"Man muss auch die Leistung des Gegners anerkennen." - Dieter Schlereth war sicher enttäuscht, immerhin hat seine Mannschaft, der FC Augsfeld, seine Heimbegegnung am Samstag (25. August) in der Fußball-Landesliga Nord gegen Bayern Kitzingen klar und deutlich mit 0:4 verloren. Doch der 50-jährige Haßfurter ist als fairer Sportsmann bekannt. Die Niederlage hatte aus seiner Sicht "nichts mit Pech zu tun." Vielmehr haben die spielerisch starken Gäste "auch in dieser Höhe verdient" die Partie für sich entschieden.

Der Gegner erlaubt sich keine Fehler


Recht schnell wurde den knapp 200 Zuschauern am Lindenhain bewusst, dass Bayern Kitzingen am Samstagnachmittag vermutlich nur Paroli geboten werden kann, wenn der Gast unkonzentriert zu Werke gehen würde. Den Gefallen taten Kapitän Stefan Güntner und seine Teamkollegen den Augsfeldern aber nicht. Im Gegenteil: das erste Missgeschick passierte den Hausherren, die nach 23 Minuten einen Schuss von Stefan Schöderlein aus 16 Metern abfälschten und ihn somit unhaltbar für Augsfelds Schlussmann Sebastian Stober machten. Auch bei der Ecke eine Viertel Stunde später, bei der Agron Ibrahimi den Ball mehr oder weniger glücklich im Tordreieck unterbrachte (38.), war "Fortuna" ganz klar ein Fan von Bayern Kitzingen. "Die Halbzeitführung war verdient", sagte Kitzingens Trainer Wolfgang Schneider und räumte im selben Atemzug ein: "Wenn auch vielleicht ein Tor zu hoch."

Nach 45 Minuten bereits entschieden


Letztlich war ihm das freilich egal. Die Partie war im Endeffekt bereits nach 45 Minuten entschieden, denn auch nach dem Seitenwechsel fand die Augsfelder Elf, die in Hälfte eins keine gefährliche Torchance hatte, nicht die richtige Antwort. Spätestens nach dem dritten Treffer der unterfränkischen Bayern von Stefan Güntner nach einem Konter (55.) war der Widerstand endgültig gebrochen. Nur wenige Augenblicke später gelang dem Ex-Sander Simon Pauly noch das 0:4 (57.), wogegen Tolga Arayici den Ball nach einem Foulelfmeter für Kitzingen nur an die Latte schoss (68.). "Danach waren die Augsfelder nicht mehr in der Lage, zurückzukommen", sagte Schneider, der sich also in der letzten halben Stunde sehr entspannt den Rest der Partie anschauen konnte. Das, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nur noch zehn Spieler auf dem Platz hatte, nachdem das Auswechselkontingent bereits erschöpft war und sich ein weiterer Akteur ohne Fremdeinwirkung verletzt hatte. Deshalb war er "sehr zufrieden" mit dem Erfolg, den er sich im Vorfeld "schon etwa schwerer" vorgestellt hatte. "Es kam wenig Gegenwehr von Augsfeld, sie hatten keine klare Chance. Es war für uns eine klare Angelegenheit." Zudem zeigte sich der Bayern-Trainer "etwas überrascht von der fehlenden Körperlichkeit. Wir konnten unseren Spielaufbau ziemlich ruhig machen."

Kein Aufbäumen


Und so bilanzierte Dieter Schlereth die zweite hohe Pflichtspielniederlage seiner Schützlinge in Folge: "Wir hatten uns vorgenommen, aus unseren zuletzt gemachten individuellen Fehlern zu lernen. Das ist uns nur teilweise gelungen. Das wurde sofort bestraft." Was ihm allerdings fast noch mehr missfallen hat als die erneute Null-Ausbeute, war die mangelhafte Gegenwehr seiner Mannschaft. "Das Aufbäumen hat mir doch etwas gefehlt. Der Einsatz, der Kampf, der uns zuletzt ausgezeichnet hat."

FC Augsfeld: Stober - Derra, Gessendorfer, Volkmuth (46. Faber), T. Schlereth, Vogel (85. Tröster), P. Hertel, D. Schlereth, Loeper (85. Kraus), Lutz, Rippstein

Bayern Kitzingen: Nöth - Stark, Schlarb (59. Brunsch), Otto, Schöderlein (67. Schmidt), Güntner, Lenhard, Pauly, Arayici, Ibramhimi (59. Hilgert), Strassberger

Tore: 0:1 Schöderlein (23.), 0:2 Ibrahimi (38.), 0:3 Güntner (55.), 0:4 Pauly (57.) / SR: Rommelsbacher (Dinkelsbühl) / Zuschauer: 200.