Dabei hatten die Haßfurter die Partie bereits nach dem ersten Drittel so gut wie verloren. Ohne die gesperrten oder verhinderten Spieler Marcel Schorr, Eugen Nold, Philipp Bates und Stefan Ankenbrand fuhr der ESC ins Schwabenland und kam aufgrund von wetterbedingten Verkehrsbehinderungen erst zehn Minuten vor dem geplanten Spielbeginn im über 300 Kilometer entfernten Buchloe an. Mit an Bord waren dafür wieder Pavel Weiß und Frederic Rambacher, auf Jan Michalek, der ein Comeback versuchen wollte, musste ESC-Trainer Doug Kacharvich aber weiterhin verzichten.

"Es lief für uns natürlich von Anfang an nicht ganz optimal, so musste ich meine Spieler schon nach 30 Minuten Umzieh- und Vorbereitungszeit fast unaufgewärmt aufs Eis schicken", bedauerte der Coach den gezwungenermaßen überhasteten Spielbeginn.

Der Gastgeber geht schnell mit 2:0 nach vorne

Dass seine Spieler auch gedanklich noch nicht auf dem Eis waren, sollte sich keine zwei Minuten später zeigen. Gleich zwei Zeitstrafen für die "Hawks" in den Anfangsminuten stellten die Weichen auf Heimsieg. Zoltan Revak nach 20 Sekunden und Deniz Friedberger (2.) brachten ihr Team in Unterzahl und die Buchloer Offensive in Torlaune. Auf Zuspiel von Andreas Widmann besorgte Patrick Weigant das 1:0 in doppelter Überzahl, Sven Curmann legte noch während der 5:4-Überzahl nach (2.). Haßfurts Torwart Maximilian Müller war bei den beiden Gegentoren machtlos, hatte sich sein Debüt aber sicherlich anders vorgestellt.

Der ESC erholt sich nicht

"Das war natürlich ein katastrophaler Start für uns", wusste der Trainer den frühen Rückstand zu bewerten, "davon erholt man sich nicht so schnell." Die Gastgeber, die mit beinahe doppelt so vielen Spielern in die Partie gingen wie ihr Gegner, spielten ihre Vorteile gekonnt aus. "Buchloe hatte mit vier Reihen natürlich alle Möglichkeiten im Spiel, wir hatten gerade einmal zwei Reihen zu bieten, und darunter waren sogar noch zwei Jugendspieler", gab Kacharvich zu bedenken.

Dazu kamen noch die überragende Einzelspieler der Hausherren: Sven Curmann, Daniel Huhn, Tobias Riefler und die Gebrüder Patrick und Marc Weigant waren an allen zehn Treffern beteiligt. Letzterer erzielte auf Zuspiel seines Bruders Patrick das 3:0 (11.), Riefler machte vier daraus, und in der Schlussminute des ersten Drittels schraubte Huhn den Spielstand sogar auf 5:0 (19.). Dann war Feierabend für Müller, und Martin Hildenbrand ging ins Haßfurter Tor.

Immerhin: Im zweiten Drittel beruhigte sich die Partie leicht. Dass mit zwei Reihen ein Überraschungscoup wie gegen Lindau nicht wiederholbar sein würde, war mittlerweile klar. Im mittleren Spielabschnitt kassierte zudem Patrick Märkl wegen eines Stockschlags eine Spieldauerstrafe. Die "Pirats" hingegen trafen munter weiter, nach Vorarbeit von Christopher Lerchner machte Riefler das halbe Dutzend voll (23.), P. Weigant (38.) traf zum 7:0.

Zeitstrafen tun weh

Während die ESCler im letzten Spielabschnitt an der insgesamt dritten Zeitstrafe für Deniz Friedberger und zweimal zwei Strafminuten für Frederic Rambacher zu knabbern hatten, gestalteten Curmann, P. Weigant und Strobel den Endstand zweistellig (47., 52., 59.).

Trotz des klaren Ergebnisses machte Doug Kacharvich seinen Mannen keinen Vorwurf. "Mein Team hat wie immer gekämpft und trotz der früh drohenden Niederlage alles gegeben. Es war eine Partie, die uns unglaublich viel Kraft gekostet hat. Solche Spielen gehen sehr an die Substanz. Heute war für uns hier verdientermaßen nichts zu holen", sagte er.