Besser hätte das neue Jahr für den FC Sand in der Bayernliga gar nicht beginnen können: Mit 2:1 haben sich die Korbmacher beim favorisierten Würzburger FV durchgesetzt und in der Tabelle das rettende Ufer erreicht. In der Nachspielzeit markierte Thorsten Schlereth das entscheidende Tor. Danach brachen bei den Gästen alle Dämme. Im positiven Sinn.

Trotzdem richtet sich der Blick beim FC Sand bereits auf die kommende Aufgabe am Samstag in Forchheim. "Es ist natürlich toll, das Jahr mit einem Sieg begonnen zu haben. Dieser bringt uns aber nichts, wenn wir gegen Forchheim nicht nachlegen", sagte Johannes Bechmann. Würzburger FV - FC Sand 1:2 Bastian Wagner wollte mit ihm jubeln, wurde aber wie von einer Flutwelle davongerissen. Mit freiem Oberkörper rannte Thorsten Schlereth nach seinem 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit über das Feld, wedelte mit dem Trikot und schrie sich vor Freude die Seele aus dem Leib. Nichts konnte den 36-Jährigen mehr stoppen. Auch nicht sein Mitspieler.

Dass der FC Sand den Platz als Sieger verlassen würde, hätte zehn Minuten vor dieser Szene wohl niemand vermutet. Zu diesem Zeitpunkt führte der WFV noch mit 1:0. Doch die zweite Halbzeit und insbesondere deren Schlussphase gehörten einzig und allein den Sandern. Von daher ist das Spiel bis zur 83. Minute schnell erzählt: Während der Aufstiegsanwärter seiner Favoritenrolle gerecht werden wollte, standen die Sander zunächst neben sich, fanden nicht in die Zweikämpfe und strahlten offensiv keine Gefahr aus. Anders der WFV: Cristian Alexandru Dan wuselte sich irgendwie durch und markierte nach zwölf Minuten das 1:0. Die Gastgeber hätten nachlegen müssen, fanden mehrmals aber ihren Meister in FC-Keeper Markus Geier.

In der zweiten Halbzeit sollte sich das Geschehen komplett anders darstellen. FC-Coach Dieter Schlereth brachte mit Fabian Röder einen zweiten offensiven Mittelfeldspieler, das tat dem Sander Spieler sichtbar gut.

Danny Schlereth verpasste eine scharfe Hereingabe (47.), Adrian Reith zog am linken Pfosten vorbei (49.), Röder versuchte es aus der Distanz (57.). Chancen hatte jetzt nur Sand. Der Ausgleich lag zwar in der Luft, er wollte vorerst aber nicht fallen. Bis zur 83. Minute: Aus 13 Metern zog Rugovaj ab und traf in den Winkel zum 1:1. Sand liebäugelte nun mit dem spielentscheidenden Treffer - und wurde in der ersten Minute der Nachspielzeit belohnt: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß tankte sich Christian Gonnert auf dem rechten Flügel durch, seine Hereingabe verpasste in der Mitte zwar Philipp Markof, dahinter lauerte aber der einschussbereite Thorsten Schlereth. Er nahm Maß und jagte den Ball per Vollspann in den Winkel. Der Rest ging im Jubel unter. FC Sand: Geier - Bechmann, D. Schlereth, Karmann, Witchen, Rippstein (46. Röder), Reith (72. Gonnert), Steinmann (81. Markof), T. Schlereth, Schmitt, Rugovaj. Tore: 1:0 Cristian Alexandru Dan (12.), 1:1 Shaban Rugovaj (83.), 1:2 Thorsten Schlereth (90.). Zuschauer: 380. Schiedsrichter: T homas Ehrnsperger (Rieden)