"Auch kleine Denkmäler verdienen Aufmerksamkeit und ihre Erhaltung". Mit dieser Feststellung leitete der amtierende Landrat Michael Ziegler am Donnerstagvormittag eine Ortseinsicht am Dienstgebäude des Landratsamts in Haßfurt ein. Vor ein paar Jahren hat der Landkreis das ehemalige Kirschner-Anwesen in der Nachbarschaft zum Herrenhof erworben. Dort befindet sich ein aufwendig gestalteter historischer Toreingang. Er gilt als so wertvoll, dass er sogar als Einzeldenkmal geschützt ist. Über Jahrzehnte war das schöne Sandsteinportal jedoch der Witterung ausgesetzt und hatte durch Nässe und Frost massiven Schaden genommen. Besonders die filigranen und schmuckvollen Aufsätze der Portale zeigten Risse und Abplatzungen.

Das aus der Gründerzeit um 1885 stammende Gartenportal ist eines der Eingänge zu den Dienstgebäuden in der alten Brückenstraße in Haßfurt. "Es war höchste Zeit, dass wir das Tor sanieren lassen, um die Sandsteinpfeiler im Original zu erhalten", so Horst Hofmann, der Geschäftsleiter des Landratsamtes. Der Landkreis sei ebenso wie andere Eigentümer gehalten, Denkmäler zu bewahren. Landrat Ziegler betonte, dass der Kreis diese Verpflichtung sehr ernst nehme, sei es bei der Sicherung der Burgruinen oder aber auch bei einem kleineren Denkmal wie dem Toreingang in Haßfurt.

Architekt Bernhard Joos, der für die Denkmalpflege im Landkreis zuständig ist und auch die eigenen Denkmalmaßnahmen des Landkreises betreut, hat deswegen die Instandsetzung in Auftrag gegeben. Steinrestaurator Petro Schiller aus Königsberg führt die Restaurierung aus, die in Abschnitten über mehrere Wochen bis Juli andauern wird. Joos freute sich nicht nur über den Baufortschritt, sondern auch darüber, dass die Kosten, die bei rund 8300 Euro liegen, jeweils zur Hälfte vom Landesamt für Denkmalpflege und von der Unterfränkischen Kulturstiftung gefördert werden.

Ursprünglich hatte der Landkreis vor, die beiden älteren Häuser auf dem Gelände des ehemaligen Kirschner-Anwesens abzubrechen, um stattdessen ein neues Dienstgebäude zu errichten. "Davon ist man weitgehend abgekommen", informiert Geschäftsleiter Horst Hofmann. Mindestens das größere der beiden Backsteingebäude könne erhalten bleiben.

Das Landratsamt nutzt beide Häuser zwischenzeitlich als Büros des Jugendamtes und für das Regionalmanagement. Auch wenn der Erwerb damals umstritten war, so habe er sich gelohnt, ist Hofmann überzeugt. Hätte man Räume anmieten müssen, wären in der Zwischenzeit hohe Kosten entstanden. Diese hätten die Kaufsumme nahezu aufgewogen.

Horst Hofmann betonte, dass historische Bauten als wichtiges Erbe für nachfolgende Generationen zu erhalten seien und gerade die öffentliche Hand vorbildlich handeln sollte.

Ortseinsicht am Baudenkmal: stellvertretender Landrat Michael Ziegler überzeugten sich zusammen mit Architekt Bernhard Joos und Geschäftsleiter Horst Hofmann vom Fortschritt der Denkmalsanierung. Foto: Moni Göhr/Landratsamt Haßberge