Freude auf der einen Seite, Enttäuschung auf der anderen: Florian Just feierte beim vierten DRM-Lauf bei der Rallye Stemweder Berg den zweiten Platz, sein Bruder Tobias schied wegen eines Unfalls aus. An zwei Tagen bestritten die Piloten auf rund 160 Prüfungskilometern ein Bestzeitrennen um jede Zehntelsekunde. Die Austragungsorte der diesjährigen Auflage waren 14 unterschiedliche, selektive Streckenabschnitte über schmale Feld- bis hin zu breiten Kreisstraßen. Bei bestem Rallyewetter starteten 69 Teams bei der Rallye Stemweder Berg, wovon lediglich 41 Teams das Ziel erreichten.


Probleme mit der Elektronik

Der ersten Renntag begann mit vier Wertungsprüfungen über knapp 37 km. Der Citroen C2R2max von Florian Just hatte beim vergangenen Lauf in Sachsen Probleme mit der Motorelektronik. Das Ersatzteil lieferte Citroen Racing aus Frankreich nicht rechtzeitig, weshalb die Just-Brüder ein Leihgerät von einem anderen Team erst bei der Rallye vor Ort verbauten. Das Team Florian Just/Marco Schönfelder startete verhalten in die Rallye und fuhr nach vier Prüfungen nur auf Platz 5 in der Division.
Am nächsten Morgen begannen die beiden mit einer Top 3 Zeit deutlich besser und schoben sich an Olaf Müller im Opel Adam R2 vorbei auf Platz 4. "Wir haben die vier Wertungsprüfungen am Vormittag für einen ersten Angriff genutzt, waren aber dennoch nicht zufrieden. Der Motor hatte deutlich weniger Leistung, was an der hohen Laufleistung von über 1800 Kilometern liegt", sagte Florian Just. Mit neuen und härteren Reifen griff das Team erneut an und fuhr auf WP 9 Bestzeit in der Division 5. Durch zwei Ausfälle schoben sich Just/Schönfelder auf Platz 2 vor und hatten für die verbleibenden fünf Wertungsprüfungen einen komfortablen Vorsprung von über 3 Minuten auf den Nächstplatzierten. Erneute Elektronikprobleme am Rallyeauto des 25-Jährigen auf ließen den Vorsprung aber schnell schmelzen. Im Ziel standen die beiden dennoch auf Platz 2 ihrer Division.


Rollsplit bedeutet das Ende

Tobias Just und Sabrina Türk reisten mit ihrem kürzlich eingefahrenen Divisionssieg hochmotiviert zur Rallye Stemweder Berg und starteten gut. Nach den ersten zwei Prüfungen führte das Team die Division bereits mit fast 20 Sekunden Vorsprung an und baute diesen um weitere 10 Sekunden auf. Nach vier WPs stand das Team in den Top 10 der Gesamtwertung, umringt von turboaufgeladenen Allrad-Boliden mit über 250 PS - das sind etwa 60PS mehr als der Citroen C2R2max.
Trotz einer schlechten Reifenwahl konnte das Team am zweiten Wettkampftag den Vorsprung zuerst halten und mit den härteren Reifen im Anschluss auf fast 50 Sekunden ausbauen.
Auf den verbleibenden sechs Wertungsprüfungen mussten Just/Türk nur noch verwalten, ein Angriff schien ausgeschlossen. Bei der neunten Wertungsprüfung unterlief dem Team jedoch ein Fahrfehler. In einer Kurvenkombination wurde erst Anfang der Woche eine neue Asphaltschicht aufgetragen und mit Rollsplit überzogen. Der Citroen rutschte bereits am Scheitelpunkt der Kurve weit nach außen in eine Wiese und traf vorne rechts einen kleinen Wasserdurchlass. "Wir haben uns den Rollsplit im Aufschrieb notiert. Ich war mir sicher, dass eine saubere Fahrspur durch die Vorausfahrenden entsteht. Das haben wir unterschätzt", sagte Tobias Just nach dem Unfall. Durch eine gebrochene Spurstange konnte das Team die Fahrt nicht fortsetzen. red