Doch auch wenn beim zweiten Aufeinandertreffen der Saison am Freitag (19.30 Uhr) das altbewährte Motto "Derbys haben ihre eigenen Gesetze" gilt, gehen die Gäste aus Schweinfurt diesmal als klarer Favorit ins Rennen. Immerhin stand die Mannschaft von Trainer Stephen Heckenberger bereits vor dem Hinspiel Ende Oktober 2014 nach vier Siegen in den bis dahin vier absolvierten Partien mit blütenweißer Weste in der Spitzengruppe und darf nach nunmehr 16 Partien und 39 Punkten im Gegensatz zu den "Hawks" weiter von der Meisterschaft und dem Bayernligaaufstieg träumen. Lediglich drei Mal verließen die Schweinfurter in dieser Saison als Verlierer das Eis. Darunter war ausgerechnet die bittere Heimpleite gegen die Haßfurter.

"Natürlich war die Niederlage gegen uns nicht eingeplant und sehr bitter, vor allem für die Fans", blickt Haßfurts Sportlicher Leiter Martin Reichert auf den knappen 3:2-Penaltysieg im "Icedome" zurück. "Und natürlich wollen sie sich jetzt im Rückspiel revanchieren", fügt er hinzu. Die Chancen dafür stehen zumindest auf dem Papier nicht schlecht, schließlich haben die "Mighy Dogs" einen für die Landesliga qualitativ hochwertigen Kader zur Verfügung, der durch die Rückkehr des vor Saisonbeginn zum Bayernligisten Höchstadter EC abgewanderten Publikumslieblings Alex Funk nochmals deutlich aufgewertet wurde.

"Als Einheit bestehen"

"Sie sind auf allen Positionen sehr gut besetzt und an einem guten Tag in der Lage, alle Gegner der Liga zu schlagen", verweist ESC-Trainer Lubos Thür auf Schweinfurter Siege beim ERSC Amberg, in Passau, in Dingolfing oder gegen den EV Pegnitz und Dingolfing. "Ich hoffe, sie haben am Freitag nicht den allerbesten Tag und wir einen sehr guten." Doch trotz der Vorzeichen glaubt Thür an seine Mannschaft, in der Rückkehrer David Franek bereits bei der deutlichen 2:7-Schlappe gegen Bad Kissingen erste Duftmarken setzte. "Wir können nur als Einheit bestehen und dann, wenn Jeder für Jeden kämpft", lautet für den 48-Jährigen das einfache Rezept, um den Gästen möglichst lange und möglichst erfolgreich Paroli zu bieten.

Neben den mittlerweile operierten Florian Ziegler und Sascha Petrojannis (jeweils Schulterverletzungen) wird auch der Ex-Schweinfurter Fabian Elbl aufgrund seiner Schulterprobleme auf ausdrückliches Anraten seines Arztes gegen seine alten Teamkollegen fehlen. Dass die restliche Mannschaft "mit 100 Prozent Kampf und Einsatz" versuchen wird, den bei den Fans beliebten inoffiziellen Titel "Nummer 1 am Main" mit dem zweiten Derbyerfolg zu verteidigen, ist laut Lubos Thür "selbstverständlich".

Reichert: Müssen gegen andere Gegner punkten

"Schweinfurt hat ganz andere Ziele als wir vor Augen. Wir müssen vor allem gegen die direkten Konkurrenten punkten, um am Ende mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben", ergänzt Martin Reichert und verweist auf die "für uns enorm wichtigen" Begegnungen gegen Regen (9. Januar), Selb 1b (30. Januar) und Inzell (8. Februar) sowie in Regensburg (23. Januar), Freising (1. Februar) und in Regen (14. Februar). "Punkte gegen die restlichen Ligakonkurrenten sind für uns entscheidend. Ein weiterer Derbysieg wäre dahingehend natürlich eine schöne Zugabe."