Derby ist Derby. Da spielt es vor allem für die Fans keine Rolle, ob es sich um ein Pflichtspiel oder "nur" eine Vorbereitungspartie handelt. Dementsprechend gut gelaunt verließen am späten Freitagabend die etwa 170 mitgereisten Haßfurter Fans den Schweinfurter Icedome - zwei Wochen nach dem 8:3-Erfolg im Hinspiel in der Kreisstadt feierten die Hawks erneut einen Derbysieg. ERV Schweinfurt - ESC Haßfurt 1:6

(1:2, 0:1, 0:3) Gleich mit 6:1 behielt der Landesligist im "Wohnzimmer" der Mighty Dogs die Oberhand. "Mich freut einfach, dass wir mit vier Reihen die harte Arbeit über drei Drittel durchgezogen haben", urteilte ESC-Trainer Martin Reichert nach der Schlusssirene und stellte damit gleichzeitig klar, dass es trotz der nicht zu erwartenden Höhe des Erfolges alles andere als ein Spaziergang war. Seiner Meinung nach war "richtig harte Arbeit" notwendig. "Dass wir nebenbei auch einige Tore erzielt und das Spiel gewonnen haben, ist superschön", meinte der Sylbacher.

Schnelle Führung für Schweinfurt

Doch es hätte auch anders laufen können, schließlich hatte die Mannschaft seines Kollegen Zdenek Vanc nach einem Blitzstart - Patrik Rypar erzielte bereits nach 25 Sekunden im Nachschuss die 1:0-Führung - viele weitere Möglichkeiten, um das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Wie gut für seine Vorderleute, dass sich ein Haßfurter wieder einmal als wahre Wand erwies: "Hexer" Martin Hildenbrand, der des Öfteren Kopf und Kragen riskierte, um seinen Kasten sauber zu halten. Und mitten in der Drangperiode der Hausherren erzielte ausgerechnet der Haßfurter Youngster, der erst 17-jährige Lukas Kratschmer, seinen ersten Treffer für die Hawks. Gesehen hat diesen zwar keiner der offiziell 606 Zuschauer im Stadion so genau, denn vor dem Gehäuse der Mighty Dogs herrschte dichtes Gedränge.

Als dann Hauptschiedsrichter Marius Voigt nach einer längeren Diskussion mit beiden Teams auf Tor entschied, war der Jubel im Gästefanblock groß. Scheinbar hat Schweinfurts Schlussmann Ferdinand Dürr beim Fallen ins eigene Tor die Scheibe in seiner Fanghand selbst hinter die Linie bugsiert. Sei es wie es will: Dieses 1:1 war der Startschuss für zunehmende Präsenz der Hawks, die dank eines von Jan Trübenekr abgeschlossenen Lehrbuchangriffes kurz darauf mit 1:2 in Führung (15.) und gleichzeitig in die erste Drittelpause gingen.

Hart umkämpft und spannend ging es auch im zweiten Abschnitt weiter, in dem einzig Jakub Sramek, und das in Unterzahl, mit einer tollen Einzelleistung erfolgreich war (29.). Dagegen dominierte der Landesligist, für den mittlerweile der ebenso starke Timo Jung zwischen den Pfosten stand, die letzten 20 Minuten ohne Wenn und Aber. Erst erhöhte Sramek auf 4:1 (46.), ehe erneut Lukas Kratschmer ins Schwarze traf (46.). Den Schlusspunkt setzte bereits zehn Minuten vor der Schlusssirene der unter der Woche zur Mannschaft gestoßene Michal Babkovic. Der Slowake, der zuvor schon mit einigen guten Anläufen scheiterte, machte mit dem 6:1 (51.) gleichzeitig das halbe Duzend voll.

"Wir haben 60 Minuten unser Spiel gemacht. Wir haben 60 Minuten gekämpft und mit der Zeit immer weniger zugelassen. Wir waren, ausgenommen von den ersten Minuten, letztlich sehr gut dabei", lautete das Schlussfazit eines sehr zufriedenen Martin Reichert.

ESC Haßfurt: Martin Hildenbrand, Jung - Hora, Thebus, Stahl, Max Hildenbrand, Marco Hildenbrand, Ankenbrand, Marx - Kurz, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Sramek, Hümmer, Dietrich, Stach, Zösch, Kratschmer, Breyer / SR: Voigt - Bösl, Mackert / Zuschauer: 606 (170 aus Haßfurt) / Tore: 1:0 (1.) Rypar, 1:1 (12.) Kratschmer (Stach), 1:2 (15.) Trübenekr (Hora, Sramek),1:3 (29.) Sramek 5-4, 1:4 (46.) Sramek (Trübenekr, Hora), 1:5 (46.) Kratschmer (Stach, Dietrich), 1:6 (51.) Babkovic (Breyer) / Strafzeiten: Schweinfurt 24 / Haßfurt 22