Auch wenn der "Berufsskeptiker" Stefan Seufert selbst nach dem Derbysieg bei Schlusslicht FC Ziegelanger noch auf die Euphoriebremse gedrückt hat: Die Meisterschaft in der Fußball-A-Klasse Schweinfurt 5 war dem Spielertrainer und seinen Sportfreunden Steinbach zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr zu nehmen. Und seit Sonntagnachmittag steht es nach dem souveränen 7:1-Erfolg gegen den einstigen Kontrahenten VfR Kirchlauter nun ganz offiziell fest: Im Jahr nach dem bitteren Abstieg ist die sofortige Kreisklassenrückkehr als Meister geglückt.


Erster Titel seit elf Jahren

Verständlich, dass die Freude auf dem schmucken Sportgelände "Am Bollergraben" gewaltig war, immerhin mussten die treuen Fans und Vereinsmitglieder seit der letzten Meisterschaft 2003/2004 elf Jahre lang auf laute Jubelschreie warten. Die Sportfreunde, die bereits nach den 14 Partien der Hinrunde als Tabellenführer klar auf Kurs waren (35 Punkte), haben bislang auch in der zweiten Saisonhälfte eindeutig die Hosen an.
"Planen kann man einen solchen Erfolg nie, aber mit dem Kader aus erfahrenen und jungen, talentierten Spielern sowie einem Spielertrainer aus einer solchen hochklassigen Liga haben wir schon große Hoffnungen auf einen Spitzenplatz gehegt", räumt Sportvorstand Martin Tully ein, vor dem Rundenbeginn schon ein wenig auf den Aufstieg spekuliert zu haben. Doch leichter gesagt als getan, denn schon viele andere Teams sind mit großen Ambitionen gestartet und wurden schnell wieder auf den harten Boden der Tatsachen geholt.

Stefan Seufert, der spektakuläre Neuzugang vom Regionalligisten FC Schweinfurt 05, formte bei seiner ersten (Spieler-) Trainerstation zusammen mit seinem Vorgänger und jetzigen "Co" Peter Imhof aber eine schlagkräftige Mannschaft. "Stefan hat es verstanden, die Jungs in jedem Spiel neu zu motivieren, und ist selbst immer als Vorbild in allen Bereichen voran gegangen", lobt Tully. Die Spieler, die dem Verein nach dem Abstieg vor einem Jahr die Treue hielten, und die Neuzugänge, wie etwa Marco Eigl (vormals SpVgg Lauter), Moritz Hildenbrand (TV Haßfurt), Luca Ortolani, Alessandro Marinelli (beide zuletzt vereinslos), Dominik Then, Christopher Imhof, Dominik Müller und Daniel Gehring, alle vom Lokalrivalen SV Rapid Ebelsbach, haben sich schnell zusammengefunden und auf dem Platz eine Einheit gebildet.

Trotz einer mäßigen Vorbereitung haben die Sportfreunde den Start nach der Winterpause gut gemeistert. Spätestens nach dem Heimsieg gegen Mitkonkurrent RSV Unterschleichach (2:0) hatten Kapitän Lars Tully (er übernahm die Binde für den verletzten Oliver Virnekäs) und Co. einen beruhigenden Vorsprung herausgespielt. Daran hat auch der im Winter von der SG Eltmann gekommene erst 19-jährige Torhüter Steffen Urban großen Anteil, der bislang nur elf Gegentreffer zuließ. Und für die inzwischen 103 erzielten Tore wurden auch Standardsituationen eingeübt, die manche wichtige Treffer eingebracht haben.


Ein besonderes "Triple"

Wie geht es nun weiter? Natürlich sollen in den verbleibenden zwei Partien in Donnersdorf und gegen Zell das Punktekonto auf 73 und die tolle Tordifferenz von derzeit plus 72 weiter erhöht werden. Doch schon jetzt steht bei den 1965 gegründeten Steinbacher Sportfreunden einer ganz großen Feier anlässlich ihres 50. Vereinsjubiläums im Juli nichts mehr im Wege. Da die Mannschaft in der Saison 2015/2016 "im Großen und Ganzen" das gleiche erfolgreiche Gesicht haben wird (auch Spielertrainer Stefan Seufert wird seine Zusage wohl geben) und dann die Langzeitverletzten Oliver Virnekäs und Rolf Laubmeister vermutlich wieder eingreifen können, wird der Rückkehrer wohl auch in der Kreisklasse mitmischen. Doch das ist (noch) Zukunftsmusik. Jetzt ist erst einmal mehrtägiges Feiern angesagt, bei dem schönsten Geschenk zum Jubiläum, der erst zweiten Meisterschaft in der Vereinsgeschichte.

Ach ja: Stefan Seufert und seine Lebensgefährtin Stefanie hatten weiteren Grund zur Freude, denn beide feierten am Sonntag jeweils ihren Geburtstag - ein "Triple" der besonderen Art.