Sehr zufrieden hat sich Erfolgstrainer Jürgen Schorn vom gleichnamigen Eberner Sportstudio mit den Leistungen seiner Schützlinge bei den deutschen Meisterschaften im Kickboxen gezeigt. 727 Sportler aus 107 Vereinen waren im unterfränkischen Bad Neustadt an der Saale am Start. Es durften in den einzelnen Gewichtsklassen nur die vier besten Sportler jedes Landesverbandes teilnehmen. In Bayern wurden für die Qualifikation zur "Deutschen" die Ergebnisse im Bayernpokal, der bayerischen Meisterschaft sowie der Bavarian Open herangezogen. Vier der sechs Eberner Kickboxer gelang es, sich aufs Treppchen zu kämpfen. Darius Strätz und Johanna Zeitler wurden vom Bundestrainer für die Europameisterschaft im September in Mazedoniern nominiert.
Das frühe Aus kam für Svenja Dietz bei den Damen plus 70 kg. Svenja Dietz zeigte trotz der Niederlage gegen Sina Rindermann aus Braunschweig eine gute Leistung. Sie hielt den Kampf offen, konnte jedoch die 8:10-Niederlage nicht verhindern.
Die B-Jugendliche Jule Greul hatte sich für zwei Gewichtsklassen, bis 28 und 32 kg, qualifiziert. Da man jedoch bei der DM nur in einer Klasse starten darf, entschied man sich für die höhere Klasse. Sie setzte sich in den ersten Kämpfen gegen Kickboxerinnen aus Braunschweig und Baden-Württemberg durch. Im Finale traf sie auf die mehrfache deutsche Meisterin Sahin Bilge aus Braunschweig. Der Respekt von Jule Greul vor der Nationalkämpferin war zu groß, was ihrem sichtlich verhaltenen Kampfverhalten anzumerken war. Erst am Schluss der zweiten Runde ging sie aus sich heraus und zeigte ihr wahres Gesicht, doch entschied die weitaus größere Erfahrung ihrer Gegnerin. Nach erst einem Jahr Wettkampfpraxis war die Vizemeisterschaft eine tolle Leistung von Jule Greul.
Erstmals bei einer "Deutschen" startete bei den Herren bis 74 kg Vincent Schorn. Das Eberner Aushängeschild durfte wegen seiner großen Erfolge bisher mit einem Freilos, zugestanden von den Bundestrainern, in das Turnier starten, was laut Trainer Schorn nicht unbedingt ein Vorteil sein muss. "Wie heißt es so schön, der erste Kampf ist immer der Schwierigste", sagte er. Man müsse erst langsam in das Turnier reinkommen, so die Worte seines Coaches.
Vincent Schorn traf zunächst auf den stark kämpfenden Hamburger Steve Marc Willemes. Nach kurzer Orientierung entschied der Eberner den Kampf mit 17:12 für sich. Auch der folgende Gegner, Nils Knop aus Dortmund, war für die Experten kein unbeschriebenes Blatt. Man wusste um die Schwere dieser Begegnung. Sehr konzentriert und abgeklärt ging Schorn sein Gefecht an und dominierte mit 12:8 Punkten die Partie. Im Finale wartete mit dem achtfachen deutschen Meister Sascha Gräske aus Leipzig ein großer Brocken auf den Eberner. Schorn ging den Kampf zu vorsichtig an, was der ausgebuffte Leipziger gleich erkannte. Der Eberner musste sich mit der Vizemeisterschaft begnügen.
Darius Strätz, der eine enorme Wachstums- und Gewichtszunahme von 42 auf nun 63 kg innerhalb eines Jahres hinter sich hat, muss erst wieder zu seinem gewohnten Bewegungsablauf finden, was ihm jedoch bestens gelang. Er dominierte seine Vorkämpfe und traf im Finale auf Marco Seifert aus Bad Abbach, den er von vorangegangenen Turnieren gut kannte. Es entwickelte sich ein Krimi, in dem die Führung immer wieder wechselte. Der Abbacher hatte schließlich glücklich mit 7:5 die Nase vorn.
Dominique Zeitler startete bei den Herren bis 79 kg furios in die Meisterschaft und ließ Le Thanh Tung aus Urberach beim 11:3 keine Chance, doch im folgenden Kampf kam für ihn das klare Aus. Ihm gegenüber stand der Nationalmannschaftskämpfer und Worldcup-Sieger Stefan Reinboth, der die Begegnung deutlich dominierte.
Johanna Zeitler vertrat die Eberner Farben bei den Juniorinnen und Damen bis 60 kg erfolgreich. In der Juniorenklasse dominierte die frisch gebackene Abiturientin das Feld. Im Halbfinale traf sie auf die Weltmeisterin Glikreia Koutsianou aus Kornwestheim, der sie ebenfalls keine Chance ließ. Im Finale hieß ihre Gegnerin Alica Osmanocic aus Hamburg. Beide kannten sich bestens von früheren Turnieren. Am Ende der drei Runden lag Johanna Zeitler mit 32:29 Punkten vorn und verteidigte ihren Titel erneut.
Tags darauf standen die Kämpfe bei den Herren und Damen an. Johanna Zeitler ging leicht angeschlagen in die Konkurrent von 15 Kämpferinnen. Nach Siegen über Sportlerinnen aus Dortmund und Hamburg stand ihr im Endkampf die mehrfache Worldcup-Siegerin und deutsche Meisterin Katharina Flieser aus Geisenhausen gegenüber. Sie war diesmal die bessere Sportlerin.