Die eine Hälfte der Mannschaft lag sich nach dem Abpfiff in den Armen, die andere Hälfte brach zusammen - vor Erschöpfung oder vor Erleichterung bleibt unklar. Sicher ist: Der FC Sand hatte soeben den ersten Heimsieg in der laufenden Bayernligasaison gegen ASV Vach klargemacht. Und das absolut verdient. FC Sand - ASV Vach 2:1 Die größte Überraschung in der Startelf der Sander gab es in der Innenverteidigung: Neben dem erfahrenen Kapitän André Karmann ließ der Sander Trainer Dieter Schlereth den jungen Simon Flachsenberger beginnen. Und der machte seine Sache richtig ordentlich. "Ich habe ihn absichtlich nicht angerufen. Ich wollte nicht, dass er sich schon im Vornherein verrückt macht", sagte Schlereth. "Er hat das richtig gut gemacht."

Wagner trifft doppelt

Der andere überragende Akteur am Freitagabend war Sands Doppeltorschütze Sebastian Wagner. In etwa 18 Metern Entfernung legte sich der Zehner die Kugel in der achten Minute auf halbrechter Position zurecht, atmete einmal tief durch, und jagte seinen Freistoß zur frühen Führung direkt in den Winkel. "Ich übertreibe nicht gerne. Aber viel besser kannst du einen Freistoß nicht schießen", kommentierte sein Trainer.

Schneller Ausgleich des ASV

Lange hielt die Führung jedoch nicht. Nur drei Minuten später ließ der Sander Schlussmann Markus Geier eine flache Hereingabe von der linken Außenbahn in die Mitte abprallen, Artur Dutt war zur Stelle und stellte auf 1:1 (11.).

In der Folge sahen die 250 Zuschauer im Seestadion eine ausgeglichene Partie, in der Thorsten Schlereth für den nächsten Aufreger sorgte: Mit einem schönen Dribbling ließ er drei Gäste links liegen, scheiterte bei seinem Abschluss jedoch am rechten Pfosten (39.). Nach der Pause kam Vach zu einigen Möglichkeiten, ein weiteres Tor gelang dem ASV aber nicht. Stattdessen packte Sebastian Wagner in der 66. Minute seinen zweiten Treffer des Tages oben drauf, als er sich nach Vorarbeit von "Shabo" Rugovaj um den ASV-Verteidiger drehte und den Ball links unten in die Maschen schickte.

Sand hat Platz zum Kontern

"Dann hat Vach natürlich alles nach vorne geworfen, was uns die Räume für Konter geöffnet hat. Wir hatten fünf, sechs hundertprozentige Chancen, aber keine davon verwandelt. Da schwitzt du Blut und Wasser", sagte Schlereth. Die dicksten Möglichkeiten hatten dabei erneut Wagner, dessen Schuss nach Doppelpass mit Thorsten Schlereth knapp vorbeiging, und Shaban Rugovaj: Nach einem langen Ball aus dem Sander Sechzehner sprintete der Neuzugang alles in Grund und Boden, ließ Verteidiger und Torhüter hinter sich, setzte den Ball aber am leeren Gehäuse vorbei.

"Ein hochverdienter Sieg"

Doch es reichte. "Wir haben den Sieg über die Zeit gezittert", sagte Sportvorstand Erich Barfuß. Von einem "riesigen Stein, der uns vom Herzen fällt", sprach Coach Schlereth. Aber: "Das war über 90 Minuten gesehen ein hochverdienter Sieg. Die Mannschaft hat sich heute zurecht belohnt. Vach hat zwar viele gute Einzelspieler, aber wir waren das bessere Team." Die Neuzugänge seien laut Schlereth extrem wichtig für das Team. Besonders, weil das Lazarett des FC Sand proppenvoll ist.

Die Schmitt-Brüder fallen weiterhin aus, Danny Schlereth wird in der Defensive schmerzlich vermisst. Auch Johannes Bechmann, den Dieter Schlereth eigentlich einsetzen wollte, stand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Ob sich die Personalsituation entspannt, bleibt fraglich - am kommenden Freitag geht es zum Auswärtsspiel nach Eltersdorf.

FC Sand: Geier - Rugovaj, T. Schlereth, Karmann, Klauer, Wagner (90.+1 Witchen), Gonnert, Flachsenberger, Wieczorek, Reith, Steinmann (75. Rippstein) / ASV Vach: Kredel - Dutt (68. Krapfenbauer), Eich, Röder, Takmak, Kohl, Hufnagel, Zametzer, Schwesinger, Haas (71. Mirschberger), Kirbach / SR: Götz / Zuschauer: 250 / Tore: 1:0 Wagner (8.), 1:1 Dutt (12.), 2:1 Wagner (66.)