Zwei Begriffe nennt Bernd Eigner immer wieder im Gespräch über die bevorstehende Saison des FC Sand: Konzentration und Teamgeist. Darin sieht der Trainer des Aufsteigers die Grundpfeiler, auf die er mit seinem Team das "Unternehmen Klassenerhalt" in der Fußball-Bayernliga Nord aufbauen will. Bereits am Freitag (18.30 Uhr) geht es für die Sander beim TSV Großbardorf um die ersten Punkte der Runde 2015/16. Am Dienstag, 21. Juli (18.30 Uhr), steht dann das erste Heimspiel gegen die SpVgg Bayern Hof an.
Nicht einmal fünf Wochen nach dem letzten Relegationsspiel sind die Sander also wieder gefordert - keine leichte Aufgabe für den Trainer, sein Team so schnell wieder in den Wettkampfmodus zu führen. "Der eine oder andere Spieler nimmt noch Blessuren mit, die er nicht richtig auskurieren konnte. Trotzdem sind wir froh, dass es jetzt los geht. Viel wird da vom Kopf gesteuert, und es ist nach dem Aufstieg ganz wichtig, dass jeder weiß, dass es wieder bei Null beginnt."

Die Ordnung muss passen

Eine Saisonvorbereitung im herkömmlichen Sinn sei in den zweieinhalb Wochen seit dem Trainingsstart nicht möglich gewesen, sagt Eigner: "Wir arbeiten in dieser Woche vor allem an den Standards und an der Kompaktheit, daran, dass wir eine Ordnung auf dem Platz haben. Und an der Spitzigkeit, auch wenn wir wegen der Hitze das Programm nicht immer wie geplant durchziehen konnten."
Wichtig für Eigner und seinen Co-Trainer Matthias Bayer ist es auch, die Neuzugänge möglichst schnell zu integrieren. Torwart Simon Mai (20 Jahre), Daniel Krüger (23), Sven Tropper (21) und Dominik Schmitt (19) verstärken das Sander Bayernligateam. "Sehr zufrieden" sei er mit den bisherigen Leistungen der "Neuen", sagt der Trainer, "es sind alles junge Spieler, die das Potenzial haben, uns zu helfen, die aber auch noch lernen müssen." Nicht hundertprozentig zufrieden ist Eigner mit der derzeitigen Personalsituation. "Wir haben im Moment nur 17 gesunde Spieler, davon zwei Torhüter. Das ist für die Bayernliga ein bisschen wenig", sagt er. Florian Gundelsheimer, André Karmann, Josef Pickel und Sven Wieczorek sind angeschlagen, Daniel Rinbergas nach seinem Kreuzbandriss noch Monate lang auf der Verletztenliste. "Wir sind nach wie vor auf der Suche nach einer Verstärkung, qualitativ und quantitativ. Aber das ist nicht leicht", weiß der Trainer, der vor allem nach einem torgefährlichen Angreifer Ausschau hält.
Denn die Aufgaben in der bevorstehenden Runde in der höheren Liga sind natürlich anspruchsvoller. "Da ist ganz einfach die Qualität höher, und das haben wir ja auch am Samstag gesehen", erklärt Eigner und bezieht sich auf das Pokalspiel gegen den ersten Punktspielgegner aus Großbardorf, immerhin Tabellenfünfter der Vorsaison, das die Sander mit 1:2 verloren haben. "Hoffentlich ziehen wir daraus unsere Lehren", sagt er. Das heißt: "Wir müssen immer voll konzentriert sein, nicht nur 90 Minuten, sondern bis der Schiedsrichter abpfeift. Fehler werden fast immer bestraft, da nutzt der Gegner dann auch mal eine halbe Chance zu einem Tor. Das war in der Landesliga nicht so." Immer sauber und solide agieren, keine Fehler machen, konzentriert bleiben in jeder Situation, "das ist für mich Qualität", stellt der Sander Coach fest. Dies und der Teamgeist, der die Mannschaft in der vergangenen Saison ausgezeichnet habe, sieht er als Grundlage dafür, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.
Um die Euphorie und die Aufbruchstimmung nach dem Aufstieg möglichst lange zu erhalten, "ist ein guter Start wichtig, ganz klar", weiß Eigner. "Das gibt dann noch einmal einen Schub. Wir wollen den Zuschauern zeigen, dass sich die Mannschaft zerreißt, und setzen dann auf ihre Unterstützung wie in der vergangenen Saison, und vielleicht noch ein bisschen mehr."

So wenig Verletzte wie möglich

Von Beginn an gar nicht erst in den Tabellenkeller rutschen, das wünscht sich Eigner für die kommende Saison - vor allem aber "so wenig Verletzte wie möglich. Wenn die Mannschaft dann alles gibt und auch Rückschläge wegsteckt, bin ich zuversichtlich, dass wir die Klasse halten. Und wir wollen auch Spaß haben." Das geht am einfachsten, wenn die Mannschaft konstant punktet.