Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat Sand den Etat 2014. Der Verwaltungshaushalt wuchs um 2,23 Prozent und der Vermögenshaushalt um 10,45 Prozent. Der Etat hat ein Volumen von 6,8 Millionen Euro. "Wir sind immer auf Sicht gefahren und wussten stets, was wir uns leisten können und was nicht. Deshalb können wir einen Haushaltsplan vorlegen, mit dem wir in diesem und wohl auch im nächsten Jahr gut über die Runden kommen", sagte Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) am Dienstag.

Die Sander planen im Verwaltungshaushalt mit 4,4 Millionen Euro (Vorjahr 4,3 Milllionen Euro) und im Vermögenshaushalt mit 2,41 Millionen Euro (Vorjahr 2,11 Millionen Euro).

Als größte Investitionen hat man sich den barrierefreien Zugang zum Rathaus vorgenommen (80 000 Euro), die Toilettenanlage im Rathaus (32 500 Euro) und das "Sport-und Kulturzentrum am See" (500 000 Euro). Die Außenanlagen zwischen Feuerwehrgebäude und Turnhalle dürfen 100 000 Euro kosten.

An den Kreis zahlen die Sander für das geplante Tierheim 38 000 Euro, ferner geben sie für die Zufahrt bei Feuerwehrgerätehaus/Sportgelände 115 000 Euro aus, für das Kriegerdenkmal 45 000 Euro, und für das Denkmal "Sander Raser" sind 43 000 Euro eingeplant. Der Rest der Sanierung des Kindergartens schlägt mit 32 000 Euro zu Buche, die Optimierung der Gemeinschaftskläranlage Zeil/Sand mit 35 000 Euro und der DSL-Ausbau mit 50 000 Euro. Für eine eventuelle Beteiligung am Bürgerwindpark Sailershausen kalkuliert man mit 104 300 Euro.

Pro-Kopf-Verschuldung mäßig

Ein Kredit ist nötig und so steigen die Schulden minimal auf 1.69 Millionen Euro (Pro-Kopf-Verschuldung 548 Euro, also unter dem Landesdurchschnitt 703 Euro).

Robert Wagner (CSU/Freie Sander Bürger) meinte, es sei gelungen, einige geplante Ansätze im Haushalt 2014 herunterzufahren. Gespart hätte er gerne bei der Sanierung des Kriegerdenkmals, beim barrierefreien Zugang zum Rathaus oder an den Außenanlagen um das Feuerwehrgerätehaus. "Kopfzerbrechen bereitet mir auch die Steigerung bei den Personalausgaben. Eine Erhöhung der Friedhofsgebühren ist meines Erachtens der Bürgerschaft nicht zuzumuten." Als Risiko stufte er die Beteiligung am Windkraftprojekt Sailershausen ein; das solle "komplett aus dem Haushaltsplan der Gemeinde Sand gestrichen werden".

Informationen beim Kämmerer eingeholt

Heinrich Schmitt (Freie Sander Bürger) wünschte sich bei mehreren Positionen mehr Informationen durch den Kämmerer Alexander Krines: Aufwendungen für Ehrenamtliche, Verwaltungskosten, Personalausgaben. Auch wollte er wissen, warum die Campingplatzeinnahmen zurück gehen. Nicht gut fand er es, dass Schulden nicht getilgt wurden. Der Haushaltsplan sei ein schwieriger Haushalt, weil er die Handlungsfähigkeit der Gemeinde in den nächsten Jahren einschränke. Man müsse überlegen, wie die 2015 geplante weitere Erschließung der "Unteren Länge" zu finanzieren sei.

Gerhard Klauer (Freie Sander Bürger) bekam ebenfalls durch Krines Fragen zum Vermögenshaushalt beantwortet. Klaus Holland (SPD/Bürgerliste) monierte, dass Staat und Kreis immer mehr Aufgaben auf die Kommunen abwälzen. Insofern bezeichnete er den Haushalt 2014 als durchdacht und verantwortungsvoll. Klaus Ullrich (CSU/Freie Sander Wähler) stellte allgemein fest, dass man die Beschlüsse, die im Gemeinderat gefasst wurden, auch finanzieren und durchziehen müsse.

Verschiedene Punkte seien eingestellt worden, um einen Ansatz zu haben und bei Bedarf darauf zugreifen zu können. Schon immer sei die Haushaltslage angespannt gewesen, doch ebenso oft habe man Lösungen gefunden. Genau so müsse man den Haushaltsplan 2014 sehen.

Ganz so schlecht ist die Lage auch wieder nicht...

Gerhard Zösch (CSU/Freie Sander Wähler) meinte, der Finanzrahmen stimme nicht euphorisch, doch ganz so schlecht sei die Lage nicht. Einzig die Finanzierung der weiteren Erschließung der "Unteren Länge" sah er als einen Wermutstropfen. Abschließend dankte er Bürgermeister Ruß, Kämmerer Krines und der Gemeindeverwaltung für das Zahlenwerk.

Die Telekom übernimmt den DSL-Ausbau bis 2016

DSL-Pläne Die Gemeinde Sand hatte die Telekommunikationsanbieter aufgefordert, ihre Ausbaupläne für die nächsten drei Jahre in Sand darzulegen. Wie Bürgermeister Ruß mitteilte, hat die Telekom schriftlich mitgeteilt, dass sie die flächendeckende Breitbanderschließung des Ortsnetzes mit eigenen Mitteln 2016 ausbauen will. Dies begrüßten die Sander Ratsmitglieder.

Vorarbeit Einzelheiten zum geplanten Breitbandausbau erläuterte Roland Mahr. Bürgermeister Ruß fügte hinzu, dass sich damit die Vorleistungen von Gemeinde und Verwaltung gelohnt hätten. Mit der Zusage der Telekom könne Sand das Förderverfahren für den Breitbandausbau einstellen. Die wenigen nicht mit mindestens 25 Mbit/s versorgten Anwesen erhalten beim Ausbau durch die Telekom nämlich dann ebenfalls eine wesentlich höhere Übertragungsrate als bisher. Sand fasste einen einstimmigen Beschluss, in dem der Ausbau der Breitbandinfrastruktur in Sand durch die Telekom begrüßt wird; der Ausbau im Rahmen der Breitbandrichtlinie solle für weniger gut versorgte Anwesen nicht weiter verfolgt werden.

Gemeinderatssitzung Wie Bürgermeister Bernhard Ruß auch noch bekannt gab, findet die konstituierende Sitzung des neu gewählten Sander Gemeinderates am Dienstag, 6. Mai, statt. Dann werden die neuen Sander Gemeinderäte durch den Bürgermeister vereidigt.