs am "Abt-Degen-Steig", bei dem es steil hinauf ging auf eine Höhe von 357 Metern. Hier trennte sich dann die Spreu vom Weizen. Auch wenn an dieser Stelle so manchem Läufer die Puste ausgeht, der Blick über die Weinberge und das Maintal sogar bis zum Dom nach Bamberg ist dafür der Lohn. Den genossen die 144 Läuferinnen und Läufer aber im Gegensatz zu den vielen Wanderern an diesem Tag nur kurz, um durch die Weinbergslagen wieder den Marktplatz und das Ziel anzusteuern.
Finsel schaffte es nicht, seinen Vorjahressieg zu wiederholen, und musste Appel an sich vorbeiziehen lassen, der den Lauf mit 40:03 Minuten und einem Vorsprung von 51 Sekunden gewann. Den dritten Platz sicherte sich "Lokalmatador" Christian Schneidawind mit 41:48. Beachtlich war auch die Zeit der schnellsten Frau, Ursula Schürle von der DJK Gaustadt, die nach 49:46 ins Ziel kam.


Mit mehr Rückstand gerechnet

Die Eltmanner Brüder Matthias und Uli Pfuhlmann kamen auf die Plätze 7 und 8, und auch diese Leistung ist bemerkenswert. "Langsam muss man eingestehen, dass man auch dem Alter Tribut zollen muss. Außerdem war es mein erster Lauf in diesem Jahr, da mir meine Achillessehne Probleme bereitete", meinte der 50-jährige Matthias Pfuhlmann. Uli Pfuhlmann, der demnächst seinen 50. Geburtstag feiert, führte auch die plötzliche Hitze an, die zwar für schönes Oktoberwetter sorgte, aber bei diesen Herausforderungen fast zu groß war. "Trotzdem hatten wir immer Sichtkontakt zur Spitze, und eigentlich hatte ich einen größeren Rückstand erwartet", gab sich Uli Pfuhlmann zufrieden. Der Name Pfuhlmann wird aber möglicherweise weiterhin bei den Spitzenplätzen zu lesen sein, denn auch Felix Pfuhlmann, der Sohn von Matthias, machte mit 44:48 und dem zehnten Platz von sich reden.
Erstaunlich aber auch die Leistungen der Senioren Ü70, die sich auch auf diese Strecke wagten. Dies gilt vor allem für Berthold Wolf von der TS Lichtenfels mit 1:11:22 Stunden und Heinrich Rambacher (TV Zeil) mit 1:16:37 sowie den ältesten Teilnehmer, den 83-jährigen Alfred Zach (TS Lichtenfels), der nach 1:33:28 die Ziellinie überquerte.


Strecke begeistert die Teilnehmer

Die Sportler waren nach kurzer Erholungspause begeistert. Siegerin Ursula Schürle schwärmte: "Mir hat dieser Lauf großen Spaß bereitet, denn es ist eine wohltuende Abwechslung zu den üblichen Stadtläufen. Wenn man den Aufstieg gepackt hat, erlebt man Landschaft pur. Auch die vielen Verpflegungsstationen erlebt man in der Weise nicht überall." Christian Schneidawind meinte, dass die Temperaturen nicht dazu geeignet waren, eine schnelle Zeit zu laufen. (Die Bestzeit liegt bei 35:36 Minunten, die der Ukrainer Andrej Naumov im Jahre 2002 gelaufen ist). "Aber der Lauf war hervorragend organisiert, und die Strecke durch die herbstliche Landschaft und die Weinberge bereitete uns allen Spaß. Außerdem machen wir dies ja alle freiwillig." Sieger Hans Appel beeindruckten schon die drei Aufstiege. "Aber danach kann man sich auf der Höhe auch kurz ausruhen und den Blick auf die Landschaft genießen."
Organisator Hubert Karl sprach von dem schönsten Abt-Degen-Lauf in den 22 Jahren: "Das Wetter war hervorragend, die Stimmung unter den Läufern und Zuschauern war top, und beim Ablauf am Marktplatz und der Begegnung mit den Wanderern auf der Strecke spürte ich einen Aufwärtstrend." Er habe sich auch gefreut, dass er zahlreiche Teilnehmer aus den Laufkursen zum Mitmachen überreden konnte.