Fußballer brauchen ein dickes Fell. Besonders, wenn sie von gegnerischen Fans angepöbelt werden. von den gegnerischen Fans angepöbelt wird, "Du siehst aus wie ein 50-Jähriger", schallte es Thorsten Schlereth vor dem Bayernligaspiel gegen den Würzburger FV entgegen. Der 36-Jährige war tatsächlich der älteste Spieler auf dem Platz, lieferte die Antwort dann in Form des Siegtreffers. Spätestens da verstummten die WFV-Fans. Bei Jahn Forchheim soll es für Schlereth und den FC Sand bestenfalls genauso laufen. Anpfiff ist heute um 14 Uhr. Jahn Forchheim - FC Sand Sechs Minuten vor Schluss stand es 1:0 für den Favoriten aus Würzburg. Kaum ein Zuschauer glaubte ernsthaft, dass sich am Spielausgang noch etwas ändern könnte. Als Shaban Rugovaj in der 84. Minute den Ausgleich markierte, drehte sich aber die Stimmung. "Anfeindungen spornen mich erst recht an", sagt Sands Flitzer auf der linken Außenbahn, Thorsten Schlereth. Und so ließ der älteste Sohn von Trainer Dieter Schlereth seine Kritiker neben dem Platz verstummen: Eine Hereingabe von Christopher Gonnert jagte Schlereth mit Vollspann in den Winkel - so schön kann Fußball sein.

Besoffen vor Glück

Schlereths Freude ging mit ihm durch - auf den Siegtreffer in der zweiten Minute der Nachspielt folgte ein oberkörperfreier Jubellauf über das gesamte Spielfeld. Die Teamkollegen rannten wie besoffen vor Glück mit. "Alle Dämme sind in diesem Moment gebrochen, das war ein unheimlich geiles Gefühl", sagt Schlereth. Falls die Korbmacher wirklich am Ende der Saison den Klassenerhalt feiern sollten, werden sie auf dieses Match sicherlich zurückblicken. In acht Minuten einen Rückstand gegen den Viertplatzierten der Bayernliga zu drehen, verleiht Flügel. Doch müssen sie auf dem Boden bleiben, das weiß auch der Held von Würzburg: "Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Forchheim ist zwar auf dem Papier ein leichterer Gegner als Würzburg, doch wir sollten nicht den Fehler machen und sie unterschätzen."

120 Prozent gegen den Abstieg

Damit die Sander ihrem großen Ziel näherkommen, müsse jeder über sich hinauswachsen. "Erst reicht nicht, 100 Prozent zu geben. Um sich durchzusetzen, müssen wir 120 Prozent aus uns herausholen."

Kaum Alkohol, keine Zigaretten

Wie schafft es Thorsten Schlereth, mit 36 Jahren noch solche Spiele wie gegen Würzburg zu bestreiten? "Ich trinke kaum Alkohol und rauche nicht. Außerdem gehe ich zusätzlich ins Fitnessstudio, um meinen Rücken zu stärken", sagt er. "Ich muss aber zugeben, dass meine Kniee aufgrund von Arthrose langsam versagen. Ich spiele oft unter Schmerzen." Daher ist es für Schlereth umso wichtiger, dass ihm sein Bruder Danny als Linksverteidiger ihm den Rücken freihält: "Da Danny längere Wege geht als ich, kann ich mich ab und zu mal fallenlassen und eine ganz kurze Verschnaufpause einlegen. Ohne Danny könnte ich wahrscheinlich nicht mehr spielen."

Auswärtssieg ist Pflicht

Auf die Schlereth-Brüder wird es ankommen. Der Abstiegskampf fängt gerade erst richtig an, auch wenn sich die Sander nach dem erfolgreichen Wochenende wieder auf einem sicheren Nichtabstiegsplatz befinden. Forchheim besitzt fünf Punkte weniger und steht aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. Ein Dreier der Sander wird somit zur Pflicht im Kampf um den Abstieg. Während die Sander mit breiter Brust nach Oberfranken fahren, wartet die Elf von Trainer von Christian Springer auf einen Befreiungsschlag. Vor der Winterpause kassierten die Forchheimer 12 Gegentore in drei Partien. Im Seestadion setzte sich die Springer-Elf allerdings mit 4:2 durch.

FC Sand: Geier, Klemm - Bechmann, Karmann, Flachsenberger, Schlereth D., Witchen, Rippstein, Reith, Steinmann, Schmitt D., Wagner, Gonnert, Moser, Röder, Markof, Rugovaj