Der TSV Wonfurt hatte sich für die Partie gegen Limbach viel vorgenommen. Obwohl Torjäger Jonathan Stapf beruflich verhindert war, spielten die Hausherren eine starke erste Hälfte - ohne Torerfolg. Das sollte sich rächen. In der Nachspielzeit drehte der TSV Limbach das Spiel.

Beim TSV Wonfurt weht ein frischer Wind. Jochen Full, vorher neun Jahre beim FC Haßfurt, ist seit Sommer der neue Coach in Wonfurt. "Das Umfeld mit der Sportanlage und der Turnhalle hat mir sehr zugesagt und auch die Gespräche mit der Vorstandschaft verliefen sehr positiv", begründete er seine Entscheidung zu diesem Wechsel.

Full etabliert neues System

Ein Vorteil sei, dass der TSV wieder eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb habe. In der vergangenen Saison bildete Wonfurt zusammen mit Steinsfeld ein gemeinsames Team. "Mein Ziel ist es auf jeden Fall, sportliche Erfolge einzufahren. Ich habe die Viererkette neu eingeführt und auch sonst das System umgestellt. Das kann natürlich bis zur Winterpause dauern, bis alles richtig funktioniert." In Teilen klappt es schon ganz gut, nach der Winterpause soll das Team die Taktik verinnerlicht haben. "Ich möchte in der Mannschaft keinen großen Druck aufbauen. Solche Neuerungen brauchen Zeit und Trainingsarbeit."

Spielleiter Erich Ankenbrand zeigte sich mit der bisherigen Trainingsarbeit zufrieden. Der neue Trainer sei bei der Mannschaft gut angekommen und die Spieler zögen auch mit. Natürlich sei es nicht einfach, ein anderes System umzusetzen. Gegen den FC Knetzgau gab es den ersten Sieg, aber beim Spiel gegen den FC Ziegelanger habe man unnötigerweise die Punkte liegen lassen. "Es war praktisch von uns ein Spiel auf ein Tor, aber es reichte nicht zum Erfolg." Aktuell steht Wonfurt mit sechs Zählern aus sieben Spielen auf Rang 9 der A-Klasse 5.

Seit 72 Jahren im Verein

Helmut Bähr war beim TSV Wonfurt 14 Jahre lang Vorstand und erinnert sich noch gut an die Zeit, als der TSV Wonfurt in der Landesliga spielte. Heute sei vieles anders, die Zuschauer seien weniger geworden. Auch an diesem Nachmittag saßen nur wenige Zuschauer auf den Betonstufen am Spielfeldrand.

Bei Bähr ist das anders. "Ich bin bei jedem Spiel hier am Platz und auch bei den Auswärtsspielen bin ich regelmäßig dabei", verweist der 82-Jährige auf seine Vereinstreue. Er sei auch schon 72 Jahre Mitglied im Verein, nachdem er mit zehn Jahren im Schülerbereich das Kicken angefangen habe. Er kümmert sich auch sonst um Kleinigkeiten im Verein.

Das Team des TSV besteht fast ausschließlich aus Wonfurtern. "Das war schon früher in der Landesliga so und das gilt auch heute noch für die 1. Mannschaft. Leider fehlt Jonathan Stapf, der bei der Polizei aus beruflichen Gründen eben auch Sonntagsdienst hat. Aber er hat mit seinen acht Toren gegen Knetzgau aufhorchen lassen." TSV Wonfurt - TSV Limbach 1:2

Die Tabellennachbarn gingen mit Zuversicht in das Spiel. Wonfurt kam besser in die Partie und hatte in der fünften und zehnten Minute die Chance zur Führung, Sebstian Curth vergab jedoch. In der 21. Minute war es soweit: Jonathan Strauß schloss einen Konter erfolgreich ab und ließ Gästekeeper Andreas Hofmann keine Chance. Die Überlegenheit der Wonfurter hielt an, weitere Treffer blieben aber aus.

Nach dem Seitenwechsel bekam Limbach Oberwasser. Die Wonfurter Abwehr hielt dem Druck lange stand, während die Stürmer nur noch wenige Konter setzten.

In der Schlussphase wurde es bitter für die Gastgeber: Marco Deppert wollte eine Limbacher Flanke mit dem Kopf abwehren, sein Ball flog über den vor dem Tor stehenden Keeper Markus Vollert in die eigenen Maschen zum 1:1.

Jetzt galt es, zumindest den Punkt über die Nachspielzeit zu retten. Aber die Limbacher hatten Lunte gerochen. Der eingewechselte Limbacher Spielertrainer Ingo Stößel versetzte Wonfurt den Todesstoß: Mit einem Schuss aus 20 Metern ins untere Eck traf er zum 2:1 für die Gäste (90.+3).

"Zumindest einen Punkt hätten wir bei uns behalten müssen", sagte Spielleiter Ankenbrand zähneknirschend. Es war nach der Pleite gegen den FC Ziegelanger schon die zweite unnötige Niederlage. Leichter wird es für Wonfurt auch nicht. Mit der DJK Fürnbach wartet "eine ganz andere Hausnummer" auf die Elf von Jochen Full.

TSV Wonfurt: Vollert - Meißner (64. Stumpf), Keller, Kurz, Vogt, Ankenbrand (68. D eppert), Langguth, Klebrig, Mc Killop, Curth, Strauß (30. Fabritz) / TSV Limbach: Hofmann - Angebrand, Diem (60. Stößel), Bühl, Kredel, Albert (25. Antogiovanni), Beetz, Mordon, Kaufmann, Fösel, Krause / SR: Glos / Zuschauer: 65 / Tore: 1:0 Strauß (21.), 1:1 Deppert (89., Eigentor), 1:2 Stößel (90.+3)