Disziplinarstrafe gegen Eugen Nold, Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Beppi Eckmair, unfreiwilliger Krankenhausbesuch von Philipp Mauder und - was natürlich am bittersten ist - eine haushohe 2:9 (0:3, 0:3, 1:2)-Niederlage: Die Partie des ESC Haßfurt in der Abstiegsrunde der Eishockey-Bayernliga beim EC Pfaffenhofen war der sprichwörtliche Schuss in den Ofen.

17 Haßfurter Spieler standen im Aufgebot

Die Vorzeichen für einen spannenden Eishockeyabend standen derweil so gut wie noch nie bei einem Auswärtsspiel der "Hawks" in dieser Saison, denn erstmals traten 17 Spieler die Fahrt mit an. Aufgrund der tollen Leistung beim 6:5-Erfolg über Buchloe waren auch die über 40 mitgereisten Schlachtenbummler guter Dinge, dass die "Hawks" erfolgreich nachlegen. Doch es kam letztlich alles ganz anders.

"Leider war der erste Block ein Totalausfall", wollte Trainer Martin Reichert nichts beschönigen. Sowohl die Verteidiger Pavel Weiß und Dennis Friedberger als auch die drei Angreifer Jan Michalek, Beppi Eckmair und Zoltan Revak waren weit von ihrem tatsächlichen Leistungsvermögen entfernt. Lediglich zehn Minuten hielten sie und die restlichen "Hawks" gut dagegen und erarbeiteten sich durchaus ansehnliche Möglichkeiten. Innerhalb von sieben Minuten aber brachten Marko Babic (10., 18.) und D. J. Turner (15.) die "Ice Hogs" nach mehreren erfolgreich abgeschlossenen Kontern komfortabel in Führung. "Wir haben die Chancen, und die machen die Tore", verstand Zweiter Vorsitzender Peter Vogel die Welt nicht mehr.

8:0 nach zweitem Drittel

Die Hausherren zogen im zweiten Abschnitt bis auf 8:0 - bei allen Toren stand die erste ESC-Reihe auf dem Eis. Den sechsten bis achten Gegentreffer erlebte Beppi Eckmair indes nicht mehr auf dem Eis, denn wegen eines vermeintlichen Stockstichs wurde der 36-jährige Routinier nach 28 Minuten zum Duschen geschickt. "Der hat eigentlich überhaupt nichts gemacht", ärgerte sich Vogel über die seiner Meinung nach völlig überzogene Hinausstellung.

Doch damit nicht genug: Exakt eine Minute später erhielt Eugen Nold, ebenso wie sein Gegenspieler Fabian Sing, aufgrund einer Rangelei neben vier "normalen" Strafminuten auch noch eine zehnminütige Disziplinarstrafe. "Das war genauso. Die Schiedsrichter im zweiten Drittel, das war einfach wieder der Oberhammer", verwendete Vogel deutliche Worte.

Oertel und Nold sorgen für ein bisschen Ergebnis-Kosmetik

Doch auch sonst nahm er kein Blatt vor den Mund: "Ich verstehe es einfach nicht, wie man innerhalb weniger Tage mit denselben Leuten von supertoll zu sehr miserabel umschwenken kann. Das ist mir echt ein Rätsel", kann der Augsfelder die derzeit zwei völlig unterschädlichen Gesichter der Mannschaft nicht nachvollziehen. Wenigstens verhinderten die "Hawks" eine durchaus mögliche zweistellige Klatsche und ließen im Schlussabschnitt nur noch einen Gegentreffer zu. Für Ergebniskosmetik sorgten andererseits Martin Oertel (42.) und Eugen Nold (53.), die für das 8:1 und 9:2 verantwortlich waren.

Weil der ESV Buchloe zeitgleich auch seine dritte Partie in Germering mit 0:4 verloren hat, stehen die Haßfurter Puckjäger trotz der zweiten Niederlage im dritten Abstiegsrundenspiel vorerst weiterhin auf dem dritten Platz. Der nach einem harten Check zunächst befürchtete Kieferbruch bei Phillip Mauder hat sich bei einer Untersuchung im Krankenhaus "nur" als schwere Prellung herausgestellt.