Euphorisch wird Matthias Batzner auch in diesen Tagen nicht. "Es hat mir schon gefallen, dass es geklappt hat, weil wir ja schon einige Jahre darauf hinarbeiten", antwortet er auf die Frage, was ihm der Meistertitel denn persönlich bedeute. Und auch wenn er das ganz ruhig und sachlich sagt, so ist doch eine tiefe Zufriedenheit über den Erfolg in diesen Worten zu spüren.

Als Spieler, Trainer und Abteilungsleiter ist er seit Jahrzehnten mit dem Eberner Handball verbunden, und nun haben seine Mannschaft und er die Meisterschaft in der Bezirksliga Oberfranken West und damit den Aufstieg in die Bezirksoberliga ganz souverän geschafft. "Das ist das Ergebnis von dem, was wir in den letzten Jahren gemacht, worauf wir hintrainiert haben", erklärt er. 21:1 Punkte haben die Eberner bisher geholt und sind damit bereits drei Spieltage vor Saisonende nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.


Platz 1 bis 3 war vor der Saison das Ziel

Planbar sei der Titel nicht gewesen, sagt der Trainer, denn Mannschaften wie der HSC Coburg III oder der TV Weidhausen II seien unberechenbar, was den Kader und die Aufstellung angehe. Doch dass sein Team vorne mitspielen würde, hat Batzner schon erwartet, "unser Ziel war ein Platz zwischen 1 und 3."

In den vergangenen Jahren hatte der TV Ebern eine stetige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. "Das Gros der Mannschaft ist zwischen 24 und 26 Jahre alt und damit im besten Handball-Alter", erklärt der Trainer, das Team könne auch noch drei, vier Jahre auf hohem Niveau spielen. In der Vorsaison ist mit Robert Bartsch ein starker Torwart dazu gestoßen, vor dieser Runde mit Raphael Hippeli ein früherer langjähriger TVler zurückgekehrt. "Wir hatten in dieser Saison auch ganz wenig Verletzte", berichtet Batzner. Nach einer guten Vorbereitung sei die Mannschaft "konditionell auf der Höhe" und habe dank ihres ausgeglichen besetzten und breiten Kaders in dieser Beziehung gegen so gut wie alle Teams in der Bezirksliga klare Vorteile. Rund 17 Spieler umfasst der Kader, aus dem nur Jonathan Steffan nach einem Kreuzbandriss länger gefehlt hat (und noch weiter fehlt). Zehn, elf Mann daraus könne er jederzeit einsetzen, ohne dass die Qualität spürbar nachlasse, weiß der Coach. Ausfälle von Stützen des Teams sind dadurch immer wettgemacht worden.


Flexibel in der Abwehr

Ein Schlüssel des Erfolgs sei die Abwehr gewesen, die nicht starr agiere, sondern flexibel auf den Gegner reagiert habe. Von einer offensiven 3-2-1-Formation über ein 5-1 oder defensives 6-0 bis hin zur Manndeckung reicht die Bandbreite.

Wichtig ist Batzner auch, dass die Mannschaft überzeugt ist von dem, was sie tun soll. "Ich bin jetzt schon so lange Trainer, da ist es notwendig, dass die Spieler einbezogen werden", erklärt er. Erfahrene Akteure wie Johannes Kammer, der Batzner auch als Trainer vertritt, wenn er verhindert ist, Justus Feldmann oder Thomas Müller seien da besonders wichtig. "Am Ende entscheidet natürlich der Trainer, aber manchmal muss man die Zügel auch mal länger lassen und Fingerspitzengefühl zeigen", sagt er. So habe sich ein "verschworener Haufen" entwickelt. Trotz des bereits feststehenden Aufstiegs wolle sich der TV Ebern in den noch ausstehenden Begegnungen keine Blöße geben und versuchen, die Saison ungeschlagen abzuschließen. "Ich denke schon, dass auch die Spieler das Optimale erreichen wollen", erklärt der Trainer.


Der Zuschauerzuspruch ist stetig gewachsen

Bewährt hat sich in Ebern die Maßnahme, wenn möglich Heimspieltage mit vielen Teams (Herren I und II, Damen und zwei Jugendmannschaften) auszurichten. "Das fördert den Zusammenhalt, und die Mannschaften treiben sich gegenseitig an", sagt er. Die Erfolge der vergangenen Jahre (die Herren steigern sich stetig, die Damen sind in der Vorsaison in die Bezirksoberliga aufgestiegen) haben auch dazu beigetragen, dass das Zuschauerinteresse gewachsen ist. Rund 120 bis 130 Besucher kommen zu den Heimspielen. "Wir verlangen keinen Eintritt, da bleibt es sich gleich, ob einer mal für eine halbe Stunde vorbeischaut oder sich drei, vier Stunden lang die Spiele anschaut", erklärt Batzner. Die Zuschauer würden angezogen von der Dynamik des Handballsports mit vielen Toren. Der Gewinn des Europameistertitels durch die Nationalmannschaft habe zusätzlich noch für einen Schub gesorgt, "und wenn die Halle gut besetzt ist, macht es auch den Spielern mehr Spaß."


Team bleibt wohl zusammen

Auf diese gewachsene Struktur setzen die Eberner auch in der kommenden Saison in der Bezirksoberliga. Personell dürfte sich in der Mannschaft nicht allzu viel ändern. "Mir ist nicht bekannt, dass einer weggehen möchte", sagt Batzner. Ein, zwei Ergänzungen für den Kader seien durchaus denkbar, "einen Linkshänder könnten wir gut brauchen und auch einen, der den Rückraum ergänzt. Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein, mit der oberen Tabellenhälfte werden wir wohl nicht viel zu tun haben", blickt der Trainer voraus. Die nötigen Punkte, um sich in der Bezirksoberliga zu halten, müsse der TVE bei seinen Heimspielen einfahren, sagt er, "und auswärts vielleicht ab und zu punkten." Mit einer Platzierung zwischen 7 und 9 wäre er zufrieden. "Wir haben in den letzten Jahren unsere Freundschaftsspiele fast ausschließlich gegen Bezirksoberligisten bestritten, und es hat sich gezeigt, dass wir da schon mithalten können", auch wenn die Gegner in der höheren Klasse durchwegs von der Klasse der Spieler, der Kondition sowie der Struktur und Organisation eine Nummer größer seien.

Ziel der Eberner sei es, sich in allen Bereichen weiter zu steigern, und zwar nicht nur, was die "Erste" angeht. "Ich sehe das als Gesamtpaket", sagt Matthias Batzner, "durch ein gutes Miteinander, durch Impulse, die die eine Mannschaft der anderen gibt, haben wir den Handball bei uns auf ein höheres Niveau gebracht. Und da wollen wir weitermachen."