Müller wurde 1941 geboren und zählt sich selbst zu der Generation der "Straßenfußballer". Dass er seinen Weg zum 1. FC Haßfurt fand, war vorgezeichnet, denn bereits sein Vater hütete bei dem 1917 gegründeten Verein das Tor. Zu Beginn seiner Karriere startete Müller als Mittelstürmer, doch sein Trainer Walter Herzog funktionierte ihn bald zum Verteidiger um - ein richtiger Schritt, wie sich herausstellen sollte. Auf der Position des "Stoppers", also des defensiven Mittelfeldspielers vor der Abwehr, war Müller einer der besten, wenn nicht gar der beste in ganz Deutschland.

In der Saison 1964/1965 wechselte der Haßfurter zum 1. FC Nürnberg in die Fußball-Bundesliga. Er gehörte sofort zum Stammpersonal und feierte mit dem "Club" 1968 die deutsche Meisterschaft. "Dieser Titel und mein erstes Länderspiel gegen England, als zum ersten Mal eine deutsche Nationalmannschaft die Engländer geschlagen hat, das waren meine schönsten Erlebnisse im Fußball", sagte Müller 2011 in einem Interview mit dem Fränkischen Tag anlässlich seines 70. Geburtstages.


Titel mit Nürnberg und Gladbach

Nach dem Abstieg des FCN wechselte "Luggi" zu Borussia Mönchengladbach, wo er zusammen mit Jupp Heynckes und Günter Netzer auf dem Feld stand und zwei weitere Meisterschaften in der Bundesliga feierte. In diese Zeit fallen auch seine sechs Einsätze in der Fußball-Nationalmannschaft. Doch zur WM 1970 fuhren damals andere - eine Tatsache, die Müller geärgert hat, wenngleich er die Entscheidung Helmut Schöns akzeptieren musste.


Neun Monate Pause

Nach einer schweren Verletzung musste Müller neun Monate pausieren und wechselte in dieser Zeit von Gladbach nach Berlin zu Hertha BSC. Seine Bundesliga-Karriere beendete er 1975 nach 314 Begegnungen und 26 Toren. Mit Fußball war für den Haßfurter aber noch lange nicht Schluss. Er kehrte als Trainer zum 1. FC Bamberg und als Spielertrainer zu seinem Heimatverein zurück. Als dieser 2009 in finanzielle Schieflage geraten war, lockte Müller durch seine Kontakte den 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt zu Benefizspielen an die Flutbrücke.

Auf drei Dinge in seiner Karriere ist Müller besonders stolz: Dass er als Verteidiger nie vom Platz geflogen ist, dass er sowohl in Gladbach als auch in Nürnberg in die Jahrhundertelf gewählt worden ist und dass er 1975 als dritter Fußballer überhaupt das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. mak/nof