Erst schrieb sie ihr Abitur, jetzt ins Gästebuch der Stadt. Dazwischen lagen ein paar turbulente Tage. Annalena Weinfurtner aus Heubach war eine von 13 Geehrten beim Neujahrsempfang der Stadt am Dienstagabend in der Frauengrundhalle. Mit 18 Jahren die absolut Jüngste, ein Küken im Vergleich zu Hans Elflein mit seinen 71 Jahren. Was sie verbindet: Beide gehören dem DLRG-Ortsverband an und sie wurden von Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) tüchtig gelobt.

Annalena gehört zu sieben DLRG-Mitgliedern aus Ebern, die beim Sommerhochwasser an Elbe und Mangfall in Magdeburg und Rosenheim spontan zu Hilfseinsätzen ausrückten. Die Abiturientin erinnert sich noch genau: "Wir hatten gerade eine Einweisung am Defibrillator im DRLG-Heim als der Anruf von der Einsatzleitung Unterfranken einging. Unser Ausbilder Andi Mölter fragte: Wer hat Lust, wer hat Zeit? Und weil ich gerade mein Abi bestanden und weiter nichts vor hatte, sagte ich sofort zu."

Im Freibad als Aufsicht

Und rückte ohne zu zögern zusammen mit Norbert Arndt, Michael Dinkel, Anton Gerstenkorn, Michael Huth, Matthias Kirchner und Stefan Rose aus. Vier Tage lang war die junge Rettungsschwimmerin in Schönebeck nahe Magdeburg im Einsatz.

Das rang dem Bürgermeister Respekt ab und er überschüttete die DLRG-Crew mit Lob, auch für die Aufsichtsstunden im Freibad, denn: "Mit eigenem Personal wären wir nicht in der Lage, das notwendige Aufsichtspensum zu erbringen", gab Herrmann zu.

"Da hat mich schon stolz gemacht", bekannte die junge Geehrte, die Urkunde, einen Schmaußer-Stich und ein Buch geschenkt bekam. "Ein schöner Abend", befand die Heubacherin.

Echter Schwimmlehrer

Das empfand Hans Elflein nicht anders. Auch bei ihm hob der Bürgermeister die Badeaufsicht im Freibad heraus. "Mehr als 1000 Menschen hat er das Schwimmen beigebracht und auch jetzt begleitet er die Erstklässler beim Schwimmunterricht im Königsberger Hallenbad."

Besonders hervorgehoben wurde aber Elfleins Tätigkeit als Betreuer des Wohnmobilstellplatzes seit rund zwölf Jahren. "Er ist nicht nur Platzwart, sondern das beste Aushängeschild für unsere Heimat."

Das ging "dem Hans" runter wie Öl. "Ich war echt überrascht, dass ich geehrt wurde. Das hat mich gefreut. Ich hoffe, dass ich es noch viele Jahre machen kann", bekannte der 71-Jährige nach der Ehrung. Und ist zuversichtlich: "Mit meiner Ehefrau Resi habe ich ja eine gute Unterstützerin."

Die Jugend ranlassen

Das mit dem Weitermachen sieht Albert Kuhn (62) etwas anders: "Wenn man öfter geehrt wird, merkt man, dass man alt wird und sollte deswegen rechtzeitig Platz machen, um Jüngere ranzulassen."

Eine Prämisse, die Kuhn umsetzt, wie aus der Laudatio des Bürgermeisters deutlich wurde: 24 Jahre Mitglied der Kirchenverwaltung, davon eineinhalb als Kirchenpfleger, sechs Jahre im Pfarrgemeinderat, seit 17 Jahren Kassier der Julius-Pfründer-Spitalstiftung und seit 2011 Spitalverwalter. Weiter erwähnte der Bürgermeister Kuhns Mitwirken im Turnerrat, beim Kulturring und den Kapellenbaufreunden.

"Als Spitalverwalter kannst nicht alt genug sein", meinte der 62-Jährige zum letzten verbliebenen Posten. Ansonsten hätten ihm sämtliche Ehrenämter viel Spaß bereitet. "Dass ich dafür geehrt werde, freut mich wirklich, zumal es der letzte Empfang vom Robert ist."

