Im vergangenen Jahr hat der Deutsche Judo-Bund seine Qualifikationskriterien für die deutschen Einzelmeisterschaften überarbeitet und eines von drei Ranglistenturnieren aus dem Terminplan gestrichen. Bei nun noch zwei verbleibenden Qualifikationsturnieren ist die direkte Qualifikation für die "Deutsche" nicht unbedingt einfacher geworden. Noch mehr leistungsstarke Judoka tummeln sich seitdem in Hannover und Bottrop, um die begehrten Tickets zu ergattern.
Für die Topathleten stand das Ranglistenturnier in Bottrop auf dem Terminplan. In Hannover, beim ersten Ranglistenturnier des Jahres gab es für die Eltmanner Judoka mit einem siebten Platz für Rainer Nöth bereits ein gutes Ergebnis. In Bottrop schlugen sich die drei Eltmanner starter beachtlich, David Riedl gewann sogar in seiner Klasse.

Pia Brenneisen freut sich über den dritten Platz


In der Gewichtsklasse bis 52 Kilo der Damen standen sich 14 Judoka gegenüber, unter ihnen die in der Bundesliga für Eltmann startende Pia Brenneisen. Das "Küken" auf Eltmanner Seite ging bei ihrer ersten Ranglistenturnierteilnahme furios zu Werke und stand bereits nach knapp einer Minute Kampfzeit gegen Marina Möhner aus Nordrhein-Westfalen als Siegerin fest. Gegen die topgesetzte spätere Siegerin Julia Rotthof unterlag sie, in die Trostrunde allerdings trumpfte Pia Brenneisen wieder auf. Eileen Göbel aus Speyer und Charlotte Traus aus Brandenburg schlug sie ebenso wie Elisabeth Speckbacher aus Bayern. Letzteren Kampf gewann sie mit einer fulminanten O Soto Gari, einer großen Außensichel, souverän und vorzeitig. Mit ihrem dritten Platz zeigte sie eindrucksvoll, dass sie auf dem Weg ist in die deutsche Spitze.
In der Klasse bis 90 Kilo sah sich Rainer Nöth 17 Mitstreitern gegenüber. Nach einem Freilos in Runde eins bezwang er Adrian Kohlberg aus Brandenburg zehn Sekunden vor Ablauf der regulären Kampfzeit von fünf Minuten entscheidend. In Runde drei stand er dem späteren Gewinner, Florian Germroth aus Rüsselsheim gegenüber. Dieser machte in 26 Sekunden kurzen Prozess, und Nöth fand sich in der Kräfte zehrenden Trostrunde wieder. Nach einem weiteren Sieg gegen Sebastian Ohlig, ebenfalls vom JC Rüsselsheim, sah er sich dem in Diensten des TSV Großhadern stehenden Japaner Shunichi Saito gegenüber. Trotz guter Leistung verlor Nöth und belegte damit den siebten Platz. Damit bestätigte er sein Ergebnis aus Hannover und darf weiter auf einen Start bei der "Deutschen" in Riesa hoffen.

Riedl bestätigt starke Form


In der zahlenmäßig stärksten Klasse bis 81 Kilo schließlich trat David Riedl gegen 29 Mitstreiter an. Bottrop scheint ein gutes Pflaster für den Bayernkaderathleten zu sein, hatte er doch bereits im vergangenen Jahr mit dem beachtlichen dritten Platz und spektakulären Techniken für Aufsehen gesorgt. Für dieses Jahr hatte er sich viel vorgenommen und zeigte bereits in der abgelaufenen Bundesligasaison als einer der Punktegaranten des Erstliga-Aufsteigers aus Speyer, dass er sich in einer sehr guten Verfassung befindet.
Keiner seiner fünf Kämpfe ging über die volle Zeit. Er siegte mit fünf unterschiedlichen Techniken jeweils vorzeitig und demonstrierte damit seine Vielseitigkeit. Andreas Buscher aus Mönchengladbach musste ebenso wie Nikolai Stahl aus Braunschweig Riedls Überlegenheit anerkennen. In seiner dritten Begegnung bekam es Riedl mit Eric Rahn, einem Erstligakämpfer vom Olympiastützpunkt aus Großhadern, zu tun. Rahn ging zunächst in Führung, doch konsequent behielt Riedl seine taktische Marschrichtung bei und siegte schließlich mit seiner Spezialtechnik am Boden.

Entscheidung durch eine Innensichel


Im Halbfinale stand er Florian Heimlich aus Osnabrück gegenüber. Bereits nach 1:40 Minuten Kampfzeit stand Riedl als Sieger fest und zog ungefährdet ins Finale ein, wo der bundesligaerprobte Abensberger Topathlet Fabian Seidelmeier wartete. Seidelmeier, der bereits 2009 bei den deutschen Einzelmeisterschaften in Bayreuth ganz oben auf dem Treppchen stand, hielt dagegen, so entwickelte sich eine kurzweilige Auseinandersetzung, sehr zur Freude der vielen Zuschauer. Der Abensberger ging mit einer Aushebetechnik in Führung, aber bereits nach 1:49 Minuten konterte Riedl einen erneuten Aushebeansatz des Abensbergers mit einer Innensichel, mit der er den Niederbayern flach auf den Rücken warf und ihn vorzeitig als Verlierer von der Matte schickte.
Damit hatte der Eltmanner einen nahezu perfekten Wettkampftag in überragender Manier abgeschlossen und sich selbst, seine Trainer und die mitgereisten Fans mit dem Sieg beim zweiten Ranglistenturnier der Saison belohnt.