Acht Punkte Vorsprung sieben Spieltage vor Saisonende - "vom Tabellenstand her ist bisher schon alles wunschgemäß verlaufen", sagt der Vorsitzende der Sportfreunde Steinbach, Martin Tully. Knapp ein Jahr nach dem bitteren Abstieg aus der Kreisklasse führen die Steinbacher die Rangliste der A-Klasse Schweinfurt 5 mit 52 Punkten klar an. Mit jeweils 44 Zählern folgen die DJK Oberschwappach sowie der RSV Unterschleichach - und die Unterschleichacher sind am Sonntag zum Spitzenspiel in Steinbach zu Gast.

16 von 21 Begegnungen haben die Sportfreunde bisher gewonnen, nur einmal verloren: am zweiten Spieltag, dem 10. August, mit 0:3 beim SC Stettfeld. "Diese Serie ohne Niederlage wollen wir natürlich unbedingt fortsetzen", erklärt Tully. Sein Team trete zu jeder Begegnung mit dem Ziel an, sie zu gewinnen, "aber wir stehen diesmal nicht unter Druck". Den sieht er eher bei den Gästen, die wohl nur mit einem Dreier den Meisterschaftskampf noch spannend halten könnten.

Das Hinspiel endete mit einem 3:3-Unentschieden

Trotz des klaren Vorsprungs aber warnt der Vorsitzende: "Im Fußball haben wir schon viel erlebt. Da sollte sich keiner zu sicher sein." Den Gegner aus Unterschleichach, von dem sich die Sportfreunde im Hinspiel mit einem 3:3-Unentschieden getrennt haben, habe er sich am Osterwochenende angeschaut. Sein Fazit: "Das ist eine junge, ehrgeizige Mannschaft, die unberechenbar ist. Spielerisch ist sie auf einem guten Niveau."

Ein wichtiger Mann bei den Gästen sei Stürmer Mario Knop, "da muss man sich nur die Torschützenliste anschauen", weiß Tully. Die führt Knop zusammen mit dem Oberschwappacher Tobias Körlin (beide 21 Treffer) vor dem Steinbacher Lorik Muturi (20) an. Aber auch das Mittelfeld des RSV sei "breit gefächert gut aufgestellt, und auch die Standardsituationen sind gefährlich."

Zusatzmotivation ist nicht notwendig

Der Steinbacher Spielertrainer Stefan Seufert, der vor Saisonbeginn in einem viel beachteten Transfer vom Regionalligisten FC Schweinfurt 05 nach Steinbach gewechselt ist, wo er persönliche Bindungen hat, wird sein Team sicher nicht besonders motivieren müssen. "Jeder weiß, worum es geht", ist sich der Vorsitzende sicher. Seufert schaffe es ja ebenfalls, dass seine Truppe auch in Spiele gegen vermeintlich leichtere Gegner mit der richtigen Einstellung gehe.

"Wir haben mehrere torgefährliche Leute und schaffen es meistens, dass wir ein Tor mehr schießen als die Gegner", sagt Tully zu den Stärken der Steinbacher Mannschaft. Für die Konkurrenten sei es schwer, diese Spieler (neben Muturi sind auch Christopher Imhof mit 18 und Seufert mit 15 Treffern in der Torschützenliste ganz vorne dabei) allesamt in Schach zu halten. Alle drei dürften am Sonntag auflaufen. Fehlen wird den Sportfreunden Oliver Virnekäs, der nach seiner Knieoperation länger ausfällt. Dominik Müller und Alexander Krause seien angeschlagen, ihr Einsatz im Schlager sei noch fraglich.

Der Vorsitzende tippt nicht

Beim Duell zweier offensivstarker Teams (Steinbach 78 Tore, Oberschwappach 69) dürfen die Zuschauer eine brisante und sehenswerte Partie erwarten. Tully schraubt seine Erwartungen zwar nicht in riesige Höhen, denn "auf den anderen Plätzen wird ja auch gespielt", aber so um die 150 Besucher dürften seiner Meinung nach schon den Weg auf die zentral im Maintal gelegene Steinbacher Sportanlage finden. Umso mehr, als die Wettervorhersage recht ordentliche Bedingungen erwarten lässt. Das wären dann deutlich mehr als der Saisonschnitt, den der Vorsitzende auf 80 bis 100 beziffert.

Einen Tipp, was das Ergebnis betrifft, will Tully allerdings nicht abgeben, "da will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen", sagt er. "Natürlich hoffe ich auf ein glückliches Ende für uns. Das wäre ein weiterer wichtiger Baustein. Sieben Spiele vor Schluss haben wir alles selbst in der Hand."