Als einen der bekanntesten Männer der Stadt bezeichnete Bürgermeister Eberhard Wohl, den er ob seiner Arbeit im Kulturring seit 30 Jahren, davon zwölf Jahre als Vorsitzender, rühmte. Er leite die Bunten Abende seit 1996 und führe auch beim Faschingszug Regie. Hinzu kämen Routinearbeiten wie Verteilung der Vereinszuschüsse, Erstellung des Veranstaltungskalenders oder Ferienprogramm.

"Ich widme diese Ehrung meinen Kollegen aus dem Kulturringsausschuss und den Mitgliedsvereinen", gab sich Wohl bescheiden. "Die Auszeichnung zeugt vom Respekt der Stadt an unserer Arbeit." Und weil dies in so einem würdigen Rahmen erfolgte, machte es Wohl "schon ein bisschen stolz".

Bei Feuerwehr und Musik aktiv

Nicht anders empfanden es die weiteren Geehrten, wie Heinz Fausten, dessen Engagement als Heimatkundler wie auch über 30 Jahren in der Feuerwehr herausgestellt wurde.

Bei Theo Lerche ist es die Musik, die ihn beseelt. "Seit mehr als 40 Jahren sind Sie aktiver Musiker", stellte Bürgermeister Herrmann heraus und als Vorsitzender des Blasorchesters habe er viele neue Impulse gesetzt.

Als Teilnehmer an der Steuben-Parade in New York wie auch durch die engen und regelmäßigen Kontakte in die Partnergemeinde Straß habe Lerche "Ebern weltweit vertreten und bekannt gemacht".

Weiter geehrt werden sollte Heinz Henig als früherer Ortssprecher und Gemeindediener von Eyrichshof. Er war aber verhindert.

Neben den Ehrungen gab es vier Musikstücke des Blasorchesters unter Leitung von Christian Reder sowie zwei Ansprachen. Dabei dankte Bürgermeister Robert Herrmann allen Kandidaten, die sich bei der Kommunalwahl im März um einen Sitz im Stadtrat bemühen. "Ohne ein Mitwirken qualifizierter Menschen geht es nun mal nicht. Sie alle erfüllen Demokratie mit Leben."

Er gab ihnen auch gleich einen Vorgeschmack, was sie erwartet, im Fall, dass sie gewählt werden. "Wenn auch in den zurückliegenden Jahren viel geleistet wurde, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, dass Ihnen die Themen und Aufgaben ausgehen." Dabei wolle er keinen Pessimismus verbreiten, sondern Mut machen, sagte der Bürgermeister, auch wenn es in mancher Passage nicht so klang.

So dämpfte er Hoffnungen, wonach Politiker oder Gruppierungen sich den Luxus leisten könnten, eigene Überzeugungen zu vertreten, ohne auf Meinungsströmungen zu achten. "Auch Stadträte und Bürgermeister müssen gelegentlich Entscheidungen treffen, die zwar der Stadt als Ganzes dienen - von Betroffenen vor Ort aber als schwere Zumutung empfunden werden."

Ebern als Mittelzentrum

Ebern habe als Mittelzentrum einen wichtigen Auftrag für sein Umland. Diesen zu erfüllen, bedeute Lebensqualität für die Menschen, die hier leben. Dabei fühlte sich das Stadtoberhaupt in den zurückliegenden 18 Jahren nicht allein gelassen: "Wir mussten strukturell einige Anpassungsprozesse verkraften, aber die Behörden haben vorhandene Spielräume zu unseren Gunsten ausgeschöpft."

Eine These, die auch Landrats-Stellvertreter Günther Geiling sinnbildlich unterschrieb. Er unterstrich die gemeinsamen Projekte von Stadt und Kreis, wie Erweiterung der Realschule, Generalsanierung des Gymnasiums Hallenbad-Neubau, gelungene Umstrukturierung des Krankenhauses und gemeinsame Tourismusbemühung im Burgenwinkel und beim Radwegebau.