Es geht vielmehr um den Spielort, denn die eigentliche Auswärtsbegegnung findet nicht bei den Oberfranken statt, sondern vor heimischer Kulisse. Die ebenso wichtige Partie gegen den EC Bad Tölz 1b (2./12) zwei Tage später war von vornherein in Haßfurt geplant.
"Natürlich ist es aber besser für uns, als umgekehrt", ergänzt Thür, der das "Angebot" für eine Spielortverlegung von Selb in die Kreisstadt aus terminlichen Gründen bereits bei der Terminierung der Landesliga-Abstiegsrunde kurz vor Weihnachten gerne annahm. Ob das Auswärtsspiel im heimischen Stadion allerdings auch aus sportlicher Sicht ein Vorteil ist, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Die "Hawks" könnten - falls gleichzeitig Nürnberg bei der SG Schliersee/Miesbach gewinnt - in der Tabelle bis auf Rang 4 und somit auf einen Nichtabstiegsplatz vorrücken. "Diese Aussicht ist natürlich Motivation genug. Aber wir wollen das Spiel nicht nur deshalb gewinnen. Wir wollen uns vor allem weiteres Selbstvertrauen holen, um auch in den folgenden Partien zu punkten", spekuliert Lubos Thür darauf, das Feld jetzt von hinten aufzurollen.
Da die Gäste um Trainer Sascha Grögor in ihren fünf Partien auch erst zweimal - und das jeweils zu Hause - die Oberhand behielten (7:6 gegen Nürnberg, 5:2 gegen Bad Tölz), auswärts jedoch drei Mal den Kürzeren zogen (1:3 in Bayreuth, 1:9 in Tölz, 2:5 in Schliersee), ist Thür "sehr optimistisch. Wir haben dem Druck gegen Bayreuth trotz Schwierigkeiten standgehalten und wollen gegen Selb jetzt unbedingt nachlegen", sagt er und erinnert an den deutlichen 11:2-Erfolg in der Vorrunde.


Revanchegelüste

Und ganz nach dem Motto "aller guten Dinge sind drei" streben er und seine Mannschaft zwei Tage später im dann richtigen Heimspiel gegen Bad Tölz 1b den zweiten Wochenend-Sieg an. Dass mit den Isarwinklern nicht zu spaßen ist, erfuhren die Kreisstädter jedoch beim Abstiegsrundenauftakt, als sie nach einer 5:8-Niederlage ohne Punkte die Heimreise antreten mussten. Dass soll am Sonntagabend freilich anders werden. "Wir sind vor allem hochmotiviert", betont Lubos Thür.
Ihm ist bewusst, dass die Gäste bereits zwölf Punkte geholt, dafür jedoch schon sechs Spiele absolviert haben. Der ESC-Trainer räumt ein, dass es gegen die "Löwen" nicht nur um den wichtigen Erfolg geht, der die völlig misslungene Auftaktphase mit drei Niederlagen in Folge wieder geraderücken könnte. "Es geht natürlich auch ein Stück weit um Revanche. Doch im Fokus steht die Tabelle. Wir könnten unsere Situation weiter verbessern. Das ist das Hauptziel."
Der zuletzt fehlende Frederic Rambacher steht nach Leistenproblemen aller Voraussicht wieder zur Verfügung. Da alle anderen "Hawks" ebenfalls einsatzbereit sein dürften, steht einer erfolgreichen Aufholjagd nichts im Wege.
ESC Haßfurt: Martin Hildenbrand, Platten - Köder, Stahl, Bates, Max Hildenbrand, Marco Hildenbrand, Ankenbrand, Rambacher, Vollert - Kurz, Dietrich, Kinereisch, Franek, Lang, Wildenauer, Zänglein, Stach, Kovacic (?), Slivka (?)