Der FC Rentweinsdorf beschreitet im sportlichen Bereich neue Wege und bot seinen Mitgliedern und Gästen bei seinen Sporttagen ein buntes Programm. Unter anderem rannten dabei zwei Mannschaften einem eiförmigen Ball nach und erzielten auch Punkte mit dem Schuss durch zwei Stangen. Wird der FC Rentweinsdorf nun auch noch Rugby-Hochburg in den Haßbergen?
Das wahrscheinlich nicht. Aber erstmals standen sich in Rentweinsdorf zwei Mannschaften im Rugby gegenüber, einer Sportart, die durchaus populär ist und ab dem Jahre 2016 in Rio de Janeiro wieder olympisch wird.
Für die Zuschauer in Rentweinsdorf war es gar nicht so einfach, ohne Kenntnis der Spielregeln diesem Spiel zu folgen. Aber für das Spiel der beiden Rugby-Mannschaften aus Augsburg und Würzburg hatte der Gastgeber eigens einen Moderator engagiert, der die Spielzüge kurzweilig erläuterte. Auf diese Weise bekamen die Besucher einen guten Einblick in die für "normale Fußballer" durchaus eigenwillige Sportart.

Zwei Regionalliga-Teams

Diese präsentierten zwei namhafte bayerische Vereine aus der Regionalliga, nämlich der "Rugby Football Club Augsburg" gegen den "Würzburger Rugby Klub". Und in diesem spielt mit Felix Sasse aus Heubach ein ehemaliger Fußball des FC Rentweinsdorf, der auch für den Kontakt und das Zustandekommen des Rugby-Spiels mitverantwortlich zeichnete. Da er derzeit Student für Lehramt mit den Sprachen Englisch und Russisch ist, hat er sich der Würzburger Rugby-Mannschaft angeschlossen. Er sorgte mit für dieses Werbespiel bei seinem alten Verein, das auf großen Zuspruch traf.
Mit Ulrike Borchert sahen die Zuschauer außerdem eine junge Nationalspielerin am Spielfeldrand. Sie spielt derzeit beim TSV 1846 Nürnberg in der Siebener-Frauenbundesliga, weil in Würzburg bisher noch kein geregelter Spielbetrieb stattfand. Vier Einsätze hat sie schon in der Nationalmannschaft in der EM und Olympiaqualifikation absolviert und ist in der nächsten Woche schon wieder in Lissabon bei einem Qualifikationsturnier für Olympia dabei.
Ihre bisherige Karriere zeigt ebenso, dass dieser Sport keine reine Männersache ist und auch die Damen hinein ins Getümmel gehen, kämpfen oder rangeln oder mit den Händen und manchmal auch mit den Füßen nach dem Ball jagen. Der Rugbyball zieht inzwischen auch immer mehr Frauen in seinen Bann, denn der Sport wird auch "sehr technisch" und "sehr schnell" gespielt, wie Ulrike Borchert sagte, und ist dadurch weit entfernt von der bloßen Konfrontation von Kraftpaketen.

Nicht nur für Kraftpakete

In der Mannschaft ist nämlich für jeden Körpertyp und jede Größe eine Position möglich. Im Sturm ist es vorteilhaft, große und schwere Spieler zu haben, die ein Loch in die gegnerische Mannschaft reißen. Schnelle Spieler können leichter einen Angriff vorbereiten. Auf jeden Fall sahen die Zuschauer zwischen den Augsburgern und Würzburgern ein rasantes und interessantes Spiel, das trotzdem die Wucht und Dynamik dieser Sportart deutlich zeigte.
Wie der Moderator erläuterte, gibt es schon einmal blaue Flecken, Prellungen oder vielleicht sogar eine gebrochene Rippe, und wenn viele Spieler um den Ball kämpfen, "kann schon einmal eine Tonne auf einem zu liegen kommen".
Dennoch steht hinter allen Aktionen ein klares Regelwerk. Beim Tackling dürfe eben nur der den Ball tragende Spieler angegriffen werden. Ebenso erstaunlich ist für die Zuschauer das offene Gedränge, bei dem je acht Spieler einer Mannschaft versuchen, den Ball unter Kontrolle zu bringen.
Für die Zuschauer waren diese fairen Angriffe nicht immer klar, denn Ziehen am Trikot ist auf jeden Fall erlaubt, und der Läufer wird manchmal wirklich nicht sanft gestoppt.
Das alles sahen die Zuschauer zwischen diesen beiden Mannschaften. Die Aktionen werden mit sehr unterschiedlichen Punktzahlen bewertet, und im Nu stand es am Anfang 7:0 für Würzburg, das in einer Schwächephase dann aber zurücklag. Am Ende war aber doch der Würzburger RK mit 45:24 klarer Sieger gegen den Augsburger Rugby Klub. Die Zuschauer hatten ihre Freude an einem für die meisten sicherlich sehr ungewohnten Spiel mit dem "Ei" als Ball.