Können die Haßfurter "Hawks" (16.) bei ihren letzten zwei Begegnungen der Hauptrunde der Eishockey-Bayernliga nochmal Punkte einfahren und dringend benötigtes Selbstvertrauen für die Abstiegsrunde tanken? Aufgrund der Ergebnisse vor der zweiwöchigen Spielpause ist der Tabellenletzte im Derby gegen den Höchstadter EC (8.) sowie beim ECDC Memmingen (2.) zwar jeweils krasser Außenseiter.

"Mini-Chancen" sieht Martin Reichert aber durchaus. "Keine Frage: Es ist für uns wieder schwierig, aber manchmal sind das ja auch gute Voraussetzungen, um für eine Überraschung zu sorgen", so der ESC-Trainer. Dass beide Gegner große Ziele haben, ist ihm bewusst. Während es für Memmingen darum geht, zu gewinnen, um die Vorrunde doch noch auf Platz 1 zu beenden, wollen die "Alligators" ihren knappen Vorsprung von zwei Zählern auf Moosburg halten und die Aufstiegsrunde perfekt machen.

ESC Haßfurt - Höchstadter EC
Die "Hawks" wollen laut Reichert, wie schon in den letzten Partien , ihr Bestes geben. Dies wird schon beim Derby am heutigen Freitagabend, 19.15 Uhr, nötig sein, denn die "Panzerechsen" präsentierten sich in der Saison oftmals brandgefährlich und effektiv. In der Auswärtstabelle belegt die Mannschaft um Spielertrainer Daniel Jun, mit 69 Punkten (26 Tore) derzeit zweitbester Scorer der Bayernliga, sogar den fünften Rang. Immerhin haben die Höchstadter von 14 Partien acht gewonnen. Am vergangenen Wochenende gab es in den Nachholspielen gegen Lindau (8:3) und in Sonthofen (2:0) zumindest einen "Dreier" für die Mittelfranken.

Martin Reichert möchte den Zuschauern in erster Linie "nochmals ein gutes Heimspiel bieten. Wenn wir dann eine Chance haben, etwas zu holen, dann wollen wir das natürlich tun". Der Sylbacher ist davon überzeugt, dass sich alle "Hawks" ins Zeug legen. "Nach der deftigen 2:10-Pleite im Hinspiel haben die Jungs auch noch etwas gut zu machen", sagt der 49-Jährige und rechnet mit einem knappen Ergebnis. "Alle sind heiß auf diese Partie." Lautstarke Unterstützung von den Rängen dürften derweil nicht nur die "Hawks" erhalten, denn aus Höchstadt haben sich zahlreiche Fans angekündigt.

ECDC Memmingen - ESC Haßfurt
Auch in Schwaben wollen die "Hawks" am Sonntag, 18 Uhr, nicht wie ein Tabellenschlusslicht auftreten, sondern den "Indians" möglichst lange als unangenehmer Gegner Paroli bieten. Beim ersten Aufeinandertreffen ist dies dem krassen Außenseiter durchaus gelungen: Bis zehn Minuten vor dem Ende stand es 3:3, ehe der Ex-Kissinger Al Joanette kurz vor der Schlusssirene doch noch den Siegtreffer für Memmingen erzielte. "Wir haben schon einige Male gezeigt, dass wir es gerade Favoriten schwer machen können", erinnert sich Reichert an einige Begegnungen zwischen "David" und "Goliath".

Er geht davon aus, den bestmöglichen Kader zur Verfügung zu haben. Auch die angeschlagenen Spieler wie Beppi Eckmair (Rückenprobleme) und Jan Michalek (Knie) dürften wieder einsatzbereit sein. Ob David Franek oder Zoltan Revak die Kontingentstelle besetzt, will Reichert erst kurzfristig entscheiden. "Es wäre schön, wenn die Mannschaft beweist, dass sie gegen jeden Gegner unangenehm auftreten kann. Dazu müssten wir komplett sein und darauf hoffe ich."

ESC Haßfurt: Hildenbrand, Jung - Schorr, Weiß, Friedberger, Mauder, Marx (?), Stahl (?), Hausner (?) - Zösch, Stribny, Eller, Nold, Oertel, Bates, Rambacher, Franek (?), Revak (?), Michalek, Dorsch (?), Pleyer (?), Dietrich, Eckmair