Erneut viele Stunden auf den Autobahnen verbringen die Haßfurter "Hawks" (7./9:5) am Wochenende, denn zum zweiten Mal hintereinander stehen gleich zwei Auswärtspartien auf dem Landesliga-Spielplan. Doch die Fahrerei soll sich auszahlen, wenn es nach den Hawks geht: Sowohl am Freitagabend beim ERSC Amberg (10./5:13), sowie zwei Tage später beim EV Dingolfing (1./19:5) sollen Punkte her.
"Ich hoffe, dass die Mannschaft dort anknüpfen kann, wo sie vor zwei Wochen in Pegnitz aufgehört hat", meint Trainer Frank Genßler. "Dann haben wir große Chancen, zählbares mit nach Hause zu nehmen." Gleichzeitig warnt der Schweinfurter vor den jeweiligen Gegnern. Vor allem bei den "Wild Lions" des ERSC Amberg sei "äußerste Vorsicht" geboten. "Die können viel mehr, als sie bisher gezeigt haben", ist der Schweinfurter davon überzeugt, dass die aufgrund ihrer bisherigen Ergebnisse sehr frustrierte Mannschaft seines Kollegen Michael Dippold "ihr wahres Gesicht immer noch nicht gezeigt" hat. Für ihn ist dies aber nur eine Frage der Zeit. Trotz des überzeugenden 7:3-Erfolges beim ersten Aufeinandertreffen und des derzeitigen Tabellenstandes gehe seine Mannschaft deshalb auch nicht als Favorit in die Begegnung. "Amberg und Haßfurt werden auf Augenhöhe gegenübertreten", ist er überzeugt. Allerdings dürften die Hausherren wegen ihres noch andauernden Formtiefs mit wenig Selbstvertrauen in die stets brisante Begegnung gegen die "Hawks" gehen, denn die 2:7-Schlappe gegen Freising vor fünf Tagen war bereits die sechste Saisonniederlage. Und vor heimischen Fans behielten die wilden Löwen lediglich gegen Selb 1b (13:1) und Aufsteiger Ottobrunn (9:0) die Oberhand. Derzeit spielen die Amberger zudem ohne Kontingentspieler, denn vom jungen Tschechen Jakub Klima, vor der Runde vom EHC 80 Nürnberg gekommen, hat sich der Verein bereits wieder getrennt.

Verwundbare "Isar Rats"

Nichts zu verlieren gibt es dann am Sonntag beim Spitzenreiter. Auf Platz 1 der Tabelle steht der EV Dingolfing freilich wegen der bereits deutlich mehr absolvierten Partien (11) als etwa der Tabellen-Achte ERC Regen (5). Bei ebenso fünf Minuspunkten wie der ESC Haßfurt rechnet Frank Genßler wie schon bei der knappen 4:5-Heimniederlage im ersten Aufeinandertreffen mit einer engen Partie. Dass die "Isar Rats", die in der laufenden Saison immerhin acht mal als Sieger das Eis verließen, auch verwundbar sind, bewiesen ausgerechnet die "Wölfe" des EC Bad Kissingen: Völlig überraschend gewann der krasse Außenseiter mit 7:6 in der Eissporthalle der Stadt. Diese Schmach ließ sich die Mannschaft um Trainer Christoph Wohlgemuth freilich nicht zwei Mal bieten und siegte im Rückspiel in der Kurstadt mit 6:4. "Es ist, wie wir gesehen haben, sicher nicht unmöglich, in Dingolfing zu gewinnen. Und wenn wir weiter in der Spitzengruppe bleiben wollen, brauchen wir Punkte", stellt Genßler klar, dass die lange Sonntagsfahrt "kein lockerer Ausflug" werden soll.

Neuzugang Brahmer im Fokus

Dass David Franek nach seiner schweren Brustprellung bereits wieder zur Verfügung steht, ist unterdessen nahezu ausgeschlossen. An seiner Stelle soll neben dem derzeit blendend aufgelegten Martin Dürr auch Neuzugang Matthias Brahmer für Tore sorgen. Nach seiner Spieldauerstrafe in Pegnitz ist Frederic Rambacher in Amberg noch gesperrt. Sonst stehen alle Spieler zur Verfügung. "Es wäre gut für unser Selbstvertrauen, wenn wir uns in Amberg und Dingolfing gut präsentieren", verweist Genßler zum Schluss auf das erste Doppel-Heimspiel-Wochenende am 14. und 16. Dezember, wenn am Freitagabend erst der Ligafavorit EHC Mitterteich und zwei Tage später die SE Freising mit dem Ex-Haßfurter Markus Waldvogel in Haßfurt gastieren.
Aufgebot ESC Haßfurt: Jung, Schmidt - Schorr, Berndaner, Ankenbrand, Kaufmann, Märkl, Rambacher - Zimmermann, Dürr, Freund, Popek, Franek (?), Zösch, Stöpel, Kinereisch, Bates, Brahmer.