Elfmeterschießen, da waren sich beide Trainer einig, ist immer eine Glückssache. Und weil am Ende die Spieler des FC Reichenbach diese Glückssache für sich entschieden, war natürlich großer Jubel bei Spielertrainer Marc Hartmann und Co. angesagt. Auf der anderen Seite ließen ihre Kontrahenten des FSV Krum ebenso wie Trainer Thomas Mahr verständlicherweise ihre Köpfe hängen, denn erneut ist der Aufstiegstraum geplatzt.

Dabei sah es lange danach aus, als ob sich die Krumer nach dem knappen 1:0-Hinspielerfolg wenigstens ein Unentschieden, das zum Weiterkommen gereicht hätte, erspielen können. Zumindest in den ersten 45 Minuten der fairen Begegnung sahen die 600 Zuschauer nicht wirklich gefährliche Situationen, die die Abwehrreihen sowie die beiden Torhüter Matthias Oppermann (Krum) und Mario Mölter in große Verlegenheit gebracht hätten. Nach dem Seitenwechsel aber kam mehr Schwung in die Begegnung, die kämpferisch durchaus zu gefallen wusste. "Es ist noch lange nichts verloren", gab Hartmann seiner Mannschaft in der Pause mit auf dem Weg in die zweite Hälfte.

Dürrbeck an die Latte

Doch beinahe wäre nach gut einer Stunde fast alles verloren gewesen: Nach einem Laufduell mit seinem Gegenspieler Christian Pickel lupfte Fabian Dürrbeck den Ball aus 20 Metern gefühlvoll über den zu weit vor seinem Gehäuse stehenden Mölter und beförderte ihn an die Querlatte (61.). Doch die Gäste aus der Rhön ließen sich nicht beirren und suchten weiter ihre Chance - mit Erfolg: Fast aus dem Nichts zog Pascal Reininger eine Viertelstunde später ab und hämmerte das Leder zum 0:1 in den Krumer Kasten (76.). Der Jubel der zahlreichen Reichenbacher Schlachtenbummler war noch nicht ganz verstummt, da hätte der Torschütze erneut zuschlagen können, als er mutterseelenallein vor Matthias Oppermann war und den Ball mustergültig serviert bekam. Sein Volleyschuss ging aber über das FSV-Tor (78.).

Die größte Möglichkeit, die Partie doch noch in der regulären Spielzeit zu beenden, vergab ausgerechnet Hinspieltorschütze Thomas Durst fünf Minuten vor dem Abpfiff. Er schoss völlig unbedrängt aus wenigen Metern knapp vorbei (86.).
Und noch einmal meinte es das Glück nicht gut mit den Hausherren, als Fabian Dürrbeck bereits in der zweiten Halbzeit der Verlängerung nach einer schönen flachen Hereingabe direkt abzog und der Ball zum zweiten Mal an den Querbalken krachte (117.).

Der Reichenbacher Torwart hält zwei Strafstöße

Weil anschließend nichts mehr passierte, kamen die Zuschauer in den Genuss des Elfmeterschießens. Während alle vier Reichenbacher Schützen abgebrüht verwandelten, zeigten Max Witchen und Thomas Durst Nerven. Ihre Strafstöße waren sichere Beute von FCR-Schlussmann Mario Mölter. "So auszuscheiden ist sicherlich bitter", machte Thomas Mahr aus seiner Enttäuschung keinen Hehl.

Der 42-Jährige räumte auf der anderen Seite ein, dass er mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden war. "Unser Zweikampfverhalten war heute eigentlich miserabel", sagte er, da sei es fast schon eine logische Folge, das torlose Unentschieden nicht über 90 Minuten halten zu können. "Es geht, denke ich, sogar in Ordnung, dass Reichenbach den Rückstand aufgeholt hat. Wir haben unsere Chancen nicht verwertet und einfach zu schlecht gespielt. Jetzt geht's in der kommenden Saison halt wieder in der Kreisliga. Das müssen wir so hinnehmen."

Mahrs Kollege Marc Hartmann nahm die Glückwünsche für den Sieg natürlich gerne an. Doch auch er gab zu, dass es auch anderes herum hätte ausgehen können, wenn der Lattenschuss von Fabian Dürrbeck kurz vor Schluss ins Tor gegangen wäre. Sein Fazit: "Spielerisch war es sicher kein Zuckerschlecken, aber ich denke, wir haben es uns heute verdient, so wie wir aufgetreten sind", lobte der 33-Jährige und fügte hinzu: "Die Einstellung hat gepasst."