Rundum zufrieden ist Tobias Burger derzeit nicht. Was natürlich nichts mit der letzten Saison zu tun hat, die der FSV Krum mit dem besten Ergebnis der Vereinsgeschichte - 47 Punkte und Platz 5 in der Bezirksliga - abschloss. Der Trainer blickt aufgrund der Vorbereitung eher mit gemischten Gefühlen auf die anstehende Saison 2018/2019.

Auf die Frage, wie er mit den zurückliegenden fünf Wochen zufrieden war, antwortet er nur: "Wenn zwei Wochen vor dem Saisonstart gegen den absoluten Meisterschaftsfavoriten TSV Gochsheim acht meiner Spieler für fünf Tage nach Mallorca fliegen, so dass ich beim Testspiel gegen Lisberg selbst 20 Minuten spielen muss, dann erübrigt sich meiner Meinung nach die Frage, wie ich zufrieden bin." Es werde jedenfalls "sehr schwer", den Vorjahreserfolg zu bestätigen. "Wir werden meiner Meinung nach nun ein Stück weit auch anders wahrgenommen", glaubt der Coach, dass sich die zumeist guten Auftritte in der Vergangenheit bei den Konkurrenten schon eingeprägt haben. Das Schwerste", fügt er hinzu, "ist es nicht immer, Ergebnisse zu übertreffen, sondern diese zu bestätigen. Aber genau das muss unser Ziel sein."

Tobias Burger, der mittlerweile seine DFB-A-Lizenz in der Tasche hat, will das Abschneiden folglich nicht nur vom Tabellenplatz abhängig machen. Ihm ist "die Art und Weise" wichtig, wie sich seine Mannschaft in den Begegnungen präsentiert. Besonders wie sich die jungen Neuzugänge einfügen oder wie flexibel die Mannschaft taktisch sein kann. "Vor allem müssen sich meine Spieler auch mal über den Kampf in ein Spiel beißen können", betont er. Da Gleichstand mit Rückschritt gleichzusetzen ist, hofft er freilich auf Verbesserungen. "Wir dürfen beispielsweise keine solchen Leistungen mehr abliefern, wie etwa gegen den FC Geesdorf", erinnert er an die blamable 5:1-Klatsche im Spitzenspiel beim Tabellenführer, als der FSV sogar auf Platz 2 stand und dann "sang- und klanglos" unterging. "In solchen Situation müssen wir einfach cleverer und abgezockter sein." Für ihn "und auch für die Mannschaft" ist es zudem wichtig, auf dem Platz wie bisher taktisch diszipliniert zu arbeiten. "Nicht nur das Umschalten nach Ballgewinn, sprich der Konter, muss Spaß machen. Vor allem das unbequeme Umschalten nach Ballverlust ist extrem wichtig", betont er und liefert im selben Atemzug die Begründung für seine Einschätzung: "Der Weg nach hinten oder das situative Nachsetzen tut schließlich weh. Dieser Weg bringt meist nicht den Ruhm, als Torschütze in der Zeitung stehen zu dürfen, er ist aber für den Mannschaftserfolg unabdingbar."


Neues Personal für den FSV

Die personelle Situation hat sich nach den Abgängen der Witchen-Brüder Max (zum FC Sand) und Thomas (FC Haßfurt), Felix Glöckner (Spielertrainer TSV Obertheres/DJK Dampfach II) sowie Schlussmann Stefan Klemm (FC Sand) sowie den jungen Neuzugängen Fabian Schmitt (FC Neubrunn), Fabian Schütz (Eintracht Bamberg), Bastian Bogensberger (Eintracht Bamberg), Joshua Stiltner (FC Neubrunn, zuletzt inaktiv), Lorenz Söldner und Bryan Weiß (beide SG Eltmann) verändert. "Der Verlust einiger Spieler tut uns natürlich sehr weh. Nicht nur fußballerisch, sondern auch charakterlich und menschlich", bedauert Tobias Burger einerseits. Gleichzeitig sieht er jedoch die Chance auf Veränderung, nicht nur personell, sondern auch in der Spielweise, da die Spielertypen Formation und System bestimmen werden. "Zudem haben wir einige junge Spieler bekommen, die sich beweisen wollen. Auch können sich Spieler, die zuletzt etwa im Hintergrund standen, nach vorne drängen und ein Stück weit Verantwortung übernehmen - nicht nur fußballerisch, sondern auch außerhalb des Platzes oder im Trainingsbetrieb."
Der 35-jährige Soldat wäre hochzufrieden, wenn nach den Auftaktpartien - zum Saisonstart gastiert Krum in Gochsheim und empfängt dann bei zwei Heimspielen in Folge die SV-DJK Unterspiesheim sowie den TSV/DJK Wiesentheid - zwischen fünf und sieben Punkte auf dem Guthabenkonto wären. Insgesamt "gibt es keine Zielvorgabe". Nur soviel: Der Start ist schon "brutal schwer" und die Mannschaft müsse wohl immer ans Limit gehen, um zu bestehen. In jeder Partie, schließlich gehe es um die Bezirksliga. "Bis auf Andre Stößlein hat noch keiner meiner Spieler höher gespielt. Wir holen keine Spieler mit einigem "Aufwand" von oben nach unten, sondern geben ehrgeizigen Spielern die Chance auf Bezirksliga." Dies sei "das Konzept des FSV Krum" und deswegen sind sich die Spieler sicher bewusst, dass sie sich "permanent am Limit" bewegen müssen, um zu bestehen.