Wie schon zwei Tage zuvor standen die Haßfurter Hawks nach Spielende mit leeren Händen da. Und wie schon bei der knappen Heimniederlage gegen den EV Moosburg unterlag der Landesligist nur hauchdünn. Bei der knappen 5:6-Niederlage beim ESV Buchloe verpasste der ESC im Kampf um den Aufstieg nicht nur drei weitere Punkte, sondern verlor für zwei bis drei Wochen einen weiteren Spieler: Georg Lang erlitt in der Schlussminute einen schweren Bluterguss im Schulterbereich.
ESV Buchloe - ESC Haßfurt 6:5
Bei einem harten, aber regelkonformen Check eines Buchloers prallte Lang, der zuvor zwei Treffer für die Hawks erzielt hatte, unglücklich an die Bande. Der Angreifer, der seinen Arm daraufhin nicht mehr bewegen konnte, wurde ins Krankenhaus nach Kaufbeuren gebracht. Die anfängliche Befürchtung eines Schlüsselbeinbruchs bestätigte sich bei der Untersuchung nicht.
Ohne die bereits am Freitag angeschlagenen Jakub Sramek und Jan Trübenekr (beide krank), die beruflich bedingt fehlenden Philipp Bates und Ilja Kinereisch sowie Fabian Vollert (privat) und Pascal Marx (weiterhin verletzt), hatten die Unterfranken schon vor dem Anpfiff einen schweren Stand gegen die mit insgesamt 20 Feldspielern angetretenen Hausherren. Weil diese laut Hawks-Trainer Martin Reichert auch noch "brutal Druck" ausübten, lagen sie nach 20 Minuten zurecht mit 3:1 in Führung. Georg Lang traf lediglich zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (15.).
Auch in der Folgezeit bestimmten die "Pirates" unter der Führung ihres neuen Trainers Norbert Zabel das Geschehen in der Sparkassen-Arena. Nachdem die Hausherren gegen den diesmal sehr gut haltenden ESC-Schlussmann Michael Tscherepanow drei weitere Tore erzielt hatten, auf Haßfurter Seite aber nur David erfolgreich war (zum 2:4, 32.), schrumpfte angesichts eines Vier-Tore-Rückstands die Hoffnung auf den zweiten Erfolg in der Verzahnungsrunde.


ESC probiert alles

Zumindest traf Michal Babkovic, der sich mit Gegenspieler Simon Beslic Ende des ersten Drittels noch eine Boxeinlage lieferte und dafür insgesamt sechs Minuten Strafzeit absitzen musste, fünf Sekunden vor der zweiten Pausensirene zum 3:6.
"Danach haben wir nochmal alles probiert", lobte Martin Reichert das engagierte und aggressive Auftreten der Haßfurter gegen immer passiver agierende Hausherren. David Franek verkürzte nach einem Alleingang auf 4:6 (44.), Georg Lang erzielte acht Minuten später das verdiente 5:6 (52.).
Der Ausgleich wäre möglich gewesen, doch Michal Babkovic scheiterte - nachdem Torhüter Tscherpanow längst einem weiteren Feldspieler Platz gemacht hatte - zehn Sekunden vor der Schlusssirene an der Querlatte (60.). "Unglaublich", ärgerte sich Trainer Reichert über die zweite Nullausbeute am Wochenende. "Das war am Ende fast noch schlimmer als am Freitag", sagte der Sylbacher. Die Niederlage sei "sehr schmerzhaft", weil "unnötig". "Der Verlust dieser Punkte tut uns weh."


Gegnerischer Fan spendet

Dass die Reaktion auf die Solidarität der "Hawks" mit Petr Krepelka auch anders aussehen kann, als die unschöne Aussage von Moosburgs Trainer Bernhard Engelbrecht (wir berichteten gestern), wurde am Rande der Partie deutlich: Ein Fan aus Buchloe spendete, nachdem sich die Kreisstädter erneut mit ihren schwarzen Krepelka-Trikots aufwärmten, spontan 50 Euro für die ESC-Mannschaftskasse. Seine Meinung: "Es ist toll, was ihr da macht."
Am kommenden Wochenende stehen für die Haßfurter die Partien beim EHC Königsbrunn (Freitag, 20 Uhr) und das Heimderby gegen den EC Bad Kissingen (Sonntag, 18.30 Uhr) auf dem Spielplan.


Die Statistik

ESC Haßfurt: Tscherepanow, Dietz - Hora, Thebus, Stahl, Max Hildenbrand, Marco Hildenbrand - Kurz, Lang, Babkovic, Franek, Hümmer, Dietrich, Breyer / SR: Saal / Borsutzky, Schlesiger / Zuschauer: 266 / Tore für Haßfurt: 1:1 (15.) Lang (Franek) 4-5, 4:2 (32.) Franek, 6:3 (40.) Babkovic (Breyer, Hora), 6:4 (44.) Franek (Max Hildenbrand), 6:5 (52.) Lang 4-5 / Strafzeiten: Buchloe 14 / Haßfurt 12